Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Ammoniak-Cracking auf See

Das spanische Start-up H2Site hat das nach eigenen Angaben erste On-Board-Ammoniak-Cracking-System in Betrieb genommen. Es erzeuge hochreinen Wasserstoff, der direkt an eine PEM-Brennstoffzelle weitergeleitet wird, deren Strom das Schiff antreibt. Das Unternehmen spricht von einem „Meilenstein auf dem Weg zur Dekarbonisierung des Seetransports".  

von | 11.12.23

Versorgungs-Schiff "Bertha B" im Golf von Biskaya
© H2Site
Ammoniak Cracking H2Site

11. Dezember 2023 | Das spanische Start-up H2Site hat das nach eigenen Angaben erste On-Board-Ammoniak-Cracking-System in Betrieb genommen. Es erzeuge hochreinen Wasserstoff, der direkt an eine PEM-Brennstoffzelle weitergeleitet wird, deren Strom das Schiff antreibt. Das Unternehmen spricht von einem „Meilenstein auf dem Weg zur Dekarbonisierung des Seetransports“.

Der erfolgreiche Test des Ammoniak-Crackers erfolgte Ende November an Bord des Versorgungsschiffs Bertha B im Golf von Biskaya vor der Nordküste Spaniens. Dabei kam ein integrierter Membranreaktor zum Einsatz, auf den das Unternehmen ein Patent angemeldet hat. Mithilfe der Membranreaktoren könne das gesamte Ammoniak umgewandelt werden. Gleichzeitig werde in ein- und demselben Prozessschritt hochreiner Wasserstoff an die P<EM-Brennstoffzelle geliefert, deren Strom ein Schiff antreiben kann.

Im Rahmen des EU-Projekts „H2Ocean“ habe der Cracker so die Hilfsbetriebe der Bertha B versorgt. Entscheidend für den technischen Erfolg sei die Zusammenarbeit mit Unternehmen aus dem Bereich der maritimen Dekarbonisierung gewesen, darunter Zumaia Offshore, Erhardt Offshore, Ajusa und Tecnalia sowie Enagas und ABS.

Ammoniak kann entweder direkt in Motoren verwendet oder in Wasserstoff aufgespalten und anschließend in Brennstoffzellen verwendet werden. Vor der Verwendung des Wasserstoffs ist eine Reinigung erforderlich, insbesondere, wenn noch Spuren von Ammoniak vorhanden sind. Die Aufspaltung bzw. das „Cracking“ von Ammoniak zur Wasserstoff-Rückgewinnung gilt als wichtiges Verfahren in der Wasserstoff-Logistik. Daher arbeiten Forschende weltweit an der Verbesserung der Technologie, z.B. indem der Energieaufwand verringert und die Reinheit des abgespaltenen Wasserstoffs erhöht wird. Kürzlich meldete das britische Unternehmen Sunborn etwa eine erzielte Reinheit von 99,99 %.

Dekarbonisierung des Seetransports mit Ammoniak

Der Seetransport ist laut H2Site für 2 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Durch die Umstellung der verwendeten Kohlenwasserstoffe auf umweltfreundliche Kraftstoffe wie grünen Wasserstoff oder grünes Methanol bzw. Ammoniak entstehe so ein großes Potential zur Emissionsreduktion.

„Wir haben uns bei der Entwicklung darauf konzentriert, den Ammoniakverbrauch so gering wie möglich zu halten, was für die Erweiterung auf Einheiten mit höherer Leistung von entscheidender Bedeutung sein wird.

 

Unsere innovative Membranreaktor-Technologie bringt nicht nur eine Verbesserung der Systemeffizienz, sondern reduziert auch den Platzbedarf der Anlage. Dies ist besonders wichtig für Anwendungen, bei denen der Platz begrenzt ist, wie z. B. an Bord eines Schiffes“, so Jose Medrano, Technical Director von H2SITE.

(Quelle: H2Site/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Partner senken Iridiumgehalt bei der Wasserstoffelektrolyse
Partner senken Iridiumgehalt bei der Wasserstoffelektrolyse

Smoltek Hydrogen und Heraeus Precious Metals haben ihre Entwicklungspartnerschaft für poröse Transportelektroden ausgeweitet, die den Iridiumgehalt in PEM-Elektrolyseuren reduzieren soll. Ab Herbst 2026 wollen die Unternehmen die Langzeitstabilität ihrer nanostrukturierten Katalysatorschicht in einem 3.000-Stunden-Test prüfen. Durch den geringeren Iridiumgehalt soll die Kooperation die Herstellungskosten für grünen Wasserstoff senken.

mehr lesen
HYDROGENGALAXY soll Wasserstoffwissen interaktiv vermitteln
HYDROGENGALAXY soll Wasserstoffwissen interaktiv vermitteln

Mit einer neuen Lernplattform will das Technologieunternehmen Move Technology GmbH die Aus- und Weiterbildung im Wasserstoffbereich digitaler und interaktiver gestalten. Die HYDROGENGALAXY setzt dabei auf Elemente wie Missionen, Storytelling und Fortschrittsanzeigen. Auf der Gamescom 2026 will das Unternehmen in den Austausch mit der Gaming-Branche treten, ab Oktober soll dann die Pilotphase starten. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) und durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

mehr lesen
Thyssenkrupp Nucera steigert Auftragseingang und gibt SOEC-Serienfertigung auf
Thyssenkrupp Nucera steigert Auftragseingang und gibt SOEC-Serienfertigung auf

Die Thyssenkrupp Nucera AG & Co. KGaA hat den Auftragseingang in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/2026 von 241 Millionen auf 471 Millionen Euro beinahe verdoppelt. Eine zentrale Rolle dafür spielt laut dem Anlagenbauunternehmen das Segment Grüner Wasserstoff (gH2). Gleichzeitig gibt Thyssenkrupp Nucera den geplanten Aufbau einer eigenen Serienproduktion für die Hochtemperatur-Elektrolyse (HTE) auf.

mehr lesen

H2 Talk

„Versorgungssicherheit und Klimaschutz sind keine Gegensätze“
„Das Engagement hat riesige Fortschritte für die Elektrolysetechnologie gebracht“
„Unsere neue H₂-Trainingsstrecke nimmt eine europäische Vorreiterrolle ein”

Publikationen

Das Projekt H2home

Das Projekt H2home

Autor: Matthias Block, Steffen Giesel, Andreas Herrmann und Norman Klüber

Das Ziel von H2home war die Entwicklung eines integrativen Systems mit 5 kW elektrischer Leistung zur hocheffizienten Nutzung von elektrischer Energie, Wärme- und Kälteenergie, bereitgestellt auf Basis von 100 % grünem Wasserstoff. Dieses System ist ...

Zum Produkt