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Auszeichnung „Leuchtturmprojekt 2022“ für Stadtwerke Aschaffenburg

Der Umweltcluster Bayern verleiht sein Gütesiegel an ein Projekt, das Flächensanierung mit Energiegewinnung und Grundwasserschutz verbindet. Aschaffenburg gilt in Bayern als Wasserstoff-Modellregion und besitzt beim Ausbau der Infrastruktur für Wasserstoff-Tankstellen eine Vorreiterrolle.

von | 04.11.22

04. November 2022 | Der Umweltcluster Bayern verleiht sein Gütesiegel an ein Projekt, das Flächensanierung mit Energiegewinnung und Grundwasserschutz verbindet. Aschaffenburg gilt in Bayern als Wasserstoff-Modellregion und besitzt beim Ausbau der Infrastruktur für Wasserstoff-Tankstellen eine Vorreiterrolle.

Seit über 50 Jahren ist die Stadt Aschaffenburg Eigentümerin einer schweren Altlast: die Deponie Karlstein-Dettingen.  Bis zur Stilllegung im Jahr 1972 wurden hier rund 8000 Kubikmeter Hausmüll, Industrieabfälle, Bauschutt, Erdaushub und Sperrmüll abgeladen.

Ein Teil der Altdeponie, der in das Grundwasser hineinreicht, wurde seit 20 Jahren beobachtet und durch den Projektpartner R & H Umwelt GmbH untersucht.  Die langwierige Suche nach einer zeitgemäßen Sanierung mündete in einen Zukunftsplan, der mit dem Leuchtturmprojekt 2022 des Umweltcluster Bayern ausgezeichnet wurde.

Neue Energien aus alten Lasten

Der Plan der Stadtwerke Aschaffenburg verbindet Umweltschutz, Energiegewinnung und Energieversorgung. So wird auf der Altdeponie der Bau einer Photovoltaik-Anlage geplant, deren jährliche Leistung dem Stromverbrauch von rund 1.200 Haushalten entspricht.

Die dabei gewonnene Energie soll nicht nur in das öffentliche Netz eingespeist, sondern durch die lokale Produktion von Wasserstoff in weiteren Sektoren genutzt werden.

„Das Sektorenkopplungs-Vorhaben auf der Altdeponie Karlstein-Dettingen ist eine zukunftsweisende Lösung in einer Zeit, in der Fragen einer nachhaltigen Energiegewinnung und -sicherung immer wichtiger werden“, betont Alfred Mayr, Geschäftsführer des Umweltclusters.

 

„Das Projekt der Stadtwerke Aschaffenburg überzeugt uns in mehreren Aspekten. Zum einen wird eine dringend notwendige Deponiesanierung mit regenerativer Energieerzeugung verknüpft. Zum anderen wird ein Teil der Stromenergie in Wasserstoff umgewandelt, um diesen in anderen Zweigen zu nutzen.

 

Außerdem wird über die Photovoltaikanlage ein Teil des Regenwassers abgeleitet, wodurch das Einsickern von Schadstoffen in das Grundwasser erheblich reduziert wird. Dieses Gesamtkonzept auf umwelttechnologisch hohem Niveau verdient unsere Auszeichnung als Leuchtturmprojekt 2022.“

Modellregion für Wasserstoff

Aschaffenburg gilt in Bayern als Wasserstoff-Modellregion und besitzt beim Ausbau der Infrastruktur für Wasserstoff-Tankstellen eine Vorreiterrolle. Damit passt das Sektorenkoppelungs-Vorhaben auf der Altdeponie Karlstein-Dettingen genau in diesen Ansatz.

Die erste öffentliche Wasserstoff-Tankstelle soll Ende 2023 auf dem Gelände der städtischen Verkehrsbetriebe in Betrieb gehen. Kooperieren, Vernetzen und Innovationen vorantreiben.

Seit 2008 fördert der Umweltcluster Bayern visionäre Umwelttechnologien. Mit umwelttechnologischen Projekten und Arbeitskreisen verbindet der Umweltcluster die Kompetenzen seiner Mitglieder und entwickelt beispielsweise Lösungen zur Abfallvermeidung, Substitution durch biobasierte Alternativen und zirkuläres Wirtschaften.

Sein Prädikat „Umweltcluster Leuchtturmprojekt“ zeichnet jedes Jahr ein innovatives Projekt aus, das einen vorbildlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Umwelttechnologie in Bayern leistet und dadurch auch zur Verbesserung der Klima- und Umweltsituation beiträgt.

 

(UmweltCluster Bayern/2022)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Verleihung des Leuchtturm 2022, v.l.: Peter Svoboda und Manfred Eberle (R & H Umwelt GmbH), Alfred Mayr (Umweltcluster Bayern), Dieter Gerlach (Stadtwerke Aschaffenburg) sowie die Bürgermeister Dennis Neßwald, Eric Leiderer und Peter Kreß (Quelle: Umweltcluster Bayern)

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