Abo Energy verkauft H2-Hub in Hessen an Tyczka Hydrogen

Der Ökoenergieanbieter Abo Energy GmbH & Co. KGaA hat am 19. August eine Wasserstoffanlage im hessischen Hünfeld-Michelsrombach an den Wasserstoffanbieter Tyczka Hydrogen GmbH verkauft. Die Anlage produziert seit August 2025 grünen H2. Der RFNBO-zertifizierte (Renewable Fuels of Non-Biological Origin) Wasserstoff ist für die Betankung von Brennstoffzellenbussen und -Lkw vorgesehen.

von | 20.08.26

Die Anlage steht im Stadtteil Michelsrombach (Hünfeld) im Landkreis Fulda.
© Abo Energy GmbH & Co. KGaA
Abo Energy verkauft H2-Hub in Hessen an Tyczka Hydrogen

Nach mehreren Jahren Planung sowie 13 Monaten Bauzeit hatte Abo Energy den H2-Hub Hünfeld im Sommer 2025 eingeweiht und in Betrieb genommen. Die Abo Kraft & Wärme AG kümmert sich seitdem um die Betriebsführung.

Elektrolyseur produziert Wasserstoff für Tankstelle und Abfüllanlage

Der H2-Hub umfasst einen Elektrolyseur, eine 350-Bar-Tankstelle und eine Trailer-Abfüllstation. Die zwei Elektrolyse-Systeme des Elektrolyseur-Herstellers Fest GmbH verfügen über eine Gesamtleistung von 5 MW. Sie sollen unter Volllast rund 90 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde erzeugen. Bei Bedarf ließe sich die Leistung auf bis zu 8 MW ausweiten. Jährlich soll der Elektrolyseur bis zu 450 Tonnen Wasserstoff produzieren, der für die Wasserstofftankstelle sowie die Trailer-Abfüllstation vorgesehen ist. Den benötigten Strom sollen Wind- und Solarparks liefern.

Sowohl die Tankstelle als auch die Abfüllanlage stammen von Air Liquide Advanced Technologies GmbH. Im Dezember 2022 hatte Abo Energy mit dem Technologieunternehmen den dazugehörigen Liefervertrag unterschrieben. Neben dem laufenden Tankbetrieb für Brennstoffzellenbusse und -Lkw vor Ort sollen mithilfe der integrierten Abfüllstation auch andere Nutzer mit Wasserstoff beliefert werden, beispielsweise Wasserstofftankstellen ohne eigene Erzeugung.

Wasserstoffproduktion erhält RFNBO-Zertifizierung

Die Wasserstoffproduktion läuft nach Unternehmensangaben seit der RFNBO-Zertifizierung im Juli 2025. Damals erhielt die Anlage laut Abo Energy als eine der ersten in Deutschland das TÜV-Zertifikat nach dem CertifHy EU Voluntary Scheme. Die Zertifizierung weist nach, dass die Anlage ausschließlich grünen Strom für die Produktion des Wasserstoffs verwendet. Außerdem darf der grüne Strom nur aus PPAs (Power Purchase Agreements) stammen, die direkt mit dem Elektrolyseur geschlossen wurden.

Der Begriff RFNBO bezieht sich auf erneuerbar produzierte Energieträger, mit denen Treibhausgasemissionen eingespart werden sollen. Diese Treibhausgasminderungen (THG) werden durch Zertifikate belegt und können auf die gesetzlich vorgeschriebene THG-Minderungsquote angerechnet werden. Daher sei die Zertifizierung insbesondere für Bus- und Logistikunternehmen relevant, um nachweislich grünen Wasserstoff als klimafreundliche Alternative zu herkömmlichen fossilen Kraftstoffen einzusetzen.

Am Zertifizierungsprozess waren nach Unternehmensangaben Abo Kraft & Wärme sowie die Firma Greentrax beteiligt. Greentrax hatte mittels ihrer Software Hydromize unter anderem die CO2-Bilanz für die Wasserstoff-Produktion berechnet und sei nun für die Erstellung und Verwaltung der digitalen Nachhaltigkeitsnachweise verantwortlich.

Förderung im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms

Der H2-Hub wurde im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) mit insgesamt 12 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr gefördert. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäische Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt.

Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.

 

(Quelle: Abo Energy GmbH & Co. KGaA/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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