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40 GW: Bundespräsident Steinmeier startet deutsch-kasachisches H2-Megaprojekt

Hyrasia one startet in eine neue Projektphase: Mit dem Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier starteten die erste Bohrung sowie das Preliminary Front-End Engineering and Design (pre-FEED). Damit wollen die deutsch-kasachischen Projektpartner die konkrete Planung der 40-GW-Anlage für grünen Wasserstoff vorbereiten.

von | 04.07.23

Wolfgang Kropp (Mitte), Bundespräsident Steinmeier und Ministerpräsident Smaiylov beginnen die geotechnischen Bohrungen in der kasachischen Region Mangystau
Hyrasia
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04. Juli 2023 | Hyrasia one startet in eine neue Projektphase: Mit dem Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier starteten die erste Bohrung sowie das Preliminary Front-End Engineering and Design (pre-FEED). Damit wollen die deutsch-kasachischen Projektpartner die konkrete Planung der 40-GW-Anlage für grünen Wasserstoff vorbereiten. Sie soll jährlich bis zu 2 Mio. t grünen Wasserstoff produzieren, der ab 2030 in 11 Mio. t Ammoniak umgewandelt werden könne.

Auf seiner Delegationsreise nach Kasachstan besuchte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 21. Juni den zukünftigen Standort von Hyrasia one in der kasachischen Steppe. In seiner Rede betonte er nach Angaben der Projektleitung Hyrasia one die Bedeutung grünen Wasserstoffs für die Energiewende. Zudem habe er sich positiv über die „deutsch-kasachische Energiepartnerschaft“ geäußert.

Weiterhin meldet Hyrasia, Bundespräsident Steinmeier habe mit dem kasachischen Premierminister Smaiylov und Wolfgang Kropp, CEO der Svevind Energy Group – der europäischen Muttergesellschaft von Hyrasia one – den Startschuss für die geologische Bohrung der neuen Projektphase gegeben. Damit sei „ein Meilenstein“ erreicht: Mit den Bohrungen wollen die Partner die geologischen Formationen evaluieren. Dies liefere wichtige Daten für die weiteren Schritte der Projektentwicklung.

Beginn der Pre-FEED-Phase

Die Bohrung ist Teil der Pre-FEED-Phase, für die Svevind nun einen weiteren Partner hat. Teil der Veranstaltung in der kasachischen Steppe war die Unterzeichnung eines Pre-FEED-Vertrages mit der Firma Genesis, einer 100 %-igen Tochter des französischen Ingenieur- und Technologieunternehmens Technip Energies. Der Pre-FEED-Vertrag werde bis zum Ende dieses Jahres laufen. Unter anderem wolle man bis dahin festlegen, welche Art von Elektrolyseuren zum Einsatz kommen soll.

„Ihre Anwesenheit und Unterstützung unterstreicht die Bedeutung der grünen Wasserstoffproduktion in großem Maßstab. Was wir hier schaffen, ist echte Pionierarbeit: Ein grünes Wasserstoffprojekt in dieser Größenordnung wurde noch nie realisiert“, sagte Svevind-CEO Wolfgang Kropp an Bundespräsident Steinmeier und Premierminister Smaiylov.

 

„Wir können nicht einfach die Bauteile beschaffen und mit dem Bau beginnen. Wir entwickeln hier etwas noch nie Dagewesenes und Neues, das eine genaue und sorgfältige Planung und Bewertung erfordert.“

Festlegung sämtlicher Technologien

Der Arbeitsumfang des Pre-FEED kann in zwei Bereiche unterteilt werden:

  1. Die Pre-FEED für die Parks für erneuerbare Energien (RES), d. h. die Wind- und Solarparks.
  2. Die Pre-FEED für die Industrieanlage zur Herstellung von Wasserstoff und Ammoniak.

Außerdem sollen nun alle erforderlichen technischen Einrichtungen wie z. B. Entsalzungsanlagen, Luftzerlegungsanlagen und Anlagen zum Wassermanagement bestimmt werden.

Kasachstan: Großes Potenzial für erneuerbare Energien

Hyrasia one nutze die enormen erneuerbaren Ressourcen Kasachstans. Gemeint sind insbesondere die Wind- und Sonnenbedingungen am Kaspischen Meer sowie die großen zur Verfügung stehenden Flächen. Zudem sei ein starker politischer Willen hinter dem Projekt, sowohl von kasachischer als auch deutscher bzw. europäischer Seite.

Insgesamt schreite das Vorhaben planmäßig voran: Nach dem Investitionsabkommen mit der kasachischen Regierung im Oktober 2022 habe man nun bereits erste Umweltverträglichkeitsstudien durchgeführt.

Als nächsten Meilensteine sind die endgültige Investitionsentscheidung 2026, der Baubeginn 2027, die erste Produktion und erste Lieferungen 2030 sowie die volle Kapazitätsauslastung ab 2032 geplant.

„Tausende Arbeitsplätze“ und Weiterbildungsoptionen

Wie Svevind CEO-Kropp hervorhob, wolle man in Kasachstan nicht nur die großen Energie- und Rohstoffpotenziale nutzen. Die Zusammenarbeit zähle auch auf die Etablierung neuer, grün ausgerichteter Industrien im Stahl-, Aluminium- und Zementsektor. Zudem könne man mit dem Projekt „Tausende Arbeitsplätzue in der Region Mangystau schaffen:“

„Und wir planen, mindestens 90 Prozent dieser Arbeitsplätze während der Betriebsphase mit lokalen Arbeitskräften zu besetzen. Dafür brauchen wir natürlich bestausgebildete Ingenieure. Deshalb haben wir die Mangystau School of Sustainable Engineering ins Leben gerufen.“

Die Svevind Energy Group hat ein Studienprogramm als akademische Kooperation zwischen deutschen und kasachischen Universitäten initiiert und finanziert es teilweise. Die Mangystau School for Sustainable Engineering soll junge Kasach:innen zu qualifizierten Ingenieur:innen ausbilden, die an Projekten wie Hyrasia one arbeiten können.

Weitere Informationen zum 40-GW-Megaprojekt erhalten Sie hier
(Quelle: Hyrasia One/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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