320-MW-Elektrolyseanlage: EWE vergibt letzten Großauftrag an Bilfinger

Der Energieversorger EWE hat den Industriedienstleister Bilfinger mit dem Stahlbau, der Rohrleitungs- und Komponentenmontage für die 320-MW-Elektrolyseanlage in Emden beauftragt. Der Auftrag umfasst die Balance-of-Plant-Komponenten rund um den Elektrolyseur und ist das letzte wesentliche Vergabepaket im Rahmen des IPCEI-Projekts „Clean Hydrogen Coastline". Damit sei laut EWE nun der Weg für langfristige Lieferverträge mit Industriekunden frei.

von | 12.05.26

Blick auf die Baustelle in Emden: Hier entsteht die 320-MW-Anlage zur Erzeugung von Wasserstoff. Das EWE-Projekt zählt zu den größten Wasserstoffvorhaben Europas.
© Ludwig Freytag
Der Energieversorger EWE hat den Industriedienstleister Bilfinger mit den zentralen Bauleistungen für seine 320-MW-Elektrolyseanlage in Emden beauftragt.

Bilfinger übernimmt als Systemintegrator die Detailplanung, die Lieferung, die Installation und die Inbetriebnahme der sogenannten Balance-of-Plant-Komponenten der Elektrolyseanlage. Dazu gehören mehrere Kilometer Rohrleitungssysteme, Stahlbauarbeiten und die Integration technischer Nebenanlagen rund um die Elektrolyse.

Die Anlage soll ab Ende 2027 grünen Wasserstoff produzieren und an industrielle Abnehmer liefern.

Nach der Beauftragung für die Elektrolyse, den Verdichter, die Wasserstoffreinigung, die Wasseraufbereitung und die allgemeinen Bauleistungen sind mit dem Auftrag nun alle wesentlichen Vergabepakete des Projekts „Clean Hydrogen Coastline“ abgeschlossen. Die Erzeugungsanlage in Emden ist Teil eines integrierten Wasserstoffsystems, das EWE in Niedersachsen aufbaut. Das IPCEI-Projekt umfasst neben der Wasserstoff-Erzeugung, die Speicherung, den Transport und die Lieferung des grünen Gases. Die Großelektrolyse soll den Bedarf der Industrie nach klimaneutralen Energieträgern decken.

Vergabe schafft Grundlage für Lieferverträge

Mit dem Abschluss der Vergabe stehen die wesentlichen Kosten- und Planungsparameter der Elektrolyseanlage fest. EWE kann nun in konkrete Vertragsverhandlungen mit Industriepartnern eintreten.

Tobias Moldenhauer, Geschäftsführer der EWE Hydrogen GmbH, erklärte: „Wir haben jetzt eine belastbare Grundlage und können darauf aufbauend wettbewerbsfähige und langfristige Angebote für grünen Wasserstoff anbieten. Das ist ein zentraler Schritt vom Projekt hin zum Markt.“

EWE steht nach eigenen Angaben bereits mit mehreren Unternehmen in Verhandlungen über Lieferverträge für grünen Wasserstoff.

Branche fordert stabile Rahmenbedingungen

Trotz des Projektfortschritts betont EWE die Abhängigkeit des Wasserstoffmarkts von politischen Rahmenbedingungen. Moldenhauer nennt stabile Marktmechanismen, Planungssicherheit und pragmatische Regulierung, insbesondere auf europäischer Ebene, als Voraussetzung für weitere Investitionen.

Als positive Signale wertet EWE die angekündigten Anpassungen bei den Zusätzlichkeitskriterien für erneuerbaren Wasserstoff sowie den jüngsten Beschluss zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote).

Bilfinger-Chef Thomas Schulz erklärte zum Auftrag: „Partnerschaften wie diese sind entscheidend, um den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland voranzubringen.“

 

(Quelle: Bilfinger SE/ EWE AG/ 2026)

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