„Wasserstoff spielt eine ausschlaggebende Rolle für die Energiewende und Klimaneutralität“, erklärte Thomas Braasch, Sales Engineer bei Pilz, im Interview mit H2News. Der Experte weist gleichzeitig auf die besonderen Sicherheitsrisiken hin, die mit dem hochentzündlichen, farb- und geruchlosen Gas verbunden sind.
Nach Aussage des Experten ergänzen die Automatisierungssysteme die klassischen, materialbezogenen Sicherheitslösungen in der Wasserstoffindustrie. Sie ermöglichen eine integrierte Sicherheitsfunktion, die den gesamten Prozess im Blick behält.
Von Gasleckerkennung bis Notabschaltung: Sichere Prozessüberwachung in Millisekunden
Zu den auf der Hannover Messe vorgestellten Produkten gehören die Kleinsteuerung PNOZmulti 2 und das Automatisierungssystem PSS 4000, die bei der Herstellung von Wasserstoff mittels Elektrolyseverfahren eingesetzt werden. Das PSS 4000-System hat sich zudem bereits an Wasserstofftankstellen bewährt, wo es Sicherheitsfunktionen für Kühlsysteme, Hochdruckspeichertanks und die Wasserstoffabgabe überwacht.
Die Lösungen von Pilz sollen eine sichere Überwachung und Steuerung von Prozessen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette ermöglichen. Wie Braasch erläutert, können die Sicherheitssysteme Störungen innerhalb von Millisekunden erkennen und sofort vordefinierte Sicherheitsmaßnahmen einleiten. Zum Portfolio gehören die Gasleckerkennung, die Überwachung von Temperatur, Druck und Füllstand sowie der Not-Halt im Ernstfall.
Digital vernetzt und geschützt: Industrial Security wird Pflicht
Neben der Funktionalen Sicherheit legt Pilz dabei einen Schwerpunkt auf Industrial Security. Das Thema gwinnt durch die NIS2-Richtlinie (ab 2024 verpflichtend) und die neue Maschinenverordnung (ab 2027 verbindlich) zunehmend an Bedeutung.
Braasch unterstrich im H2Talk die Notwendigkeit von Security-Maßnahmen für die zunehmend digital vernetzte Wasserstoffindustrie: „Im Mittelpunkt stehen der Schutz von Anlagendaten und die Frage, welche Personen Zugriff auf einen Prozess erhalten.“ Wenn nur autorisierte und qualifizierte Personen an einer Anlage arbeiten dürften, sinke das Risiko von Fehlbedienung oder Manipulation erheblich.
Im Rahmenprogramm der Messe werden Pilz-Experten auf zwei Foren referieren: Albert Cot spricht im Public Forum über die Implementierung von funktionaler Sicherheit und Industrial Security in Wasserstoffanwendungen. Thomas Braasch erläutert im Technical Forum die Bedeutung dieser Sicherheitsaspekte speziell für das Elektrolyseverfahren.
Kanadas Automatisierung – grün, digital und nachhaltig
Unter dem Motto „The future’s here“ zeigt Kanada seine industriellen Stärken in Bereichen wie Automatisierung, Energie, digitale Transformation und grüne Technologien. Pilz ist mit einer Tochtergesellschaft in Mississauga, Ontario, in Kanada aktiv. Damit gestaltet das Unternehmen aus Ostfildern die industrielle Transformation in dem nordamerikanischen Staat mit.








