Bayernflotte: Brennstoffzellen-Lkw gehen in den Praxistest

Der Fahrzeughersteller MAN Truck & Bus SE hat drei Brennstoffzellen-Lkw an das Transportunternehmen LoadFox Transport Solutions GmbH übergeben. Die Fahrzeuge werden nun drei Monate lang im regulären Betrieb in Bayern erprobt. Dies markiert nach Unternehmensangaben den finalen Schritt des Forschungsprojekts Bayernflotte.

von | 11.08.26

LoadFox Transport Solutions ist im Projekt als operativer Logistikpartner tätig.
© MAN Truck & Bus SE
Bayernflotte Brennstoffzellen-Lkw gehen in den Praxistest

Im Forschungsprojekt Bayernflotte hat die Straßenerprobung wasserstoffbetriebener Lkw begonnen. MAN Truck & Bus übergab dazu drei Brennstoffzellen-Lkw an LoadFox Transport Solutions. Die Fahrzeuge würden in einem Zeitraum von drei Monaten im regulären Logistikbetrieb eingesetzt. Die Routen sollen zwischen den MAN Truck & Bus-Standorten München, Dachau und Nürnberg sowie auf weiteren Strecken im süddeutschen Raum verlaufen.

LoadFox Transport Solutions ist ein von MAN Truck & Bus aufgebautes Inhouse-Transportunternehmen, das unter anderem Prototypenfahrzeuge unter realen Bedingungen erprobt.

Das 2022 gestartete Projekt Bayernflotte wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert. Die Fördersumme beträgt 8,2 Millionen Euro.

Brennstoffzelle und Batterie treiben Lkw an

Die eingesetzten Lkw basieren nach Unternehmensangaben auf einem elektrischen Antriebssystem, bei dem gasförmiger Wasserstoff in elektrische Energie umgewandelt wird. Kernkomponente sei dabei ein Brennstoffzellensystem des Projektpartners Robert Bosch GmbH. Hochvoltbatterien ergänzten die Energieversorgung, um Lastspitzen abzudecken und Rekuperationsenergie zu speichern. Die elektrische Antriebsachse AxTrax 2 dual von dem Technologiekonzern ZF Friedrichshafen AG übernehme den Antrieb der Fahrzeuge.

Hinter dem Fahrerhaus befindet sich der Technikturm der Brennstoffzellen-Lkw.

Hinter dem Fahrerhaus befindet sich der Technikturm der Brennstoffzellen-Lkw. © MAN Truck & Bus SE

Lkw erreichen bis zu 500 Kilometer Reichweite

Der Wasserstoff werde in 700-Bar-Drucktanks des französischen Automobilzulieferers Forvia SE mit einer aktuell installierten Kapazität von 36 Kilogramm gespeichert. Die Fahrzeuge seien für eine Reichweite von rund 450 bis 500 Kilometern ausgelegt und verfügten über eine Antriebsleistung von 350 kW. Im Praxiseinsatz liege der Verbrauch bei etwa sieben bis acht Kilogramm Wasserstoff pro 100 Kilometer.

Mit einem Eigengewicht von rund 11,5 Tonnen und einer ausgelegten Zuggesamtmasse von bis zu 42 Tonnen würden die Fahrzeuge den Anforderungen im schweren Verteiler- und Fernverkehr entsprechen.

Unternehmen sieht Wasserstoff als Ergänzung zum Batterieantrieb

Die im Projekt gewonnenen Daten sollen systematisch ausgewertet und in die Weiterentwicklung von Wasserstofftechnologien innerhalb des Transportunternehmens Traton SE fließen. MAN Truck & Bus ist eine Tochtergesellschaft von Traton.

Der Fahrzeughersteller sieht batterieelektrische Nutzfahrzeuge langfristig als dominierende Technologie im Straßengütertransport. Wasserstofftechnologien könnten laut Unternehmen eine ergänzende Rolle in spezifischen Anwendungen spielen, etwa auf sehr langen Transportstrecken oder in Regionen mit unzureichender Ladeinfrastruktur. Zu diesen Technologien würden sowohl Brennstoffzellen als auch der bereits in einer Kleinserie eingeführte Wasserstoffverbrenner MAN hTGX zählen.

 

(Quelle: MAN Truck & Bus SE/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Bagger rollen bei mosaHYc: Saarland startet Bau der ersten Wasserstoffleitung
Bagger rollen bei mosaHYc: Saarland startet Bau der ersten Wasserstoffleitung

Die Creos Deutschland GmbH hat Ende August in Wallerfangen mit einem symbolischen Spatenstich den Bau der ersten Wasserstoffleitung im Saarland gestartet. Zwischen Leidingen und Dillingen entsteht damit der deutsche Abschnitt des grenzüberschreitenden Projekts MosaHYc, das künftig Wasserstoff aus Frankreich ins Saarland transportieren soll. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg haben den Baustart gemeinsam eingeläutet.

mehr lesen
Wasserstoff-Importterminal Wilhelmshaven startet in die nächste Entwicklungsphase
Wasserstoff-Importterminal Wilhelmshaven startet in die nächste Entwicklungsphase

Uniper SE hat die erste Phase der Open Season für das geplante Wasserstoff-Importterminal Wilhelmshaven abgeschlossen. Im Rahmen der Expression-of-Interest-Phase (EoI) konnten sich Interessenten für die Kapazitätsvergabe anmelden. Nun liegen nach Angaben des Energieversorgungsunternehmens ausreichend Kapazitätsreservierungen vor, um die zweite Phase des Projekts zu beginnen. Das Terminal soll künftig Ammoniak importieren und per Cracker-Technologie Wasserstoff in das deutsche Kernnetz einspeisen.

mehr lesen

H2 Talk

„Der Mittelstand ist das Kraftwerk unserer Wirtschaft"
„Versorgungssicherheit und Klimaschutz sind keine Gegensätze“
„Das Engagement hat riesige Fortschritte für die Elektrolysetechnologie gebracht“

Publikationen

Das Projekt H2home

Das Projekt H2home

Autor: Matthias Block, Steffen Giesel, Andreas Herrmann und Norman Klüber

Das Ziel von H2home war die Entwicklung eines integrativen Systems mit 5 kW elektrischer Leistung zur hocheffizienten Nutzung von elektrischer Energie, Wärme- und Kälteenergie, bereitgestellt auf Basis von 100 % grünem Wasserstoff. Dieses System ist ...

Zum Produkt