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Andalusien: Größte Produktionsstätte für grünen Wasserstoff in Südeuropa

Der Vorstand des spanischen Erdölunternehmens Moeve hat am 2. März die finale Investitionsentscheidung (FID) für das „Andalusian Green Hydrogen Valley“ getroffen. Im Rahmen dessen sollen in Spanien zwei Wasserstoffanlagen errichtet werden. Die erste Projektphase „Onuba“ soll eine Kapazität von 300 MW mit der Option auf eine Erweiterung um weitere 100 MW umfassen. Damit gilt sie als größte Anlage für grünen Wasserstoff in Südeuropa.

von | 18.03.26

Die beiden Anlagen sollen grünen Wasserstoff herstellen
© Moeve
Andalusien Größte Anlage für grünen Wasserstoff in Südeuropa

Den Auftrag für die Errichtung des Elektrolyseurs hat der spanische Konzern an Thyssenkrupp Nucera vergeben. Der Dortmunder Elektrolyseur-Hersteller wurde bereits im Mai 2024 als bevorzugter Lieferant betitelt. Nun haben die beiden Unternehmen einen Vertrag zur Planung, Beschaffung, Fertigung und Lieferung der Elektrolyse-Anlage unterzeichnet.  Der alkalische Elektrolyseur soll aus 15 standardisierten 20-MW-Modulen bestehen und so auf eine Gesamtleistung von 300 MW kommen.

Neben Moeve seien das weltweit aktive Energiewendeunternehmen Masdar sowie der Energieanbieter Enalter, ein Gemeinschaftsunternehmen der spanischen Energieunternehmen Enagás Renovable S.A. und Alter Enersun S.A., involviert. Die Mehrheitsbeteiligung liege bei Moeve, während die anderen Unternehmen Minderheitsanteile übernehmen würden.

Die Gesamtinvestition belaufe sich auf über 1 Milliarde Euro, einschließlich der zugehörigen Infrastruktur und einer Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch.

Förderung durch spanische Regierung

Das Vorhaben wurde von der Europäischen Kommission als Projekt von gemeinsamem Interesse (PCI) anerkannt. Zudem fördere die spanische Regierung den Ausbau des „Andalusian Green Hydrogen Valley“ über das Programm „Hydrogen Valleys“ mit einer Summe von 304 Millionen Euro.

„Hydrogen Valleys“ ist Teil der Aufbau- und Resilienzfazilität, das auf die Stärkung der Wirtschaft nach der Corona-Pandemie abzielt. Finanziert wird das Instrument somit über das Programm „NextGenerationEU“ der Europäischen Union.

Einsatz in Luft- und Seeverkehr

Mit einer Leistung von 300 MW könne „Onuba“ jährlich rund 45.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren und infolge etwa 250.000 Tonnen CO₂-Emissionen pro Jahr einsparen. Diese Reduzierung sei größer als die Gesamtemissionen, die von Personenkraftwagen mit Verbrennungsmotoren in den spanischen Städten Huelva, Cádiz und Jaén verursacht werden.

Der produzierte Wasserstoff soll als Kraftstoff für Luft-, Straßen- und Seeverkehr genutzt werden. Zudem ist er für die Verwendung in der Energieversorgung zur Dekarbonisierung der Chemie- und Düngemittelindustrie vorgesehen.

Baustart in den kommenden Wochen

Im Rahmen des Projeks sind zwei Anlagen zur Produktion von grünem Wasserstoff geplant. Die Anlagen sollen in den Energieparks von Moeve in Palos de la Frontera und San Roque errichtet werden. Der Bau soll nach Unternehmensangaben in den kommenden Wochen beginnen.

Die Umsetzung der zusätzlichen 100 MW hänge unter anderem von der Bereitstellung zusätzlicher Netzkapazitäten ab.

(Quelle: Moeve/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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