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Energieunabhängigkeit made in Essen (Oldenburg)

Wie gelingt Energieunabhängigkeit und ist das wirtschaftlich überhaupt realistisch? Im Fachbeitrag von Schrand.energy zeigt ein konkretes Praxisbeispiel, wie ein ganzheitliches Wasserstoffsystem aus Photovoltaik, Elektrolyse, Energiespeicherung und Brennstoffzelle Unternehmen vollständig von externen Versorgern unabhängig machen kann. Damit will das Unternehmen aus Essen (Oldenburg) beweisen, warum sich die Investition rechnet.

von | 10.04.26

Der Wasserstofftank speichert 631 kg Wasserstoff. Das ist genug Energie, um einen durchschnittlichen Haushalt rund 2,5 Jahre lang mit Strom zu versorgen
© schrand.energy
Energieunabhängigkeit made in Essen

Steigende Energiepreise, unsichere Märkte und wachsende Anforderungen in allen Bereichen stellen Unternehmen zunehmend vor strategische Herausforderungen. Die zentrale Frage lautet: Wie lässt sich Energieversorgung künftig wirtschaftlich, sicher und nachhaltig gestalten und zwar unabhängig von externen Versorgern und geopolitischen Einflüssen?

2022 fiel die Antwort der Schrand-Gruppe bewusst strategisch aus: Mit der Ausgründung von Schrand.energy wurde der Grundstein für ein ganzheitliches Wasserstoffsystem gelegt, das heute als Blaupause für industrielle Energieunabhängigkeit dienen kann.

Entscheidend dabei ist nicht die Optimierung einzelner Komponenten, sondern ein ganzheitliches System, das alle Stufen der Wertschöpfung abbildet: Von der erneuerbaren Erzeugung über die flexible Speicherung bis hin zur bedarfsgerechten Nutzung.

Praxisbeispiel aus Essen (Oldenburg)

Am Standort Essen (Oldenburg) hat das Tochterunternehmen diesen Ansatz konsequent umgesetzt und betreibt eine selbst entwickelte Wasserstoff-Gesamtanlage, die den Betrieb im Bereich Strom, Wärme und Mobilität zu einem sehr großen Teil unabhängig macht.

Der Unternehmensstandort in Essen (Oldenburg)

Der Unternehmensstandort in Essen (Oldenburg) (© schrand.energy)

Ausgangspunkt eines solchen Systems ist die lokale Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen. In Essen (Oldenburg) liefert den Großteil der benötigten Energie eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 280 kWp, die auf dem Hallendach installiert ist.

Überschüssiger Strom wird jedoch nicht ungenutzt ins Netz eingespeist, sondern vor Ort für die Wasserstoffproduktion genutzt. Ein Elektrolyseur mit 90 kW Leistung wandelt die elektrische Energie in Wasserstoff um. Dieser dient als Langzeit-Energiespeicher und wird in einem Tank mit einer Kapazität von 631 Kilogramm gespeichert. Die entspricht einem Energieinhalt von rund 21.032 kWh.

Wenn Energie benötigt wird, kommt eine Brennstoffzelle mit 25 kW Leistung zum Einsatz, die den gespeicherten Wasserstoff wieder in Strom umwandelt. Ergänzt wird das System durch einen Batteriespeicher mit 150 kWh, der kurzfristige Lastspitzen ausgleicht und schnelle Reaktionszeiten im Betrieb sicherstellt. Die Kombination aus Kurzzeit- und Langzeitspeicher ist dabei kein Widerspruch, sondern gezielt komplementär gedacht: Der Batteriespeicher übernimmt die Flexibilitätsaufgaben im Tagesbetrieb, während der Wasserstoff die strukturelle Versorgungssicherheit über längere Zeiträume sicherstellt.

Intelligentes Energiemanagement als Steuerungsebene

Ein entscheidender Faktor für den effizienten Betrieb ist das intelligente Energiemanagement. Es steuert sämtliche Energieflüsse innerhalb des Systems, berücksichtigt Wetterprognosen, Lastprofile und aktuelle Strompreise. So sorgt es dafür, dass Energie immer zum optimalen Zeitpunkt erzeugt, gespeichert oder genutzt wird. So kann beispielsweise gezielt Strom aus dem Netz bezogen werden, wenn die Preise besonders niedrig sind, um ihn in Form von Wasserstoff später verfügbar zu machen.

Dafür hat Schrand.energy ein Energiemanagementsystem selbst entwickelt und dies bewusst technologie- sowie herstellerunabhängig aufgebaut. Sämtliche Komponenten und Prozesse lassen sich in einer zentralen Software abbilden, sodass keine weiteren Systeme für unterschiedliche Anlagen erforderlich sind. Dadurch bleibt das Gesamtsystem flexibel, skalierbar und kann an neue Anforderungen oder Technologien angepasst werden.

Effizienz im Detail: Abwärme und Mobilität

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die konsequente Nutzung der entstehenden Abwärme. Sowohl bei der Elektrolyse als auch bei der Rückverstromung entsteht Wärme, die im Betrieb für Heiz- und Kühlprozesse eingesetzt wird. Das Gebäude selbst wird zudem über Wärmepumpen beheizt, wodurch die Abwärme optimal genutzt und der Gesamtenergiebedarf weiter reduziert wird. Durch diese Kombination erhöht sich der Gesamtwirkungsgrad der Anlage deutlich und zusätzliche Energieeinsparungen werden realisiert.

Auch die unabhängige Versorgung des Firmenfuhrparks ist ein zentraler Aspekt. Auf dem Unternehmensgelände stehen mehrere Ladesäulen, die den gesamten Fuhrpark das ganze Jahr über mit eigenem grünen Strom versorgen.

Schema des Energiesystems

Schema des Energiesystems (© schrand.energy)

Wirtschaftlichkeit und Resilienz

Laut eigenen Angaben zeigen die Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb klar, dass sich der eingeschlagene Weg bewährt hat. Die Energieversorgung ist heute unabhängig von externen Versorgern. Preisschwankungen am Energiemarkt haben ihren Einfluss auf den Betrieb weitgehend verloren und auch bei externen Störungen bleibt die Versorgung stabil. Unternehmen gewinnen dadurch nicht nur Planungssicherheit, sondern auch ein hohes Maß an Resilienz.

Investitionen in Wasserstoffsysteme dieser Art amortisieren sich nach aktuellen Berechnungen von Schrand.energy innerhalb von acht bis zehn Jahren. Entscheidende Faktoren hierfür sind die Vermeidung von Lastspitzenkosten, die gezielte Nutzung günstiger Strommarktphasen und die Reduktion externer Energiebezüge.

Das Unternehmen aus Essen (Oldenburg) versteht Wasserstoff dabei nicht als isolierte Technologie, sondern als integralen Bestandteil eines intelligenten Energiesystems. Die Kombination aus erneuerbarer Erzeugung, flexibler Speicherung und digital gesteuerter Nutzung ermöglicht eine Energieversorgung, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch überzeugt.

Die modularen, skalierbaren und technologieunabhängigen Systeme (ALPHA EL, ALPHA EP, ALPHA-SSC) lassen sich flexibel an unterschiedliche Anforderungen anpassen. Sie zeigen, dass dieser Ansatz heute bereits praxisreif und skalierbar ist. Die eigene Anlage in Essen (Oldenburg) dient als Praxisbeispiel und bildet die Basis für zahlreiche Projekte.

 

(Quelle: schrand.energy/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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