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Bilfinger und Spolchemie planen Wasserstoff-Großprojekt

Für den tschechischen Chemiehersteller Spolchemie hat Bilfinger die Produktions- und Transportmöglichkeiten für Wasserstoff untersucht, das bei der Produktion seiner Chemikalien als Nebenprodukt anfällt. Ein daraus entstandenes Großprojekt soll bis 2025 realisiert werden.

von | 05.10.22

Foto: Spolchemie
Foto: Spolchemie
Foto: Spolchemie

05. Oktober 2022 | Für den tschechischen Chemiehersteller Spolchemie hat Bilfinger die Produktions- und Transportmöglichkeiten für Wasserstoff untersucht, der bei der Produktion von Chemikalien als Nebenprodukt anfällt. Ein daraus entstandenes Großprojekt soll bis 2025 realisiert werden.

Spolchemie ist ein bedeutender Hersteller von Basis- und Mehrwertchemikalien, darunter Chlor. Wasserstoff ist ein Nebenprodukt dieses Produktionsprozesses. Ziel der Machbarkeitsstudie war es, eine bessere Nutzung von Wasserstoff zu evaluieren und gleichzeitig einen Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen von Spolchemie zu leisten.

Die Studie untersuchte die potenziellen Kapital- und Betriebskosten, die technischen Anforderungen und die innovativen Optionen für eine bessere Nutzung des Nebenprodukts Wasserstoff. Sie bewertete auch die umweltfreundliche Produktion von Wasserstoff und den effizienten Transport in bis zu 100 km entfernte Städte.

Unter Berücksichtigung einer Kapazität von bis zu 2.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr wurden in der Machbarkeitsstudie effiziente Möglichkeiten für den Transport dieser großen Mengen von Nováky (Slowakei) nach Bratislava und von Ústí nad Labem (Tschechische Republik) nach Prag untersucht, z. B. unter Verwendung von Verbundbehältern, und verschiedene Methoden zur Berechnung des Kohlenstoff-Fußabdrucks des verwendeten Wasserstoffs bewertet. Das Projekt soll bis 2025 realisiert werden.

Wasserstoff als Nebenprodukt

In der Machbarkeitsstudie bewertete Bilfinger Tebodin Czech Republic s.r.o. zudem die technischen Voraussetzungen und den wirtschaftlichen Ertrag der Produktion von grünem Wasserstoff durch Photovoltaik sowie den Transport von Wasserstoff zu öffentlichen Mobilitätslösungen wie Tankstellen für Autos oder Züge.

„Wasserstoff spielt eine Schlüsselrolle in der Energieversorgung von morgen“, sagt Dr. Thomas Schulz, Konzernchef von Bilfinger.

 

„Wir sind stolz darauf, dass sich Spolchemie für Bilfinger entschieden hat, weil wir sie unabhängig beraten und über jahrzehntelange Erfahrung und Expertise in der Unterstützung der chemischen Industrie verfügen, auch in dem immer wichtiger werdenden Bereich der Nachhaltigkeit.“

Daniel Tamchyna, CEO von Spolchemie, sagt:

„Wie unsere zahlreichen Innovationen, Investitionen und Effizienzsteigerungen zeigen, nehmen wir unsere Verantwortung für die Umwelt ernst, und dazu gehört auch die Nutzung unserer Nebenprodukte, um beispielsweise die nachhaltige Mobilität zu steigern.“

Während der Konzern das Nebenprodukt Wasserstoff derzeit zum Antrieb von Dampfturbinengeneratoren verwendet, gibt es weltweit großes Interesse und Investitionen in die Nutzung von Wasserstoff für alternative, nachhaltige Kraftstoffkonzepte in Bussen, Zügen und Autos. Eine Quelle für Wasserstoff ist die Chloralkalielektrolyse bei der Herstellung von Chlor. Das Nebenprodukt Wasserstoff kann man anschließend reinigen, kühlen und zum Transport komprimieren.

Erfahrung im Umgang mit Wasserstoff

Bilfinger bietet Dienstleistungen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette an: von der Produktion über die Speicherung und Lieferung bis zur Nutzung des Wasserstoffs. Die Leistungen umfassen Beratung und Engineering, den anschließenden Anlagenbau und EPC (Engineering-Procurement-Construction) sowie sämtliche Wartungs- und Serviceleistungen.

So hat Bilfinger im Frühjahr 2022 für ein Innovationsprojekt in Norddeutschland eine effiziente und großtechnische Lösung zur Wasserstoffaufbereitung als nachhaltige Alternative zu Erdgas entwickelt. In den Niederlanden ist Bilfinger derzeit vom Gasnetzbetreiber Gasunie mit dem Basic Engineering für eine Verdichteranlage zur Speicherung von Wasserstoff in unterirdischen Kavernen im sogenannten HyStock-Projekt beauftragt.

 

(Bilfinger/2022)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Eine Quelle für Wasserstoff ist die Chloralkalielektrolyse bei der Herstellung von Chlor (Quelle: Spolchemie)

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