Aktuatoren für die Produktion von Offshore-Wasserstoff

Offshore-Produktion von Wasserstoff gilt als vielversprechende Alternative zur Onshore-Produktion, birgt aber zahlreiche Herausforderungen in puncto Sicherheit und Effizienz. Daher hat der Stuttgarter Hersteller Bosch Rexroth sein Portfolio an Unterwasser-Aktuatoren erweitert: Die Bauteile elektrifizieren und digitalisieren sicherheitsrelevante Bewegungen in bis zu 4.000 Metern Tiefe.

von | 16.09.24

Elektrische Unterwasseraktuatoren eSEA mit funktionaler Sicherheit zur Steuerung von Ventilen aller Art in bis zu 4.000 Meter Wassertiefe.
© Bosch Rexroth AG
Rexroth

Die neuen Aktuatoren von Bosch Rexroth nutzen nach Angaben des Unternehmen eine Niederspannung (DC) von 24 Volt. Laut Hersteller sind sie damit eine wirtschaftliche Alternative zu konventionellen hydraulischen Systemen. Sie eliminieren den Bedarf an zentralen Hydraulikaggregaten und kilometerlangen Leitungen, was zu einer deutlichen Senkung der Kapital- und Energiekosten führt. Zudem erhöhen digitale Zwillinge durch Zustandsüberwachung die Prozesssicherheit.

Mit seinen eSEA-Unterwasser-Aktuatoren will Bosch Rexroth die Effizienz von Prozessen in der Offshore-Industrie steigern und Kosten senken. Damit könnten die Armaturen sowohl für die Umsetzung von CCUS-Projekten als auch für die Offshore-Produktion von grünem Wasserstoff relevant sein.

Erweitertes Portfolio für umfassende Anwendungen

Bosch Rexroth hat sein Angebot um zwei neue Varianten erweitert:

  • eSEA Push für lineare Bewegungen
  • eSEA Drive für Anwendungen mit sehr hohen Drehmomenten über 35 kNm

Diese ergänzen den mehrfach ausgezeichneten eSEA Torque für rotative Bewegungen. Damit sollen Anwender nun alle notwendigen Bewegungen zur Ventilsteuerung über eine standardisierte Schnittstelle rein elektrisch unter Wasser ansteuern und ausführen können.

Rexroth: Sicherheit und Selbstüberwachung im Fokus

Hierfür nutzen die eSEA Aktuatoren ein Fail-Safe-Prinzip, bei dem Federelemente aktiv geklemmt werden, um das Ventil in einer sicheren Position zu halten. Bei Stromausfall geht das Ventil automatisch in die sichere Stellung nach IEC 61508 und IEC 61511, ohne dass kostenintensive Unterwasser-Batterien erforderlich sind. Die Aktuatoren verfügen zudem über Schnittstellen zu externen Sensoren und Ventilen sowie digitale Zwillinge. Die integrierte Software, einschließlich maschinellem Lernen, biete eine präzise Zustandsüberwachung und kann bei Sensorausfällen den Weiterbetrieb sicherstellen.

Auf diese Weise sollen die Aktuatoren den Energiebedarf von Unterwasser-Anlagen reduzieren und die Anbindung von Step-outs ermöglichen, die teilweise mehr als 100 Kilometer von der Küste entfernt sind. Der eSEA Push deckt das Leistungsspektrum für Ventile bis fünf Zoll Durchmesser mit bis zu 745 kN modular ab, während der eSEA Drive für größere Durchmesser und Drehmoment-Anforderungen von mehr als 35 kNm konzipiert ist.

Alle eSEA Aktuatoren seien auf einen sicheren und zuverlässigen Unterwasserbetrieb von über 25 Jahren ausgelegt. Sie können bei Bedarf mit Unterwasserrobotern ausgetauscht werden, ohne die Ventilfunktion zu beeinträchtigen. Dank der digitalen Zwillinge verringere sich der Engineering- und Inbetriebnahme-Aufwand für neue Anlagen. Zudem können die Aktuatoren auch in bestehende Installationen nachgerüstet werden.

Zur Unternehmenswebsite
(Quelle: Bosch Rexroth/2024)

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Finnland: ABO Energy bereitet 600-MW-Wasserstoffanlage in Oulu vor
Finnland: ABO Energy bereitet 600-MW-Wasserstoffanlage in Oulu vor

Im Norden Finnlands soll eine Elektrolyseanlage mit bis zu 600 MW Leistung in zwei bis drei Ausbauphasen entstehen. Dafür haben ABO Energy und die Stadt Oulu eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Die Vereinbarung schafft den Rahmen für Projektentwicklung, Raumplanung und Genehmigungsverfahren. 

mehr lesen
OPAL: Wasserstoffinvestor übernimmt Anteil an Gasleitung für Kernnetz
OPAL: Wasserstoffinvestor übernimmt Anteil an Gasleitung für Kernnetz

Der Energiekonzern Uniper hat seine 20-prozentige Beteiligung an der Gaspipeline OPAL an den Infrastrukturinvestor Hy24 verkauft. Die Übertragung erfolgt über sämtliche Anteile an der Lubmin-Brandov Assets GmbH & Co. KG und erfüllt eine Auflage aus dem EU-beihilferechtlichen Genehmigungsverfahren vom Dezember 2022. Die rund 470 Kilometer lange Pipeline zwischen Lubmin und Brandov ist zukünftig Teil des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes.

mehr lesen
„Wir wollen e-Fuels vom teuren Nischenprodukt zu einer wettbewerbsfähigen Lösung entwickeln“
„Wir wollen e-Fuels vom teuren Nischenprodukt zu einer wettbewerbsfähigen Lösung entwickeln“

Seit Jahresbeginn läuft die Berliner Pilotanlage der Spark e-Fuels GmbH zur Herstellung von Synthesegas erfolgreich. Am 9. September öffnete das Start-up sie erstmals für Vertreter aus Politik, Medien und Öffentlichkeit. Im Interview spricht Mitgründerin Dr. Julia Bauer darüber, welche Erkenntnisse das Team bei der Planung und Skalierung der Anlage gewonnen hat, wie die eigene Technologie die Produktionskosten von synthetischen Kraftstoffen (e-Fuels) um rund 40 Prozent senken soll und welche Rolle das Unternehmen in zehn Jahren beim Hochlauf der Kraftstoffe spielen will.

mehr lesen

H2 Talk

„Wir wollen e-Fuels vom teuren Nischenprodukt zu einer wettbewerbsfähigen Lösung entwickeln“
„Der Mittelstand ist das Kraftwerk unserer Wirtschaft"
„Versorgungssicherheit und Klimaschutz sind keine Gegensätze“

Publikationen

Power-to-Gas

Power-to-Gas

Erscheinungsjahr: 2020

Das Fachbuch fasst aktuelles Wissen zu Power-to-Gas zusammen und bereitet es für Ingenieure der Energie- und Gasversorgung auf. Es wird die gesamte Wertschöpfungskette vom bereitgestellten Strom über die Erzeugung von Wasserstoff und die Integration ...

Zum Produkt

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Autor: Raphael Niepelt, Rolf Brendel

Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement für die Transformation und Defossilierung des Energiesystems. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat sich die Politik klar zu grünem Wasserstoff bekannt, wobei der Bedarf vor allem über Importe aus ...

Zum Produkt