Österreich hat eine umfassende Wasserstoff-Offensive gestartet. Kern der Offensive sind der Aufbau einer Wasserstoff-Importstrategie, die Förderungen von Elektrolyseanlagen sowie die Entwicklung von Speicher- und Leitungsinfrastruktur. All die Maßnahmen sollen vor allem die Produktionsprozesse der energieintensiven Grundstoffindustrie dekarbonisieren, die Wettbewerbsfähigkeit stärken, Arbeitsplätze schaffen und die Versorgungssicherheit garantieren.
„Wasserstoff ist nicht nur ein Energieträger, er ist ein wirtschaftspolitisches Zukunftsprojekt – für eine starke industrielle Basis und eine sichere Energieversorgung in Österreich“, betont Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
Die österreichische Bundesregierung flankiert die nun veröffentlichte Importstrategie mit zwei weiteren Verordnungen:
- Investitionszuschüsse-Verordnung Wasserstoff: erstmals Investitionszuschüsse für Elektrolyseanlagen (20 Millionen Euro).
- Wasserstoffzertifizierungs-Verordnung (WstVO): Umsetzung der EU-Vorgaben, schafft Rechtssicherheit und Förderfähigkeit.
Die Zertifizierungsverordnung soll gewährleisten, dass heimischer erneuerbarer Wasserstoff förderfähig und international handelbar wird. Das System ermöglicht die Anrechnung auf europäische Klimaziele.
Südkorridor verbindet Nordafrika mit Mitteleuropa
Um eine sichere Wasserstoff-Versorgung aus dem Ausland zu garantieren, soll ein Wasserstoff-Korridor entwickelt werden. Der Südkorridor gilt als einer der prioritären EU-Wasserstoffkorridore und ist Teil des European Hydrogen Backbone. Die Pipeline-Verbindung führt von Nordafrika über Italien und Österreich nach Mitteleuropa. Eine gemeinsame Erklärung mit Deutschland, Italien, Algerien und Tunesien legt den Grundstein für grünen Wasserstoff im industriellen Maßstab bis 2035. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete den Korridor als einen der wichtigsten Energie-Highways Europas.
Am 22. Oktober findet in Wien die HyPA-Jahreskonferenz statt. Dort diskutieren Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung die nächsten Umsetzungsschritte.
Am 23. Oktober tagt in Wien die trilaterale Arbeitsgruppe Österreich-Deutschland-Italien. Hochrangige Vertreter aus Ministerien, Netzbetreibern und Regulierungsbehörden beraten über Finanzierung, Aufbau und Regulierung der Wasserstoff-Infrastruktur.
Parallel laufen Abstimmungen mit Algerien und Tunesien als künftige Lieferländer für grünen Wasserstoff nach Europa.










