Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

1 TWh pro Jahr: Uniper liefert Strom für grünen Stahl in Schweden

Das schwedische Stahl-Start-up Stegra (ehemals H2 Green Steel) hat mit Uniper einen sechsjährigen Stromliefervertrag für sein neues Werk im nordschwedischen Boden abgeschlossen. Der Power Purchase Agreement (PPA) umfasst die Lieferung von jährlich 1 TWh Strom zwischen 2027 und 2032, mit einem Gesamtvolumen von 6 TWh. Der grüne Strom soll im ersten Greenfield-Stahlwerk der Welt erneuerbaren Wasserstoff erzeugen, der als Grundlage für die Herstellung von fossilfreiem Stahl dient.

von | 03.12.24

Blick auf die Baustelle in Boden
© Stegra
Strom

Konkret werde der Strom für die Produktion von grünem Wasserstoff in der geplanten 700-MW-Elektrolyseanlage am Standort Boden benötigt. Dies teilten Uniper und Stegra am 26. November in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.  Mit dem Wasserstoff wollen die Schweden „grünen“ Eisenschwamm produzieren, auch bekannt unter dem Namen Direct Reduced Iron (DRI). Es dient als Ausgangsstoff für die Erzeugung von grünem Stahl und ersetzt somit klassisches Eisenerz aus Koks-Kohle.

Das Werk in Boden soll ab 2026 den Betrieb aufnehmen und dann bis zu 2,5 Millionen Tonnen grünem Stahl pro Jahr erzeugen. Das entspricht der Größenordnung eines mittelgroßen konventionellen Stahlwerks. Ein weiterer Vergleich: Mit 1 TWh Energie, die Uniper pro Jahr an Stegra liefern will, ließen sich bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 2.050 kWh knapp 500.000 Haushalte in Deutschland versorgen. Das entspricht ungefähr der Anzahl aller Haushalte in einer Stadt wie Leipzig (etwa 350.000) und Heidelberg (etwa 140.000) zusammen.

Strom für Stahl

Nur einen Tag zuvor hatte Stegra ein ähnliches PPA mit dem Schweizer Energiekonzern Axpo abgeschlossen. Darin ist die Lieferung von insgesamt 2 TWh Energie vorgesehen. Das Stahlwerk in Boden ist seit Gründung des Start-ups im Jahr 2021 in Planung.

„Diese Stromlieferung ist für unsere Strategie von zentraler Bedeutung und ein wichtiger Schritt, um die Verringerung der Industrieemissionen in Europa zu beschleunigen“, erklärte Arne Österlind, Leiter des Energieportfolios bei Stegra. Johan Svenningsson, Country Chairman bei Uniper Schweden, ergänzt: „Wir sind stolz darauf, die Energiewende als verlässlicher und innovativer Partner für industrielle Abnehmer zu unterstützen.“

Uniper gesellt sich zu einer Reihe deutscher Konzerne, die an dem Vorhaben beteiligt sind. Die Elektrolyseure liefert Thyssenkrupp Nucera, die Anlagen zur Direktreduktion stammen von der SMS Group. Abnahmevereinbarungen gab es unter anderem schon mit Mercedes-Benz und Porsche. Anfang des Jahres hatte die Kirchhoff Gruppe die Unterzeichnung eines Abnahmevertrages mit einer Laufzeit von sieben Jahren bekanntgegeben.

 

(Quelle: Stegra/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“
„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“

Hamburg gilt als eine der vielversprechendsten Wasserstoff-Modellregionen Deutschlands, denn die Stadt vereint auf engem Raum die gesamte H₂-Wertschöpfungskette. Dabei entsteht keine Insellösung, sondern eine offene Infrastruktur, in die zunächst der Hamburger Green Hydrogen Hub und später potenziell auch über Terminals und das Kernnetz Wasserstoff einspeisen und so ein breites Ökosystem an Abnehmern versorgen kann. Jan Rispens, Geschäftsführer des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg, erklärt im exklusiven Interview mit H2News, wie sein Netzwerk den Wasserstoffhochlauf in der Metropolregion aktiv mitgestaltet und warum der Rückgang des Hypes kein Rückschlag ist.

mehr lesen
EU fördert H2-Infrastruktur: 600 Millionen Euro für grenzüberschreitende Energieprojekte
EU fördert H2-Infrastruktur: 600 Millionen Euro für grenzüberschreitende Energieprojekte

Die Europäische Kommission hat am 30. April einen neuen Förderaufruf für grenzüberschreitende Energieinfrastrukturprojekte gestartet. Über das Programm CEF (Connecting Europe Facility) stehen insgesamt 600 Millionen Euro für Studien und Bauarbeiten zur Verfügung. Der Aufruf richtet sich an Vorhaben der aktualisierten Liste der Projekte von gemeinsamem Interesse (PCI) und der Projekte von gegenseitigem Interesse (PMI). Diese umfasst unter anderem 100 Wasserstoffprojekte.

mehr lesen
350 Millionen Euro Bundesmittel treiben Deutschlands größte eSAF-Anlage in Schwedt an
350 Millionen Euro Bundesmittel treiben Deutschlands größte eSAF-Anlage in Schwedt an

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke haben den Förderbescheid für das Projekt „Brandenburg eSAF“ übergeben. Dabei soll in Schwedt die größte deutsche Produktionsanlage für elektrische nachhaltige Flugkraftstoffe (eSAF) entstehen. Die Anlage soll ab 2030 jährlich mehr als 30.000 Tonnen eSAF produzieren. Die Menge entspricht rund einem Viertel der deutschen eSAF-Beimischungspflichten. Bund und Land Brandenburg fördern das Projekt mit 350 Millionen Euro. 

mehr lesen

H2 Talk

„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“ Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH)
„Ab 2026 könnten wir über den THG-Quotenhandel 15 Euro pro Kilogramm Wasserstoff erzielen“
„Wasserstoff ist in der industriellen Prozesswärme eine ‚No-Regret-Option‘“

Publikationen