Am 20. Februar 2026 wurde für das Projekt „Alpine Hydrogen“ ein Antrag zur EU-Förderung bei der EU Hydrogen Bank eingereicht. Das Finanzierungsinstrument sieht Zuschüsse pro produziertem Kilogramm grünen Wasserstoff vor. Ziel des Gebots ist die Produktion von Wasserstoff mit grünem Strom aus Österreich. Der Wasserstoff soll an die Industrie in Tirol geliefert werden.
Hinter dem Vorhaben steht ein Unternehmens-Konsortium – darunter der österreichische Anlagenhersteller Green Hydrogen Development & Investment GmbH, das französische Wasserstoffunternehmen Adele Hydrogen SAS sowie der deutsche Anlagenbauer RCT GH GmbH (RCT).
Das Projekt wird nach Angaben der Unternehmen zudem politisch unterstützt. So liege ein Unterstützungsschreiben des Tiroler Landesrats Mario Gerber vor. Darin werde das Vorhaben als Beitrag zur Dekarbonisierung des Industriestandorts Tirol charakterisiert.
Neuartige Elektrodentechnologie
Im Rahmen des Projekts will das Konsortium neuartige Technologien aus Europa für die Elektroden und Beschichtung in den Elektrolysezellen einsetzen. Dadurch soll der Elektrolyseur höhere Effizienzwerte im Vergleich zu konventionellen Technologien erzielen.
Olivier Bucheli, geschäftsführender Vorsitzender von Adele Hydrogen erklärt: „Mit den in Frankreich entwickelten und hergestellten Elektrodenmaterialien gelingt es nicht nur die Leistung der Elektrolyse um 250% zu steigern, gleichzeitig wird auch die Prozess-Flexibilität erhöht. Damit wird die Integration ins Stromnetz deutlich verbessert.“
1.000 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde
Auf diese Weise gelinge es, die alkalischen Elektrolyseure mit der ursprünglichen Leistung von 2 MW auf 5 MW zu betreiben. Damit könnten pro Stunde 1.000 Kubikmeter Wasserstoff produziert werden. Pro Jahr erwartet das Konsortium die Produktion von circa 500 Tonnen grünem Wasserstoff.
Durch diese Produktionsweise ergebe sich eine Reduktion des CO2-Ausstoßes von mehr als 4.000 Tonnen pro Jahr.
Kosten vergleichbar mit konventionellem H2
Darüber hinaus sollen die projizierten Preise für den Wasserstoff mit konventionellem Wasserstoff, der mit Trailern angeliefert werden muss, konkurrieren können. Auch die Produktionskosten würden denen von vergleichbaren Anlagen entsprechen. Der Grund dafür liegt laut Dr. Eric Rüland, Vizepräsident Sales & Products bei RCT, in dem Einsatz von kostengünstigen Bestandteilen, die auch von internationalen Produzenten bezogen werden sollen.
Zudem soll der Verkauf der Sekundär-Regellast an Stromnetzbetreiber möglich sein, so der CEO bei Green Hydrogen Christian Weinberger. Der Wasserstoff könne dann zur Regelung der Stromnetze genutzt werden. Die Verkaufsmöglichkeit wirke sich ebenfalls positiv auf die auf die Gestehungskosten für den Wasserstoff aus.









