Abfälle als Wasserstoff-Ressource: Technologieprojekt feiert Richtfest

Ein Konsortium aus Green Hydrogen Technology, RheinEnergie, Hylane und dem Recyclingunternehmen ETG baut eine Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff aus Abfällen. Nun haben die Partner den Rohbau fertiggestellt und das Richtfest der Anlage gefeiert. 2025 soll sie in Betrieb gehen. 

von | 06.12.24

Im Dezember 2020 gründete Harald Mayer Green Hydrogen Technology
© ETG/Lea Theweleit
Abfälle als Wasserstoff-Ressource: Technologieprojekt feiert Richtfest

Wasserstoff dezentral, nachhaltig und günstig herstellen – das ist das Ziel der Kooperation des Greentech-Startups Green Hydrogen Technology (GHT), des Energiedienstleisters RheinEnergie, des Wasserstoff-Lkw-Vermieters Hylane (DEVKGruppe) und des mittelständischen Recyclingunternehmens ETG. Derzeit errichten die Unternehmen eine Pilotanlage, die Abfälle als Ressource für die Produktion von grünem Wasserstoff nutzt. Die Anlage entsteht dem Gelände der ETG in Göppingen. Am 3. Dezember stellten die Partner nun den Rohbau der neuen Wasserstoffanlage fertig und feierten damit das Richtfest des Projekts.

Der Flugstromreaktor, das Herzstück der Anlage, wandelt nicht-recycelbare Reststoffe bei Temperaturen bis zu 1.600 Grad Celsius in ein Synthesegas um. Das von der GHT entwickelte Verfahren extrahiert aus diesem Synthesegas den Wasserstoff in Brennstoffzellenqualität und CO₂ als Kreislaufprodukt. Damit verbindet das Projekt Kreislaufwirtschaft mit Energiewendetechnologien.

1,50 Euro pro Kilogramm Wasserstoff

Die Anlage soll 2025 in den Betrieb gehen und dann jährlich 100 Tonnen klimaneutralen Wasserstoff produzieren. Dies entspricht dem Jahresbedarf einer Wasserstofftankstelle. Abgenommen wird der Wasserstoff von dem Unternehmen Hylane, das mit dem Energieträger seine H₂-Lkw-Flotte betanken will.

Die Wasserstoff-Produktionskosten liegen bei diesem Herstellungsverfahren deutlich unter denen von Elektrolyse-Verfahren. Deswegen könnte die Technologie den Weg für eine breitflächige Wasserstoffversorgung ebnen und das Projekt soll als Blaupause für weitere Anlagen in Deutschland dienen. Robert Nave, CEO der GHT, geht von einem Preis von 5 Euro pro Kilogramm Wasserstoff bei der Pilotanlage und von rund 1,50 Euro pro Kilogramm in den Folgeprojekten aus. Dies erzählte er der H₂News-Redaktion im Interview.

Der Verband Region Stuttgart unterstützt die zweite Projektphase mit 4,3 Millionen Euro. Die Förderung läuft von Mitte 2025 bis Ende 2026.

Details der Partnerschaft:

  • GHT liefert die Technologie
  • RheinEnergie bietet Anlagen im Contracting-Modell
  • Hylane sichert die Wasserstoff-Abnahme
  • ETG stellt die Abfälle bereit und betreibt die Anlage
Zur Website der GHT
(Quelle: Green Hydrogen Technology, RheinEnergie, hylane und ETG/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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