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Sondervermögen: DVGW fordert 50 Milliarden Euro für Wasserstoff-Infrastruktur

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) hat von der neuen Bundesregierung gefordert, dass das Sondervermögen zu einem Zehntel für die Wasserstoffinfrastruktur verwendet wird. Die Experten sehen darin einen entscheidenden Schritt zur Erreichung der Klimaziele. Die Investitionen seien eine notwendige Maßnahme, um die Energiewende voranzutreiben und die Defossilisierung im Energiesektor zu beschleunigen.

von | 06.05.25

Die Infrastruktur zur Energietransformation mit Wasserstoff würde laut DVGW nur ein Zehntel des Sondervermögens in Anspruch nehmen
© neirfy - stock.adobe.com
Bundesregierung Sondervermögen

Laut dem DVGW koste die Umsetzung der geplanten Wasserstoffinfrastruktur maximal 50 Milliarden Euro zusätzlich zu den bereits beschlossenen 20 Milliarden Euro für das Wasserstoff-Kernnetz. Da das Sondervermögen für diese Energietransformation nur zu einem Zehntel beansprucht werde, läge eine schnelle Umsetzung der geplanten Maßnahmen laut DVGW auf der Hand.

Detaillierte Kostenaufschlüsselung der Wasserstoff-Investitionen

Die zehn Prozent des 500 Milliarden Euro Sondervermögen für die Wasserstoff-Infrastruktur teilt der DVGW wie folgt auf:

  • 20 Milliarden Euro für H₂-ready-Kraftwerke
  • 15 Milliarden Euro für Wasserstoff-Speicher
  • 5 Milliarden Euro für die Verteilnetze
  • 10 Milliarden Euro für weitere netzverstärkende Maßnahmen

Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW, betonte, dass mit nur einem Zehntel des Sondervermögens der neuen Bundesregierung die klimaneutrale Energiewende entscheidend vorangebracht werden könne: „Dieser im Verhältnis geringe Anteil an einem insgesamt enormen Investitionsumfang muss für die Politik ein starker Anreiz sein, den CO₂-Ausstoß in unserem Land zu reduzieren, indem sie konsequent auf Wasserstoff setzt.”

Technologieoffenheit statt starrer Vorgaben

Der DVGW bewertet die Regierungspläne, den bedarfsgerechten Erhalt und Um- und Ausbau der Gasinfrastruktur in den Mittelpunkt der Energiepolitik zu stellen sowie den Ausbau von Wasserstoff-Speichern, als sehr positiv. Auch der geplant Bau von 20 GW Gaskraftwerksleistung, was eine Verdopplung im Vergleich zu bisherigen Planungen darstellt, stößt auf die Zustimmung des Verbandes.  Bei allen Bemühungen komme es laut dem DVGW aber insgesamt darauf an, Investitionen langfristig zu ermöglichen. Etwa bei der beabsichtigten KWKG-Novellierung (Kraft-Wärme-Kopplung) ist der Verein der Auffassung, dass die Förderungen über 2026 verlängert werden müssten.

Der Koalitionsvertrag sieht vor, das Gebäudeenergiegesetz in seiner bisherigen Form abzuschaffen. Stattdessen will die neue Regierung auf Technologieoffenheit und eine vereinfachte kommunale Wärmeplanung setzen. Der DVGW begrüßt diesen Ansatz. Der Wärmemarkt macht etwa 53 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland aus. Heizungsanlagen verursachen derzeit rund 90 Millionen Tonnen CO₂ jährlich – etwa 10 Prozent der gesamten CO₂-Emissionen des Landes.

Eine deutliche Forderung des DVGW zielt auf die unklare Finanzierung der im Koalitionsvertrag genannten Maßnahmen ab, zumal wenn diese unter Haushaltsvorbehalt stehen. „Es ist wichtig, den Haushalt 2025 wie vom zukünftigen Bundeskanzler angekündigt noch vor der Sommerpause zu verabschieden”, so Linke. Eine schnelle Verabschiedung würde dringende Investitionen in die Energiewende und den Hochlauf neuer Gase ermöglichen und könnte als Beweis für das angekündigte „Deutschlandtempo” dienen.

 

(Quelle: DVGW/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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