Bosch testet Brennstoffzellensystem im Madrider Nahverkehr

Im Stadtverkehr von Madrid ist seit kurzem ein Brennstoffzellen-Bus im Realbetrieb unterwegs. Der Bus des spanischen Nutzfahrzeugherstellers Irizar ist mit einem Brennstoffzellen-Antriebssystem (Fuel Cell Power Module, FCPM) des deutschen Technologiekonzerns Robert Bosch GmbH ausgestattet. Das FCPM C190 durchläuft bei diesem Vorhaben seinen Testbetrieb.

von | 06.08.26

Der Brennstoffzellen-Bus beim Testbetrieb in Madrid.
© Robert Bosch GmbH
Bosch testet Brennstoffzellensystem im Madrider Nahverkehr

Der Startschuss fiel Ende Juli. Seitdem fährt der Irizar-Bus ausgestattet mit dem Brennstoffzellen-Antriebssystem von Bosch in Madrid. Insgesamt soll er mehrere Wochen lang im städtischen Nahverkehr unterwegs sein und insbesondere auf Strecken mit hohem Reichweitenbedarf eingesetzt werden. Betrieben wird der Bus von dem spanischen Busunternehmen Alsa Grupo SLU.

Dem Testbetrieb vorangegangen waren in den vergangenen Wochen verschiedene Erprobungen. Zudem durchlief das mit dem FCPM ausgestattete Fahrzeug die sogenannte Homologation. Das ist die offizielle Zulassung durch eine zuständige Behörde, ohne die ein Fahrzeug nicht im öffentlichen Straßenverkehr eingesetzt werden darf.

FCPM ermöglicht über 1.000 Kilometer Reichweite

Das FCPM C190 basiert auf einem horizontalen Doppelstack und bietet eine Dauerleistung von 190 Kilowatt. Mit dem verfügbaren Wasserstofftankvolumen sind Reichweiten von über 1.000 Kilometern möglich. Die Tankzeiten betragen nach Unternehmensangaben lediglich zehn bis 15 Minuten. Damit könne der Bus auch im Überlandverkehr eingesetzt werden. Verbaut wird das Antriebssystem dieseltypisch im Heck.

Thomas Pauer, Mitglied des Vorstands des Geschäftsbereichs Bosch Mobility, erklärte, die Brennstoffzelle biete sich insbesondere für Busse an, die täglich längere Strecken fahren und unterwegs kaum die Möglichkeit haben, zu laden. Der Testbetrieb soll laut Pauer zeigen, dass die Brennstoffzellentechnik von Bosch bereit für den Serieneinsatz im Personenverkehr sei.

Europäische Union setzt auf emissionsfreie Busse

Bosch verweist auf EU-Vorgaben als wesentlichen Treiber für den Einsatz von Brennstoffzellen-Antrieben. So müssen die CO2-Emissionen neu zugelassener Stadtbusse ab 2030 um 90 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 2019 gesenkt werden. Für alle anderen Bustypen gilt dies ab 2040.

Brennstoffzellen-Fahrzeuge werden von der Europäischen Union als emissionsfreie Fahrzeuge (Zero Emission Vehicles, ZEV) anerkannt und könnten somit laut Unternehmensangaben einen Beitrag leisten. ZEV sind Fahrzeuge, die keine Luftschadstoffe in ihre direkte Umwelt abgeben.

 

(Quelle: Robert Bosch GmbH/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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