Die rund 17 Kilometer lange Trasse bildet den deutschen Abschnitt des grenzüberschreitenden Wasserstoffprojekts MosaHYc (moselle-saar-Hydrogen conversion). Sie soll künftig Wasserstoff aus Frankreich ins Saarland transportieren. Zum offiziellen Startschuss der Bauarbeiten kamen hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft nach Wallerfangen.
Anke Rehlinger, Ministerpräsidentin des Saarlandes, bezeichnete den Spatenstich als sichtbares Zeichen für ein neues Kapitel der Industrieregion und sagte, das Saarland schaffe damit die Infrastruktur, um seine Industrie klimafreundlicher und wettbewerbsfähig in die Zukunft zu führen.
Der Festakt fand am Ortsteil Oberlimberg der Gemeinde Wallerfangen statt, in unmittelbarer Nähe des künftigen Leitungsverlaufs. Rafael Sierra Garrido, Geschäftsführer der Creos Deutschland GmbH, verwies darauf, dass das grenzüberschreitende Projekt nur gelingen könne, weil Menschen und Unternehmen über Ländergrenzen hinweg an einem gemeinsamen Ziel arbeiteten – gerade in einer Zeit, in der internationale Verständigung nicht mehr selbstverständlich erscheine, sei das ein starkes Zeichen.
Von der Planung in die Bauphase
Das Wasserstoff-Projekt MosaHYc soll zukünftig die Netze zweier Länder verbinden. Den deutschen Teil errichtet Creos zwischen Leidingen und Dillingen. Auf französischer Seite stellt der Netzbetreiber NaTran France rund 20 Kilometer bestehende Leitungen um und baut fünf Kilometer neu. Die neue Leitung entsteht dort von Leidingen in Richtung Bouzonville. Der deutsche Projektteil trägt den Status Important Project of Common European Interest (IPCEI) und erhält Fördermittel von Bund und Land.
Der Planfeststellungsbeschluss für den deutschen Abschnitt erging im Juli 2026 und ist bestandskräftig. Mit dem Baustart im August 2026 beginnen die Rohr- und Tiefbauarbeiten. Nach aktueller Projektplanung dauert die Bauphase rund eineinhalb Jahre. Für Creos ist es bereits die zweite grundlegende Umstellung des Netzes: Geschäftsführer Frank Gawantka verwies darauf, dass das Unternehmen sein Netz in den siebziger Jahren von Kokereigas auf Erdgas umgestellt habe und nun die Umstellung von Erdgas auf Wasserstoff beginne.
Baustein für ein europäisches Wasserstoffnetz
Die Leitung schafft die Voraussetzung, Wasserstoff grenzüberschreitend zu transportieren und industriellen Großverbrauchern zur Verfügung zu stellen. MosaHYc ist damit Teil einer größeren europäischen Wasserstoffinfrastruktur. Im Zusammenspiel mit dem deutschen Wasserstoff-Kernnetz und weiteren europäischen Projekten wie HY4LINK und HYFEN ermöglicht die Anbindung perspektivisch auch den Transport von importiertem Wasserstoff aus Norddeutschland sowie über die iberische Halbinsel, Luxemburg und Belgien.
Auch aus Luxemburg kam Zustimmung. Wirtschaftsminister Lex Delles sagte, MosaHYc bedeute für sein Land einen weiteren Schritt hin zu einer vernetzten europäischen Wasserstoffinfrastruktur und lege den Grundstein für künftige Verbindungen zu den Nachbarnetzen. Mehr Wasserstoffinfrastruktur bedeute mehr Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz für Luxemburg und die Großregion.











