Um klimafreundliche Energieträger im maritimen Umfeld einzusetzen, müssen diese an Bord gelagert, genutzt und in bestehende beziehungsweise künftige Antriebssysteme integriert werden können. Das Projekt AmHyPower betrachtet deshalb die gesamte Systemkette: von der Kraftstoffspeicherung bis zur mechanischen Antriebsleistung. Ziel des Vorhabens ist es, den vorhandenen Bauraum eines Binnenschiffs besser auszunutzen und damit mehr Kraftstoff an Bord unterbringen zu können.
Weitere Projektpartner neben dem Fraunhofer IMM sind das Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP, die Neptun Ship Design GmbH, Baltico GmbH, Noris Automation GmbH, ScanDiesel GmbH sowie die Technologie und AnlagenBau Engineering- und Managementgesellschaft mbH.
Gefördert wird das Verbundprojekt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
Ammoniak-Cracker und Leichtbautank für den Schiffseinsatz
Regenerativ erzeugtes Ammoniak gilt als möglicher Energieträger und kommt ohne Kohlenstoff im Brennstoff aus. Gleichzeitig stellt seine Nutzung erhöhte Anforderungen an Sicherheit, Lagerung und Systemtechnik. Das Projekt verbindet deshalb die Entwicklung eines Antriebssystems mit einem Konzept für einen platzsparenden Leichtbau-Freiformtank.
Das Fraunhofer IMM entwickelt in diesem Rahmen einen Ammoniak-Cracker. Dieser soll Wasserstoff beziehungsweise wasserstoffhaltiges Spaltgas für einen Gasmotor mit einer Leistung von 200 kW bereitstellen.
Gemeinsam mit weiteren Projektpartnern arbeitet das Fraunhofer IGP an einem Leichtbau-Freiformtank aus Faserverbundwerkstoffen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Beständigkeit der Materialien und Klebverbindungen gegenüber Ammoniak sowie die strukturelle Sicherheit des Tanks.
Erkenntnisse sollen auf weitere Bereiche übertragbar sein
AmHyPower verfolgt einen integrierten Entwicklungsansatz, bei dem Kraftstoffspeicherung, Aufbereitung, Motor, Steuerung und Sicherheit als zusammenhängendes System betrachtet werden. Dabei sollen Erkenntnisse entstehen, die über die Entwicklung einzelner Komponenten hinausgehen. Diese seien nach Institutsangaben sowohl für die weitere Auslegung von Ammoniak-Antriebssystemen als auch für deren Integration in unterschiedliche maritime Anwendungen relevant. Zugleich wollen die Projektpartner Grundlagen für weiterführende Fragen der technischen Qualifizierung, Zulassung und Normung schaffen.
Perspektivisch sollen sich einzelne Ansätze zudem auf weitere Einsatzfelder übertragen lassen, etwa auf die Hochseeschifffahrt sowie auf Nutz- und Schienenfahrzeuge.








