Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Baubeginn des unterirdischen Wasserstoffspeichers von EWE

Energiedienstleister EWE hat mit den Baumaßnahmen für eine Wasserstoff-Testkaverne in Rüdersdorf begonnen. In der Kaverne soll 100 Prozent Wasserstoff gespeichert werden. In Rüdersdorf hat EWE bereits zwei seiner insgesamt 37 Erdgaskavernen im Salzgestein gebaut. Seit 2007 speichert das Unternehmen darin Erdgas. Die Bohrung für eine weitere Kaverne ist bereits vorhanden. Diese nutzt EWE für die […]

von | 02.03.21

In 1.000 Metern Tiefe entsteht die Testkaverne
Foto: EWE/C3 Visual Lab
EWE errichtet Testkaverne für Wasserstoff

Energiedienstleister EWE hat mit den Baumaßnahmen für eine Wasserstoff-Testkaverne in Rüdersdorf begonnen. In der Kaverne soll 100 Prozent Wasserstoff gespeichert werden.

In Rüdersdorf hat EWE bereits zwei seiner insgesamt 37 Erdgaskavernen im Salzgestein gebaut. Seit 2007 speichert das Unternehmen darin Erdgas. Die Bohrung für eine weitere Kaverne ist bereits vorhanden. Diese nutzt EWE für die Aussolung der Wasserstoff-Testkaverne. Mit 500 Kubikmetern Fassungsvermögen wird der Kavernenspeicher das Volumen eines Einfamilienhauses haben. Im ersten Schritt wurde auf der bereits vorhandenen Bohrung ein Bohrturm errichtet. Anschließend wird EWE bis Anfang April ein Stahlrohr von der Erdoberfläche bis in 1.000 Meter Tiefe einbauen und einzementieren. Dieses wird die spätere Testkaverne mit der Erdoberfläche verbinden. Anschließend kann mit der Aussolung der Testkaverne begonnen werden.

Erneuerbare Energie in Form von Wasserstoff speichern

„Wir erhoffen uns im Rahmen des Forschungsvorhabens insbesondere Erkenntnisse darüber, welchen Reinheitsgrad der Wasserstoff nach dem Ausspeichern aus der Kaverne hat“, sagt EWE-Projektleiter Hayo Seeba. Dieses Kriterium sei besonders wichtig für die Wasserstoffanwendung im Mobilitätssektor. Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft sei insgesamt ein zwingend notwendiger Schritt hin zu einem nachhaltigen und klimaschonenden Energiesystem. Wasserstoffspeichern kommen Seeba zufolge dabei eine besondere Bedeutung zu. „Sie sind unerlässlich, um Wasserstoff als Energieträger bedarfsgerecht zur Verfügung stellen zu können“, erklärt der EWE-Projektleiter. Das durch erneuerbare Energien aus Wasser gewonnene Gas habe den Vorteil, dass es anders als zum Beispiel aus Sonnenlicht und Wind erzeugter Strom gespeichert und jeder Zeit transportiert werden kann. „Das heißt, erneuerbare Energien können zukünftig in Form von Wasserstoff großtechnisch gespeichert werden und zum Einsatz kommen, wenn sie gebraucht werden“, so Seeba weiter.

Kooperation mit dem DLR

Bei dem Projekt mit dem Namen HyCAVmobil kooperiert EWE mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme untersucht unter anderem die Qualität des Wasserstoffs während des Speicherns und nach der Entnahme aus der Kaverne.

Die Erkenntnisse, die die kleine Forschungskaverne liefert, sollen problemlos auf Kavernen mit dem 1.000-fachen Volumen übertragbar sein. Ziel sei es, zukünftig Kavernen mit Volumina von 500.000 Kubikmetern zur großtechnischen Wasserstoffspeicherung zu nutzen. Allein EWE verfügt mit 37 Salzkavernen über 15 Prozent aller deutschen Kavernenspeicher, die sich perspektivisch zur Speicherung von Wasserstoff eignen könnten.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Milliarden aus Corona-Fonds fließen in Energiewende und Wasserstoffprojekte
Milliarden aus Corona-Fonds fließen in Energiewende und Wasserstoffprojekte

Die EU-Kommission hat 4,6 Milliarden Euro aus der europäischen Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) an Deutschland ausgezahlt. Es handelt sich um die dritte Zahlung im Rahmen des nationalen Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP). Die Mittel sollen unter anderem Wasserstoffprojekte fördern. Der Fonds wurde 2021 als Reaktion auf die Corona-Pandemie aufgelegt. Mindestens 37 Prozent der Mittel müssen in Klimaschutzmaßnahmen investiert werden.

mehr lesen
100 Prozent Wasserstoff im Flugtriebwerk: Testlauf erfolgreich abgeschlossen
100 Prozent Wasserstoff im Flugtriebwerk: Testlauf erfolgreich abgeschlossen

Die Fluggesellschaft EasyJet Airline Company Ltd. und der Triebwerke-Hersteller Rolls-Royce Holdings plc haben den Betrieb eines Flugzeugtriebwerks mit Wasserstoff erfolgreich getestet. Ausgelegt ist das Strahltriebwerk auf den Einsatz in Schmalrumpfflugzeugen. Der Bodentest ist das Ergebnis eines mehrjährigen Entwicklungsprogramms, das auf die Reduzierung von CO₂-Emissionen im Luftverkehr abzielt.

mehr lesen
Uber investiert in Ausbau von Wasserstoff-Taxis in Paris
Uber investiert in Ausbau von Wasserstoff-Taxis in Paris

Die Mobilitätsunternehmen Uber und Hysetco haben Ende April eine Partnerschaft zur Dekarbonisierung städtischer Mobilität geschlossen. Die Kooperation zielt darauf ab, das Angebot von Wasserstoff-Taxis in Paris auszubauen. Uber will in diesem Rahmen Hysetco finanziell unterstützen.

mehr lesen

H2 Talk

„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“ Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH)
„Ab 2026 könnten wir über den THG-Quotenhandel 15 Euro pro Kilogramm Wasserstoff erzielen“
„Wasserstoff ist in der industriellen Prozesswärme eine ‚No-Regret-Option‘“

Publikationen

Gasqualitäten im veränderten Energiemarkt

Gasqualitäten im veränderten Energiemarkt

Erscheinungsjahr: 2020

Das Werk umfasst eine Sammlung praxisorientierter Fachbeiträge aus den Zeitschriften gwf Gas + Energie, PROZESSWÄRME und „gwi – gaswärme international“, die den Lesern einen Überblick über die Neuerungen, die sich für Gasanwender und -versorger aus ...

Zum Produkt

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Autor: Raphael Niepelt, Rolf Brendel

Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement für die Transformation und Defossilierung des Energiesystems. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat sich die Politik klar zu grünem Wasserstoff bekannt, wobei der Bedarf vor allem über Importe aus ...

Zum Produkt

Wasserstoffeinspeicherung mit  bestehenden Erdgasverdichtern

Wasserstoffeinspeicherung mit bestehenden Erdgasverdichtern

Autor: Johann Lenz und Patrick Tetenbor

Zur Verdichtung von Wasserstoff mit bestehenden Erdgasverdichtern wird sich aufgrund verschiedener Parameter eine neue Ära der Kolbenverdichter entwickeln. Um aus schwingungstechnischer Sicht weiterhin einen sicheren Betrieb zu gewährleisten, sind ...

Zum Produkt