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H2-Infrastruktur: Speicherbetreiber ordert Kälteanlagen für Kavernenspeicher

L&R Kältetechnik aus Sundern im Sauerland hat einen Auftrag für die Projektierung und Lieferung von sechs Kälteanlagen aus der Wasserstoffwirtschaft erhalten. Die Systeme werden an einem Kavernenspeicher für Wasserstoff installiert und kühlen das Gas in zwei Stufen auf +10°C und -10°C. Dabei kommen natürliche Kältemittel wie Propan und Propen zum Einsatz.

von | 30.07.25

Ein Erdgas-Kavernenspeicher in Huntorf. Mehrere Unternehmen in Deutschland wollen ihre Speicher zum Teil für die Nutzung von Wasserstoff umrüsten - doch dafür ist spezielle Technologie erforderlich
© T^^F - stock.adobe.com
Kälteanlagen

Die L&R Kältetechnik GmbH & Co. KG aus Sundern hat von einem ungenannten Energieunternehmen den Auftrag für sechs Kälteanlagen zur Wasserstoffaufbereitung erhalten. Dies teile das Unternehmen am Donnerstag (24. Juli) mit.

Die Anlagen sollen Teil der Aufbereitungstechnik an einer Übergabestation sein, die Wasserstoff aus einem Kavernenspeicher für die Weiterleitung ins Netz aufbereitet.

Zweistufige Kühlung mit natürlichen Kältemitteln

Das Kühlsystem arbeitet in zwei Stufen. Zunächst wird der Wasserstoff auf +10°C, anschließend auf -10°C gekühlt – jeweils mit drei Anlagen pro Temperaturstufe. Laut L&R kommen dabei ausschließlich natürliche Kältemittel zum Einsatz: Propan (R290) in der ersten Kältestufe und Propen (R1270) für den Tiefkältebereich unter 0°C.

„Wir haben uns hier frühzeitig engagiert und z.B. Wasserstofftankstellen mit Tiefkältetechnik ausgerüstet„, erklärte André Rüßmann, CTO von L&R Kältetechnik. „Wir kennen also die Anforderungen und Besonderheiten der Branche – auf der technischen Ebene, aber auch in der Projektarbeit und mit Blick auf die Normen und Sicherheitsvorschriften.“

Skalierbare Kälteanlagen

Nach Angaben des Unternehmens verfügt jede der sechs Anlagen über mehrere Kältekreisläufe, wodurch die Leistung bedarfsgerecht skalierbar ist. Durch drehzahlgeregelte Verdichter lassen sich laut Vertriebsingenieur Julian Reiter auch kleine Kältemengen „bis herab zu 10% der Nennleistung mit hoher Effizienz bereitstellen“. Diese Flexibilität seitypisch für Kälteanlagen in der Wasserstoffinfrastruktur.“

Die verwendeten Kältemittel weisen nach Unternehmensangaben einen GWP-Wert (Global Warming Potential) von unter 5 auf. Zudem seien sie sie PFAS-frei. Dies mache sie im Hinblick auf die F-Gase-Verordnung langfristig rechtssicher einsetzbar. Zusätzlich ermöglichen Anlagen mit natürlichen Kältemitteln die Beantragung von BAFA-Fördermitteln.

Die sechs Kälteanlagen werden derzeit am L&R-Standort in Sundern gefertigt. CTO Rüßmann rechnet mit weiteren Aufträgen in diesem Segment: „Endlich kommt die Erzeugung von grünem Wasserstoff und der Aufbau der entsprechenden Infrastruktur in Schwung.“

 

(Quelle: L&R Kältetetechnik/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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