Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat eine Reform des Nationalen Wasserstoffrats (NWR) vorgelegt. Am 10. Juni hat die Bundesregierung diese Reform dann beschlossen. Kurz darauf berief die Bundesregierung die neuen Mitglieder des Rats. Die bisherigen Mitgliedschaften enden zum 30. Juni. Die neue Satzung und Mitgliederstruktur gilt seit dem 1. Juli.
Dem NWR gehören künftig 17 Mitglieder an. Sie werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, vom Bundesministerium für Verkehr, vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vorgeschlagen.
Zehn der neuen Mitglieder sitzen erstmals im NWR, sieben gehörten bereits dem bisherigen Rat an. Diese Mischung soll Kontinuität sichern und zugleich neue Impulse setzen. Das zeigt sich auch im neuen Vorsitz.
Dohler löst Vorgänger ab, Matthes bleibt Stellvertreter
Stefan Dohler übernimmt den neuen Vorsitz des NWR. Der CEO gehört dem Vorstand der EWE AG seit Januar 2018 an. Seit Juni 2024 ist er zudem Präsident des BDEW, des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft.
Dohler kommentierte seine Berufung auf LinkedIn. Er bezeichnete den Wasserstoffhochlauf als Gemeinschaftsaufgabe. Sie gelinge nur, wenn Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft ihre Erfahrungen zusammenführen. Der Hochlauf müsse dabei schneller und entschlossener werden, so Dohler.
Als stellvertretenden Vorsitzenden beruft die Bundesregierung Felix Matthes vom Öko-Institut. Matthes koordiniert dort die Forschung zu Energie- und Klimapolitik. Er gehörte dem NWR bereits in seiner bisherigen Zusammensetzung als stellvertretender Vorsitzender und zeitweise als Interimsvorsitzender an.
Die Mitglieder im Überblick
Dem neuen NWR gehören folgende Personen an:
- Stefan Dohler, EWE – Vorsitzender
- Dr. Felix Matthes, Öko-Institut – Stellvertretender Vorsitzender
- Dr. Tilman Altenburg, IDOS
- Thomas Behrends, Leuna TotalEnergies
- Alexander Bercht, IGBCE
- Dr. Andreas Gorbach, Daimler Truck
- Gunnar Groebler, Salzgitter AG
- Dr. Thomas Hüwener, OGE
- Prof. Dr. Karsten Lemmer, DLR
- Dr. Velibor Marjanovic, KfW IPEX-Bank
- Dr. Julia Metz, Agora Industrie
- Dr. Andreas Mündel, DHL
- Prof. Dr. Karsten Pinkwart, Hochschule Karlsruhe
- Dr. Werner Ponikwar, thyssenkrupp nucera
- Viviane Raddatz, Klima-Allianz/WWF
- Dr. Nicole Schödel, Linde
- Dr. Kirsten Westphal, BDEW
Von den bisherigen Mitgliedern bleiben nur sieben im neuen Rat: Tilman Altenburg, Andreas Gorbach, Karsten Lemmer, Felix Matthes, Karsten Pinkwart, Nicole Schödel und Kirsten Westphal.
Nicht mehr vertreten sind unter anderem Stefanie Peters (Neuman & Esser) und Prof. Michael Sterner (OTH Regensburg). Auch Katherina Reiche scheidet aus dem Gremium aus. Sie gehörte dem Rat als Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG an, bevor sie als Bundeswirtschaftsministerin die Reform selbst vorlegte.
Reform stärkt wirtschaftliche Expertise
Die Reform soll die Gremienstruktur des NWR verschlanken und gleichzeitig die wirtschaftliche Expertise im Rat stärken. Weiterhin vertreten bleiben Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Die Reform verfolgt das Ziel, plurale Expertise wirksam und effizient einzubinden. Die Bundesregierung sieht darin einen entscheidenden Erfolgsfaktor für den Wasserstoffhochlauf.







