Bayern erhält erste Wasserstoffleitung „spätestens 2025“

Der Aufsichtsrat des Fernleitungsbetreibers bayernets GmbH hat einem Personalaufbau zugestimmt. Die zusätzlichen Kräfte sollen die Wasserstoffpläne des Unternehmens unterstützen. Die erste Leitung sei spätestens 2025 betriebsbereit. 

von | 24.02.23

24. Februar 2023 | Der Aufsichtsrat des Fernleitungsbetreibers bayernets GmbH hat einem Personalaufbau zugestimmt. Die zusätzlichen Fachkräfte sollen die Wasserstoffpläne des Unternehmens unterstützen. Die erste Leitung sei spätestens 2025 betriebsbereit.

Mit dem neuen Personal will bayernets die Entwicklung des Wasserstofftransportnetzes in Bayern und Deutschland forcieren:

„Aktuell werden in unserem Bundesland mit Hochdruck die technischen Voraussetzungen geschaffen, um die Energiewende zu gestalten. Doch dafür benötigen wir noch mehr Fachkräfte. Die Entscheidung unseres Aufsichtsrates stärkt uns – und manifestiert unsere zentrale Rolle in dieser wichtigen Frage“, sagt bayernets-Geschäftsführer Dr. Matthias Jenn.

Leitungsumstellung auf Wasserstoff läuft

Spätestens 2025 soll die erste Wasserstoffleitung in Bayern betriebsbereit sein.

„Die Zeichen der Zeit sind deutlich. Und wir wissen, dass die gesamte bayernets GmbH schon in wenigen Jahren zu großen Teilen in den Aufbau eines funktionierenden Wasserstoffnetzes involviert sein wird. Mit deutlich mehr Personal können wir diese Herausforderung meistern – gemeinsam für ein nachhaltiges und bedarfsgerechtes Energiesystem der Zukunft“, erklärt Jenn.

Aktuell ist der Betreiber mit einer Leitungsumstellung im Chemiedreieck Bayern beschäftigt: Im Südosten des Bundeslandes werden Wasserstoffquellen und -senken miteinander verbunden. Die Region soll den Startpunkt des Wasserstoffhochlaufs in Bayern bilden. Den Kern bildet ein Umstellprojekt, das erste des Netzgebietes, bei dem bayernets 14 km Leitungssystem vom Erdgasnetz abtrennen und als Wasserstoffnetz stufenweise ausweiten und international anbinden will.

„Das Chemiedreieck hat derzeit einen Erdgas-Bedarf von 6 TWh pro Jahr. Durch die Substitution fossiler Energieträger benötigen die dort ansässigen Industrieunternehmen bereits im Jahr 2030 zwei TWh Wasserstoff“, so Jenn weiter.

Weitere Projekte in der Pipeline

Mit dem Projekt „HyPipe Bavaria – The Hydrogen Hub“ setzt das Münchner Unternehmen auf Synergien zwischen Wasserstoff- und Gasnetzbetrieb. So würden für den Netzaufbau zu 95 % bestehende Erdgasleitungen genutzt und bis 2030 rund 300 km Wasserstofftransportleitungen in Südbayern realisiert.

„Mit unserem Wasserstoffstartnetz sind wir künftig an die Netze Baden-Württembergs, Österreichs und somit in der Konsequenz auch an die europäische Wasserstoffinfrastruktur angeschlossen. Kurz: Wir bilden das Wasserstoffdrehkreuz in Südbayern“, erklärt der Geschäftsführer.

Dazu kommen weitere Regionalprojekte wie das Cluster Ingolstadt. Im Großraum der oberbayerischen Stadt soll eine Wasserstoffinfrastruktur entstehen, die die dortige Industrie und die Region mit Wasserstoff versorgt.

Bayernets Wasserstoff

bayernets‘ Wasserstoffpläne (Quelle: bayernets)

(Quelle: bayernets/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

bayernets' geplante Wasserstoffleitungen (Quelle: bayernets)

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