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Anlage zur Einspeicherung von Wasserstoff in LOHC entsteht in Dormagen

Im Chempark Dormagen entsteht eine Anlage für die Einspeicherung von grünem Wasserstoff in flüssige organische Träger (sog. Liquid Organic Hydrogen Carrier, LOHC) im industriellen Maßstab. „Im Rahmen unseres Vorhabens machen wir den Dormagener Chempark zur Heimat der weltweit größten Pilotanlage zur Einspeicherung von grünem Wasserstoff in LOHC – wir werden hierfür unsere patentierte Technologie auf […]

von | 04.05.21

Covestro Standort Dormagen
Bild: Covestro

Im Chempark Dormagen entsteht eine Anlage für die Einspeicherung von grünem Wasserstoff in flüssige organische Träger (sog. Liquid Organic Hydrogen Carrier, LOHC) im industriellen Maßstab. „Im Rahmen unseres Vorhabens machen wir den Dormagener Chempark zur Heimat der weltweit größten Pilotanlage zur Einspeicherung von grünem Wasserstoff in LOHC – wir werden hierfür unsere patentierte Technologie auf Basis des LOHC-Trägermediums Benzyltoluol zum Einsatz bringen. Mit der geplanten Anlagenkapazität können etwa 1.800 Tonnen Wasserstoff im Jahr in LOHC eingespeichert werden. Das ist nicht nur ein enormer Fortschritt im Zuge der Skalierung der LOHC-Technologie auf industrielle Größenordnungen. Gleichzeitig entsteht eine der derzeit größten Lieferketten für Grünwasserstoff“, erklärt Dr. Daniel Teichmann, Gründer und Geschäftsführer von Hydrogenious LOHC Technologies. „Wir haben unsere Tochtergesellschaft LOHC Industrial Solutions NRW in Nordrhein-Westfalen gegründet, weil das Rheinische Revier in unseren Augen ein idealer Standort für die Erprobung und Etablierung innovativer Wasserstoff-Wertschöpfungsketten ist. Das Forschungszentrum Jülich mit seinem Institut für Energie- und Klimaforschung ist zudem auf diesem Gebiet ein starker Motor und kongenialer Partner für die wissenschaftliche Begleitforschung.“

Beteiligte Partner

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt das Vorhaben mit Fördermitteln aus dem Programm „progres.nrw – Innovation“ in Höhe von insgesamt 9 Millionen Euro. Die in Krefeld ansässige Tochter von Hydrogenious LOHC Technologies, die LOHC Industrial Solutions NRW GmbH, übernimmt die Projektleitung und den Anlagenbetrieb. Die Erlanger Muttergesellschaft kann mit ihrer proprietären LOHC-Technologie den Schlüsselbaustein und das entsprechend skalierte Anlagensystem einbringen. Ihr Investor Covestro Deutschland AG stellt die Standortfläche und zukünftig den grünen Wasserstoff zur Verfügung. Wissenschaftlicher Partner ist das Forschungszentrum Jülich mit seinem Institut für Energie- und Klimaforschung. Dorthin fließen 2 Millionen Euro der Fördermittel für begleitende wissenschaftliche Untersuchungen. Mit dem Co-Investor Royal Vopak wird zudem eine Projekterweiterung mit möglichem Aufbau einer Lieferkette für den grünen Wasserstoff bis nach Rotterdam geplant. Dort würde dieser aus dem LOHC freigesetzt und vor allem in den Bereichen Mobilität und Industrie genutzt werden.

Prof. Dr. Peter Wasserscheid, Direktor am Institut für Energie und Klimaforschung des Forschungszentrums Jülich und Direktor des Helmholtz-Instituts Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HI ERN) hat die LOHC-Technologie maßgeblich mitentwickelt: „Die geplante Anlage in Dormagen stellt eine deutliche Hochskalierung der Wasserstoffspeicherung in das LOHC-System Benzyltoluol dar und weist etwa eine zwanzigfache Einspeicherleistung gegenüber den bisherigen Anlagengrößen auf. In unserer Begleitforschung konzentrieren wir uns im Projekt auf drei Aspekte: Das Katalysatorverhalten im Realbetrieb, mögliche Einflüsse der LOHC- bzw. Wasserstoffqualität auf den Einspeicherprozess und auf die Weiterentwicklung industriell nutzbarer Qualitätssicherungsverfahren für unser LOHC-System.“

Erzeugte Wärmeenergie ins Energienetz von Dormagen integrieren

Ein Schwerpunkt des Vorhabens liegt darin, die beim LOHC-Einspeicherprozess freiwerdende Wärmeenergie in das Dampfnetz und damit in die Energieversorgung des Standorts in Dormagen zu integrieren. Der Gesamtwirkungsgrad des LOHC-Kreislaufs kann so signifikant gesteigert werden. Die Anlageninbetriebnahme ist für 2023 vorgesehen. Covestro Deutschland AG plant, dafür den grünen Wasserstoff zu liefern. Dieser wird am Standort zukünftig als industrielles Nebenprodukt anfallen.

Das Projekt „Einspeicherung von grünem Wasserstoff in LOHC im Tonnenmaßstab am Standort Dormagen“ (Projektname HECTOR) wird gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

(Quelle: Hydrogenious)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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