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Analyse-Tool für blauen Wasserstoff veröffentlicht

Mit dem Low-Carbon Business Opportunity Analyser ist jetzt ein neues interaktives Tool auf dem Markt. Im Fokus steht die Berechnung von Emissionen und Kosten von blauem Wasserstoff und seinen Folgeprodukten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Auch die Werte für Deutschland können mit dem Tool bestimmt werden, wie die Beispielrechnung zeigt.

von | 26.06.26

Das Tool analysiert unter anderem die Kosten und Emissionen des Erdgastransports.
© Adobe Stock / RMedia
Analyse-Tool für blauen Wasserstoff veröffentlicht

Im Auftrag von Agora Industry hat die Öko-Institut Consult GmbH den Low-Carbon Business Opportunity Analyser entwickelt. Das interaktive Web-Tool bewerte die Treibhausgasemissionen und Produktionskosten verschiedener wasserstoffbasierter Produkte in unterschiedlichen Ländern.

Tool zeigt Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Im Mittelpunkt steht blauer Wasserstoff. Bei seiner Herstellung kommt weiterhin Erdgas zum Einsatz. Das entstehende CO2 wird jedoch abgeschieden, aufgefangen und gelagert (Carbon Capture and Storage, CCS), sodass es nicht in die Atmosphäre gelangt. Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft sollen mit dem Tool die Verwendung von erdgasbasiertem Wasserstoff untersuchen können.

Das Tool beantworte unter anderem Fragen zur Höhe der Treibhausgasemissionen des blauen Wasserstoffs, zu Unterschieden zwischen Produktionsländern sowie zum Anteil von Methanemissionen bei der Erdgasgewinnung an den Gesamtemissionen. Auch der Einfluss einzelner Schritte der Wertschöpfungskette auf Gesamtkosten und -emissionen lasse sich damit nachvollziehen.

Berechnungen für die Zieljahre 2030 und 2040

Der Low-Carbon Business Opportunity Analyser berechne Kosten und Treibhausgasemissionen für die Zieljahre 2030 und 2040. Die Ergebnisse würden auf wissenschaftlichen Annahmen beruhen, wie sich die Kosten und Treibhausgasemissionen der einzelnen Komponenten der Prozesskette entwickeln werden.

Für alle Länder, die mit dem Tool abgedeckt werden, enthalte die App einen Standarddatensatz. Der Datensatz diene als Basis für die Berechnungen und liefere einen Gesamtüberblick. Gleichzeitig könnten Nutzer die Variablen manuell anpassen, um lokale Gegebenheiten zu berücksichtigen. Wählbar seien zudem verschiedene Endprodukte wie Methanol, Wasserstoff, Stahl, Eisen, E-Fuels oder Ammoniak. Das Tool berechne außerdem Produktionskosten inklusive Transportkosten von einem Export- in ein Importland und liefere eine detaillierte Kostenaufschlüsselung.

Beispielrechnung: Wasserstoffimport nach Deutschland

Am Beispiel des Imports von Wasserstoff nach Deutschland zeige die Berechnung des Tools, dass die geringsten Gesamtemissionen bei Exportländern entstehen, die niedrige (Methan-)Emissionen bei der Erdgasproduktion aufweisen. Außerdem würden unter diese Kategorie Exportländer fallen, die Wasserstoff aufgrund geringer Distanz per Pipeline transportieren können und keine zusätzlichen Emissionen durch den Schiffstransport verursachen.

Die geringsten Gesamtkosten hingegen würden sich bei Exportländern mit niedrigen Erdgasproduktions- und Transportkosten sowie geringen Kosten für Transport und Speicherung des abgeschiedenen CO2 ergeben.

 

(Quelle: Öko-Institut e.V./2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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