Am 15. Juli war der Startschuss des Pilotprojektes; nun fahren 20 Fahrzeuge über einen Zeitraum von sechs Monaten mit dem Kraftstoff Nexa 95. Dabei seien sie im regulären Straßenverkehr unterwegs, und somit unter Realbedingungen. Nexa 95 ist laut Angaben des Herstellers Repsol ein biogener Benzinersatz, der aus Abfall- und Reststoffen gewonnen wird. Im Vergleich zu herkömmlichem Benzin soll er die Netto-CO2-Emissionen um rund 70 Prozent senken.
Repsol sei das bislang einzige Unternehmen, das in Spanien derzeit 100 Prozent regeneratives Benzin an öffentlichen Tankstellen anbiete, sagte Estíbaliz Pombo Barés, Deputy Director of Mobility Energy Products bei dem Mineralölunternehmen.
Die digitale Nachverfolgung des Kraftstoffverbrauchs übernehme der Digital Fuel Twin von Bosch: Er soll Tankdaten aus verschiedenen Quellen erfassen und validieren, darunter Fahrzeugdaten, Tankstellen und Tankkartentransaktionen.
Projekt testet erneuerbare Kraftstoffe in bestehenden Fahrzeugen
Das Vorhaben will drei Kernziele verfolgen: die Marktverfügbarkeit von regenerativem Benzin, die Verfügbarkeit digitaler Nachverfolgungs- und Zertifizierungstechnologien sowie den Nachweis, dass bestehende Fahrzeuge mit der vorhandenen Infrastruktur vollständig mit erneuerbaren Kraftstoffen betrieben werden können.
Als Fahrzeuge werden Pkw der Marken Toyota und Lexus sowie aus der BMW-Flotte eingesetzt. Zudem handele es sich um Verkehrsmittel, die ausschließlich mit förderungswürdigen Kraftstoffen betrieben werden (Vehicles running Exclusively on Eligible Fuels, VEEF).
Der Begriff „förderungswürdige Kraftstoffe“ umfasst erneuerbare, kohlenstoffarme Kraftstoffe, die die Nachhaltigkeitskriterien gemäß der EU-Richtlinie über erneuerbare Energien (RED) erfüllen. Zu dieser Kategorie gehören unter anderem erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs (RFNBO). Darunter fallen erneuerbar erzeugte Energieträger, die nicht auf Biomasse basieren, etwa grüner Wasserstoff und seine Derivate.
Ergebnisse sollen in EU-Politikdebatte einfließen
Die aus dem Pilotprojekt gewonnenen Daten und Erkenntnisse sollen in die politischen Diskussionen in Europa zur Defossilisierung der Automobilbranche einfließen. Die beteiligten Unternehmen wollen zeigen, dass erneuerbare Kraftstoffe ergänzend und skalierbar zur CO2-Reduktion beitragen können. EU-Politiker, Medien sowie Entscheidungsträger aus der Branche sollen über Zwischenergebnisse informiert werden.







