Batterie und Brennstoffzelle: Neuer Mercedes-Bus nutzt Wasserstoff

Auf dem Global Public Transport Summit in Barcelona hat die Merecedes-Tochter Daimler Buses sämtliche Details ihres ersten serienmäßigen Elektrobusses mit Brennstoffzelle enthüllt. Parallel dazu geht die Gelenkbusvariante des eCitaro fuel Cell nun in Serie.

von | 07.06.23

Laut Mercedes kann der eCitaro fuel cell dank seiner Brennstoffzelle bis zu 400 km fahren, ohne zu laden
Daimler Buses/Mercedes Benz
Laut Mercedes kann der eCitaro fuel cell dank seiner Brennstoffzelle bis zu 400 km fahren, ohne zu laden

07. Juni 2023 | Auf dem Global Public Transport Summit in Barcelona hat die Merecedes-Tochter Daimler Buses sämtliche Details ihres ersten serienmäßigen Elektrobusses mit Brennstoffzelle enthüllt. Parallel dazu geht die Gelenkbusvariante des eCitaro fuel Cell nun in Serie.

Der eCitaro fuel cell kombiniert die Lithium-Ionen-Batterien von Mercedes-Benz mit einer Brennstoffzelle, die als Range-Extender fungiert. Je nach Modell verfügt die Batterie über eine Kapazität von 294 kWh (Solobus) oder 392 kWh (Gelenkbus). Die Brennstoffzelle stammt von Toyota und besitzt eine Leistung von 60 kW. Wann die Solovariante des Busses auf den Markt kommen wird, ist derzeit noch ebenso unbekannt wie der Preis der Fahrzeuge.

Der Gelenkbus besitze eine Reichweite von 350 km; 400 km sollen es beim Solo-Modell sein. Damti sei das Fahrzeug nicht auf Zwischenladungen angewiesen und werde ausschließlich per Stecker mit bis zu 150 kW im Depot aufgeladen. Die vollständigen Fahrzeugdaten finden Sie hier.

Der Autohersteller bezeichnet den Bus als „ideale Ergänzung für Verkehrsbetriebe mit bestehendem Batterie-elektrischem Fuhrpark, die ihre langen Umläufe ohne Nachladen und ohne zusätzliche Busse bedienen wollen“.

Vor dem Serienstart: Wasserstofftechnologie auf dem Prüfstand

Vor dem Serienstart in diesem Monat stand laut Mercedes insbesondere das neue Brennstoffzellen- und Wasserstoffsystem im Fokus der Sicherheits- und Funktionstests. Die Wasserstofftanks habe man nach der neuen Norm UN ECE R 134 auf Feuer-, Schlag- und Temperaturfestigkeit geprüft. Das Thermomanagement nutze den Wärmeeintrag aus der Brennstoffzelle. Es sei Labor- und Praxistests in besonders heißen wie kalten Umgebungen unterzogen worden.

Mercedes habe sich bewusst zu einen Antrieb mit großer Batteriekapazität und kompakter Brennstoffzelle entschieden. Der Grund: Netz-Strom bleibe mittelfristig günstiger als Wasserstoff. Die Brennstoffzelle des eCitaro fuel cell dient daher ausschließlich zur Reichweitenverlängerung.

Zwei Betriebsmodi für zwei Antriebe

Eine intelligente Steuerung regelt die Dynamik der beiden Systeme. Zwei Betriebsmodi werden unterschieden:

  • „Maximale Reichweite“: Batterieladung und Wasserstoff werden maxi­mal ausgeschöpft.
  • „Minimaler H2-Verbrauch“: Antrieb und Nebenverbrauch werden aus der Batterie gespeist. Die Brennstoffzelle steuert Energie nur soweit zu, wie es zum Erreichen der eingestellten Reichweite nötig ist.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

(Quelle: Daimler Buses/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Green Hydrogen Hub Stuttgart erhält vier Wasserstoffspeicher
Green Hydrogen Hub Stuttgart erhält vier Wasserstoffspeicher

Am Green Hydrogen Hub Stuttgart (GH2S) sind vier Niederdruckspeicher mit einer Gesamtkapazität von rund 2.100 Kilogramm Wasserstoff aufgestellt worden. Die Tanks sind laut Angaben der Stadtwerke Stuttgart GmbH (SWS) ein wichtiger Schritt für die Wasserstoffversorgung der Region Stuttgart. Der GH2S ist Teil eines Wasserstoff-Gesamtprojekts am Stuttgarter Hafen.

mehr lesen
Deutscher Kapazitätsmechanismus: Neue Gaskraftwerke müssen H2-ready sein
Deutscher Kapazitätsmechanismus: Neue Gaskraftwerke müssen H2-ready sein

Die Europäische Kommission hat Anfang September grünes Licht für den deutschen Kapazitätsmechanismus gegeben: Deutschland darf den Aufbau neuer steuerbarer Kapazitäten in Milliardenhöhe fördern. Neue Kraftwerke müssen dabei H2-ready sein. Die erste Ausschreibungsrunde für die Bereitstellung der Kapazitäten startet am 8. September.

mehr lesen
Siemens Energy: Geschäftsbereich Transformation of Industry wird eigenständig
Siemens Energy: Geschäftsbereich Transformation of Industry wird eigenständig

Die Siemens Energy AG will ihren Geschäftsbereich Transformation of Industry rechtlich und operativ verselbstständigen. Das Geschäft soll unter der Marke Omterra auftreten. Ziel sind mehr unternehmerische Flexibilität sowie die Erschließung zusätzlicher Wachstumsmöglichkeiten. Das Geschäftsportfolio umfasst weiterhin Elektrolyseure für die Wasserstoffproduktion.

mehr lesen

H2 Talk

„Der Mittelstand ist das Kraftwerk unserer Wirtschaft"
„Versorgungssicherheit und Klimaschutz sind keine Gegensätze“
„Das Engagement hat riesige Fortschritte für die Elektrolysetechnologie gebracht“

Publikationen

Das Projekt H2home

Das Projekt H2home

Autor: Matthias Block, Steffen Giesel, Andreas Herrmann und Norman Klüber

Das Ziel von H2home war die Entwicklung eines integrativen Systems mit 5 kW elektrischer Leistung zur hocheffizienten Nutzung von elektrischer Energie, Wärme- und Kälteenergie, bereitgestellt auf Basis von 100 % grünem Wasserstoff. Dieses System ist ...

Zum Produkt