Im Forschungsprojekt Bayernflotte hat die Straßenerprobung wasserstoffbetriebener Lkw begonnen. MAN Truck & Bus übergab dazu drei Brennstoffzellen-Lkw an LoadFox Transport Solutions. Die Fahrzeuge würden in einem Zeitraum von drei Monaten im regulären Logistikbetrieb eingesetzt. Die Routen sollen zwischen den MAN Truck & Bus-Standorten München, Dachau und Nürnberg sowie auf weiteren Strecken im süddeutschen Raum verlaufen.
LoadFox Transport Solutions ist ein von MAN Truck & Bus aufgebautes Inhouse-Transportunternehmen, das unter anderem Prototypenfahrzeuge unter realen Bedingungen erprobt.
Das 2022 gestartete Projekt Bayernflotte wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert. Die Fördersumme beträgt 8,2 Millionen Euro.
Brennstoffzelle und Batterie treiben Lkw an
Die eingesetzten Lkw basieren nach Unternehmensangaben auf einem elektrischen Antriebssystem, bei dem gasförmiger Wasserstoff in elektrische Energie umgewandelt wird. Kernkomponente sei dabei ein Brennstoffzellensystem des Projektpartners Robert Bosch GmbH. Hochvoltbatterien ergänzten die Energieversorgung, um Lastspitzen abzudecken und Rekuperationsenergie zu speichern. Die elektrische Antriebsachse AxTrax 2 dual von dem Technologiekonzern ZF Friedrichshafen AG übernehme den Antrieb der Fahrzeuge.

Hinter dem Fahrerhaus befindet sich der Technikturm der Brennstoffzellen-Lkw. © MAN Truck & Bus SE
Lkw erreichen bis zu 500 Kilometer Reichweite
Der Wasserstoff werde in 700-Bar-Drucktanks des französischen Automobilzulieferers Forvia SE mit einer aktuell installierten Kapazität von 36 Kilogramm gespeichert. Die Fahrzeuge seien für eine Reichweite von rund 450 bis 500 Kilometern ausgelegt und verfügten über eine Antriebsleistung von 350 kW. Im Praxiseinsatz liege der Verbrauch bei etwa sieben bis acht Kilogramm Wasserstoff pro 100 Kilometer.
Mit einem Eigengewicht von rund 11,5 Tonnen und einer ausgelegten Zuggesamtmasse von bis zu 42 Tonnen würden die Fahrzeuge den Anforderungen im schweren Verteiler- und Fernverkehr entsprechen.
Unternehmen sieht Wasserstoff als Ergänzung zum Batterieantrieb
Die im Projekt gewonnenen Daten sollen systematisch ausgewertet und in die Weiterentwicklung von Wasserstofftechnologien innerhalb des Transportunternehmens Traton SE fließen. MAN Truck & Bus ist eine Tochtergesellschaft von Traton.
Der Fahrzeughersteller sieht batterieelektrische Nutzfahrzeuge langfristig als dominierende Technologie im Straßengütertransport. Wasserstofftechnologien könnten laut Unternehmen eine ergänzende Rolle in spezifischen Anwendungen spielen, etwa auf sehr langen Transportstrecken oder in Regionen mit unzureichender Ladeinfrastruktur. Zu diesen Technologien würden sowohl Brennstoffzellen als auch der bereits in einer Kleinserie eingeführte Wasserstoffverbrenner MAN hTGX zählen.









