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Ventilhersteller erhält Wasserstoff-Zertifizierung für acht Absperrklappen

Der Ventilhersteller Gemü Gebr. Müller Apparatebau GmbH & Co. KG hat acht Absperrklappen für den Einsatz mit gasförmigem Wasserstoff zertifizieren lassen. Die Prüfung durch den Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) bestätigt die Eignung für alle Gehäuseformen und Druckstufen. Die zertifizierten Absperrklappen können nun in Elektrolyse-, PSA- und Brennstoffzellenanlagen zum Einsatz kommen. 

von | 12.02.26

Die Gemü Absperrklappe vom Typ R481 Victoria
© GEMÜ
GEMÜ erhält Wasserstoff-Zertifizierung für acht Absperrklappen

Gemü hat die Zertifizierung für die Absperrklappen R480, R481, R487, R488 Victoria sowie R470, R471, R477 und R478 Tugela erhalten. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) bestätigt damit die Eignung der Ventile für den Betrieb mit Wasserstoff in Gasform. Die Zertifizierung nach DIN EN 13774 und DVGW-CERT ZP4110 gilt für alle Gehäuseformen und Druckstufen der genannten Baureihen.

Die Baureihen erfüllen die technischen Anforderungen für Wasserstoffanwendungen. Sie bieten eine kompakte Bauweise und kurze Schaltzeiten. Die Ventile eignen sich für ein breites Medienspektrum. Gemü hat die Zertifizierung im Februar 2026 abgeschlossen.

Die Absperrklappen regeln und sperren Gas- und Flüssigkeitsströme in Verteilungsnetzen ab. In Nebenprozessen steuern die Ventile Kühlwasser-, Gas- und Wasseraufbereitungssysteme. In Power-to-Liquid-Anlagen regeln sie Wasserstoff-, CO₂- und Synthesegasströme in Reaktor- und Versorgungskreisläufen.

Materialtechnische Besonderheiten bei Wasserstoffanwendungen

Die Absperrklappen nutzen austenitischen Edelstahl 1.4408 als Scheibenwerk­stoff. Das Material ist robust gegen Wasserstoffversprödung. Alternativ setzt Gemü bei den zentrischen Absperrklappen der Victoria-Serie auch Duplex-Stahlgussmaterial 1.4469 oder Sphärogussmaterial EN-GJS-400-15 ein.

Die Manschetten der Absperrklappen bestehen aus Elastomeren wie EPDM, NBR oder FKM. Bei höheren Anforderungen an chemische Beständigkeit nutzt der Ventilhersteller PTFE-Dichtungen. Neben den Bauteilen und den Dichtwerkstoffen müssen auch alle Schmierstoffe wasserstoffkompatibel sein.

Die zertifizierten Absperrklappen erfüllen die Dichtheitsanforderung nach EN 12266-1/P12 mit Leckrate A. Sie sind tropfen- und blasenfrei dicht. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches prüft dabei zwischen offenen und geschlossenen Einsatzumgebungen. In geschlossenen Räumen gelten erhöhte Dichtheitsanforderungen. Die Ventile erfüllen zusätzlich die Anforderungen nach TA-Luft.

Um Leckagemessungen mit 100 Prozent Wasserstoff durchführen zu können, hat Gemü im Juli 2025 einen neuen Prüfstand für Wasserstoffventile in Betrieb genommen.

Mehr über Armaturen und Komponenten für die Energie der Zukunft erfahren Sie in diesem Fachbericht.

 

(Quelle: GEMÜ/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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