Die Schifffahrt sichert rund 80 Prozent des weltweiten Warenverkehrs, ist aber gleichzeitig für zwei bis drei Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Als Zulieferer für Einspritzsysteme von Schiffsmotoren entwickelt Bosch gemeinsam mit Partnern Technologien, um alternative Kraftstoffe in Schiffen nutzbar zu machen. Damit will das Unternehmen einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) leisten. Diese sehen Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis 2050 vor.
Neuer Injektor für alternative Kraftstoffe

Der Injektor für alternative Kraftstoffe. © Robert Bosch GmbH
Eine der Entwicklungen von Bosch ist ein neuer Injektor für alternative Kraftstoffe. Bislang arbeiten die Einspritzsysteme des Unternehmens meist mit Diesel oder dieselbasierten Kraftstoffen. Der neue Injektor könne hingegen unter anderem mit Wasserstoff, Methanol, Ethanol und Ammoniak betrieben werden.
Dr. Stefan Schenk ist im Bosch-Geschäftsbereich „Power Solutions“ verantwortlich für den Produktbereich „Large Engines“. Schenk erklärte, dass der Schwerpunkt der Entwicklungen mittlerweile auf Einspritz- und Einblaskomponenten für flüssige und gasförmige alternative Kraftstoffe liege.
Injektor für verschiedene Anwendungen ausgelegt
Das Design des Injektors lasse sich je nach Applikation entsprechend anpassen. Er sei sowohl für die Saugrohreinspritzung als auch die Niederdruck-Direkteinspritzung nutzbar. Derzeit sei er bei asiatischen Kunden in der Erprobung.
Entwicklungsthemen bei der Methanol-Nutzung seien derzeit noch angepasste Brennverfahren, eine sichere Kaltstartfähigkeit sowie Materialverträglichkeit und Verschleiß durch die veränderte Schmierfähigkeit. Denn ohne entsprechende Anpassung seien bestehende Erzeugnisse für die Methanol- oder Ammoniakanwendung nicht geeignet. Zur gasförmigen Einblasung im Saugrohr von Erdgas, Wasserstoff oder Ammoniak bietet Bosch spezielle Einblasventile an.

Ein Einblasventil für Großmotoren. © Robert Bosch GmbH
Bosch baut Methanol-Infrastruktur aus
Um die Entwicklungen weiter voranzutreiben, hat Bosch im Juli eine Methanol-Infrastruktur am österreichischen Entwicklungsstandort Hallein in Betrieb genommen. Dafür hatte das Unternehmen insgesamt 52 Millionen Euro investiert. Der Standort ist innerhalb der Bosch-Gruppe das weltweite Kompetenzzentrum für Großmotoren-Einspritzsysteme. Die dort entwickelten Systeme sollen den Einsatz alternativer Kraftstoffe wie Methanol, Wasserstoff oder Ammoniak in großen Anwendungen ermöglichen, darunter die Schifffahrt, der Schienenverkehr sowie stationären Energieanlagen.








