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Wasserstoff-Tankstellen: HY.Waiblingen setzt auf oberflächennahe Gaskanäle

Das Wasserstoffprojekt HY.Waiblingen nutzt Versorgungskanäle des baden-württembergischen Unternehmens Birco für die Verlegung der Gasleitungen zwischen Elektrolyseur und Tankstelle. Die oberflächennahe Verlegung in BIRCOcanal-Rinnen soll gegenüber unterirdischen Systemen wartungsfreundlicher und kosteneffizienter sein. Ab 2025 kommen in Waiblingen erste Wasserstoffbusse auf die Straßen.

von | 01.08.25

Wasserstofftankstelle von GP Joule in Niebüll. Hier kommen die Birco-Kanäle ebenfalls zum Einsatz
© GP Joule
Birco

Wie Birco mitteilte, kommen in dem Projekt BIRCOcanal-Rinnen der Nennweiten 320 und 520 mm zum Einsatz. Diese sollen eine oberflächennahe Führung der sensiblen H2-Leitungen ermöglichen.

Das Projekt ist eine Kooperation der Stadtwerke Waiblingen, ITEM UG und des Projektplaners GP Joule. Ab diesem Jahr sollen die ersten Wasserstoffbusse im öffentlichen Nahverkehr der Stadt rollen. Der vor Ort mit erneuerbarer Energie erzeugte Wasserstoff wird dabei über mehrere Verdichtungsstufen auf 350 bar für Nutzfahrzeuge und 700 bar für Pkw komprimiert.

Wartungsvorteile gegenüber unterirdischen Systemen

„Eine oberflächennahe Gasführung ist für uns die effizienteste Lösung„, erklärte Bauingenieur Flemming Jörgensen von GP Joule in der Pressemeldung. Unterirdische Systeme seien aufwändig, kompliziert in der Wartung und nicht nur kostenintensiver beim Bau, sondern auch im Betrieb. Der Grund: Die Leitungen müssen mit Sensoren überwacht werden. Oberirdische Schutzkanäle hingegen bergen Unfallrisiken.

Birco

Gasleitungskanal zwischen Elektrolyseur und Tankstelle (Quelle: Birco GmbH)

Die verwendeten BIRCOcanal-Rinnen der Belastungsklasse F 900 verfügten über werkseitig integrierte Halfenprofile zur sicheren Befestigung der Versorgungsleitungen. Die Verlegung erfolgt nach DIN EN 13480-4 sowie den DVGW-Regelwerken G 463/G 464.

Für eine geneigte Kühlleitung kommt aufgrund der erforderlichen Bautiefe eine Birco-Rinne mit einem Meter Bauhöhe zum Einsatz, die über eine Adapterscheibe angeschlossen wurde.

Modulares System ermöglicht individuelle Anpassungen

Bei der Sicherheitsausstattung entschied sich GP JOULE für offene Doppelsteg-Gussabdeckungen, damit ausgasender Wasserstoff entweichen kann, ohne dass sich gefährliches Knallgas bildet. Das System ist in sechs Nennweiten von 200 bis 1000 mm verfügbar.

GP Joule hat bereits mehrere Elektrolyseure und Wasserstofftankstellen in Deutschland und Österreich realisiert, etwa in Bremerhaven. Große Bekanntheit erlangte der norddeutsche Projektierer durch sein H2-Vorhaben e-Farm Nordfriesland (s. Bild). Bei allen Projekten werden die Gasleitungen in Birco-Rinnen geführt, so das Unternehmen.

HY.Waiblingen ist Teil der Bundesinitiative HyLand in der Kategorie HyPerformer für CO₂-neutrale Mobilität. Der am Projekt beteiligte Hersteller Birco gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Anbietern von Rinnensystemen in Europa und ist Teil der Schweizer Müller-Steinag Gruppe.

 

(Quelle: Birco GmbH/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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