Sechs europäische Elektrolyseurhersteller haben am 4. Februar 2026 im Europäischen Parlament die Initiative E4E gegründet. Zu den beteiligten Unternehmen zählen ITM Power UK Ltd, John Cockerill SA, Nel Hydrogen AS, Sunfire SE, Thyssenkrupp Nucera AG & Co. KGaA und Topsoe A/S.
Produktions- und Installationskapazität im Vergleich
In den vergangenen vier Jahren hat die europäische Elektrolyseurindustrie ihre jährliche Produktionskapazität von etwa 1 GW auf über 10 GW erweitert. Dieser Anstieg entspricht rund 30 Prozent der globalen Kapazität.
Die europäische Wasserstoffstrategie sieht ein Elektrolyse-Ausbauziel von 40 GW bis zum Jahr 2030 vor. Trotz der bisherigen Produktionserweiterungen sind in der Europäischen Union (EU) aktuell jedoch weniger als 1 GW Elektrolyseurleistung installiert. Laut Branchenvertretern hängt das unter anderem mit der Marktentwicklung und der Implementierung zusammen.
Nicolas de Coignac, CEO von der Unternehmensabteilung John Cockerill Hydrogen, erklärt: „Elektrolyseure sind ein Eckpfeiler der industriellen Dekarbonisierung Europas. Um ihren Einsatz jedoch flächendeckend zu gestalten, bedarf es einer echten Kohärenz in Gesetzgebung, Finanzierung und Genehmigungsverfahren. Europa verfügt über das nötige Know-how – nun muss es die Rahmenbedingungen schaffen.“
Vision für das Jahr 2030
Im Rahmen der Zusammenarbeit hat E4E das Manifest „Electrolysers for Europe“ entwickelt. Das Dokument enthält die Vision der Koalition für das Jahr 2030: Die Position Europas im Bereich der Elektrolyseure unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit und nachhaltigem Wachstum auszubauen.
Im Rahmen dessen ist unter anderem geplant, dass bis zum Jahr 2040 der gesamte europäische Wasserstoffbedarf durch Elektrolyseure gedeckt werden kann. Zudem soll ein europäisches Elektrolyseur-Exportpotenzial von bis zu 200 Milliarden Euro erschlossen werden. Mit der Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff sind EU-weit eine Million Arbeitsplätze vorgesehen.
Marktentwicklung und Finanzierung im Fokus
Um diese Vision zu erreichen, sind in dem Manifest drei Handlungsfelder festgehalten: Einmal sollen die Marktentwicklung und die Nachfrage mithilfe von RefuelEU-Initiativen erweitert werden. Zudem fordert E4E regulatorische Definitionen für Wasserstoff. Darüber hinaus sollen Finanzierungsmechanismen ausgebaut werden. Dabei ist auch eine EU-Finanzierungsplattform für Renewable Fuel of Non-Biological Origin (RFNBO) und kohlenstoffarmen elektrolytischen Wasserstoff vorgesehen.










