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Erfüllt mein grüner Wasserstoff die EU-Kriterien?

Der TÜV Nord EnSys und das Münchener Tech-Start-up Atmen haben ihren H2 Compliance Readiness Check (H2 CRC) präsentiert. Die Software-Lösung soll Projektentwicklern eine erste Einschätzung geben, ob der produzierte Wasserstoff die Kriterien der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU (RED II) erfüllt und damit eine entsprechende Zertifizierung erhalten kann.

von | 07.05.24

Flore de Durfort, CEO von Atmen, und Silvio Konrad, Vorsitzender der Geschäftsführung vom TÜV Nord EnSys, unterzeichneten die Vereinbarung in Essen
© TÜV Nord
Zertifizierbarkeit

7. Mai 2024 | Der TÜV Nord EnSys und das Münchener Tech-Start-up Atmen haben ihren „H2 Compliance Readiness Check (H2 CRC)“ präsentiert. Die Software-Lösung soll Projektentwicklern eine erste Einschätzung darüber geben, ob der von ihnen produzierte Wasserstoff die Kriterien der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU (RED II) erfüllt und eine Zertifizierung erhalten kann. Der Grund: Erst mit einer entsprechenden Zertifizierung gilt Wasserstoff tatsächlich als „grün“ und kann etwa auf die THG-Quote angerechnet werden.

Die Software überprüft die Zertifizierbarkeit von Wasserstoff nach den RED II Richtlinien der EU. Mit ihr können Betreiber schon in der Projektentwicklung prüfen, ob die geplante Wasserstoffproduktion alle EU-Kriterien erfüllen würde.

Dabei wird durch die Simulation von Energieströmen und CO₂-Intensität zunächst prognostiziert, ob die geplante Produktion bereits EU-Vorschriften einhält. Falls nicht, schlägt die Software vor, wie die Lieferkette optimiert werden könne. Das Ergebnis wird in Form eines H2-Compliance-Readiness-Reports bereitgestellt.

Das digitale Tool soll damit schon in frühen Projektphasen Planungssicherheit geben können. Dadurch erhoffen sich die Entwickler des H2 CRC, das Vertrauen zwischen Abnehmern, Projektpartnern, Behörden und Investoren zu fördern. Gleichzeitig soll die Nutzung der Software Zeit sparen und die finanziellen Risiken verringern.

Zertifizierung in der Entwicklung mitgedacht

Atmen-CEO Flore de Durfort erklärte, dass Tool könne den manuellen Arbeitsaufwand von Wasserstoffproduzenten signifikant reduzieren. Zudem ließe sich die Zeit bis zur endgültigen Investitionsentscheidung (FID) verkürzen, da Planer:innern frühzeitig Gewissheit über die möglichen Zertifikate und somit potenziellen Mehrerlöse ihres Wasserstoffs hätten. Das Start-up mit Sitz in München hatte in einer Finanzierungsrunde im Januar 1,3 Millionen Euro erhalten. Die Technologie von Atmen könnte zum neuen Standard der Branche werden, hieß es damals von den Investoren.

Beteiligt an der Entwicklung von H2 CRC war auch der TÜV Nord EnSys. Mithilfe von Energiesimulationen will das Unternehmen die Kunden auf dem Weg zur passenden Zertifizierung unterstützen. Dies soll Projektierern dabei helfen, mit ihrer Produktion die teils komplexen und strikten EU-Kriterien zu erfüllen.

„Unsere Partnerschaft ermöglicht es, Technologie so einzusetzen, dass die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien und eine mögliche Zertifizierung in der Entwicklungsphase von Projekten direkt mitgedacht wird”, so Silvio Konrad, Vorsitzender der Geschäftsführung von TÜV Nord EnSys.

Weitere Informationen zur Atmen-Software
(Quelle: TÜV Nord/ Atmen/2024)

 

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