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Ammoniak-Cracker im Hafen von Antwerpen-Brügge erhält europäische Förderung

Air Liquide hat eine EU-Förderung in Höhe von 110 Millionen Euro erhalten. Der Zuschuss aus dem europäischen Innovationsfonds soll das Enhance-Projekt im Hafen von Antwerpen-Brügge finanziell unterstützen. In dem belgischen Hafen plant der Gasproduzent einen Ammoniak-Cracker.

von | 12.12.24

Am Hafen von Antwerpen-Brügge ist ein Anschluss an eine Wasserstoff-Pipeline mit Verbindung nach NRW geplant.
© APchanel - stock.adobe.com
Auch Containerschiffe können Binnengewässer befahren

Der Gasproduzent Air Liquide hat vom Europäischen Innovationsfonds einen Zuschuss in Höhe von 110 Millionen Euro für sein Enhance-Projekt erhalten. Das Projekt zielt auf die Produktion und Verteilung von CO₂-armem und erneuerbarem Wasserstoff mittels Ammoniak im Hafen von Antwerpen-Brügge ab. Mit den Geldern will das französische Unternehmen einen großindustriellen Ammoniak-Cracker sowie eine Wasserstoff-Verflüssigungsanlage in dem belgischen Hafen errichten. Die Ammoniak-Cracker-Technologie basiert auf Erkenntnissen einer Pilotanlage im selben Hafengebiet.

Außerdem soll eine bestehende Wasserstoff-Anlage umgerüstet werden, sodass sie künftig erneuerbares Ammoniak anstelle von Erdgas als Rohstoff nutzen kann. Die Projektkonzeption soll den jährlichen CO₂-Ausstoß um über 300.000 Tonnen reduzieren. Das Vorhaben adressiert schwer zu dekarbonisierende Industriesektoren wie Raffinerien, Chemie sowie Schwerlastverkehr, Schifffahrt und Luftfahrt.

Armelle Levieux, Vorstandsmitglied von Air Liquide, betont die Bedeutung des Projekts: „Die Kombination von Ammoniakkracken und Wasserstoffverflüssigung bietet eine zusätzliche Lösung zur Unterstützung des globalen Wasserstoffmarktes.“

Hintergrundinformationen

Ammoniak kann mit geringem CO₂-Fußabdruck in Regionen mit überschüssigen erneuerbaren Energien produziert werden. Australien, Chile, Marokko und Namibia gehören zu den Schlüsselregionen mit herausragendem Potenzial für grüne Wasserstoff- und Ammoniak-Produktion. Die Produktion von CO₂-armen und erneuerbarem Ammoniak besteht aus zwei Schritten: der Elektrolyse von Wasser mittels Strom aus Solar- und Windenergieanlagen und dem Haber-Bosch-Verfahren, das den Wasserstoff mit Stickstoff zu Ammoniak synthetisiert. Dieser Prozess ermöglicht eine nahezu CO₂-freie Herstellungsmethode im Vergleich zu konventionellen fossilen Produktionsverfahren. Das Produkt ist trotzdem identisch, sodass etablierte Infrastrukturen weiter genutzt werden können. Die globale Nachfrage nach erneuerbarem Ammoniak wächst kontinuierlich. Industriesektoren wie Düngemittelproduktion, Schifffahrt und synthetische Kraftstoffherstellung zeigen zunehmendes Interesse an CO₂-armen Alternativen.

Der Europäische Innovationsfonds ist eines der weltweit größten Förderprogramme für innovative CO₂-arme Technologien. Mit einem Gesamtvolumen von rund 4,6 Milliarden Euro unterstützt die Europäische Union Projekte in Schlüsselsektoren wie erneuerbare Energien, Energiespeicherung, CO₂-Abscheidung und -speicherung sowie industrielle Dekarbonisierungstechnologien. Der Fonds zielt darauf ab, marktnahe Innovationen zu unterstützen, die eine signifikante Reduktion von Treibhausgasemissionen ermöglichen. Gleichzeitig soll durch die Förderung die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie gestärkt werden. Seit seiner Gründung im Rahmen des European Green Deal hat die EU-Kommission 85 Netto-Null-Projekte aus verschiedenen Bereichen mit Fördermitteln unterstützt.

Mehr über die Wasserstoff-Aktivitäten von Air Liquide erfahren Sie in Interview mit Gilles Le Van, Vice President Large Industries and Energy Transition für Mitteleuropa.

(Quelle: Air Liquide/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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