Hersteller vereinen Kompetenzen für neue Generation Brennstoffzellen-Lkw

Iveco und Toyota haben im Rahmen des EU-geförderten Projekts Empower eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung wasserstoffbetriebener Brennstoffzellen-Lkw vereinbart. Toyota liefert das Brennstoffzellensystem, Iveco verantwortet Fahrzeugentwicklung und Validierung. Die neue Generation soll eine Reichweite von mehr als 900 Kilometern erreichen bei einer Lebensdauer von über 25.000 Betriebsstunden. Die Validierung startet im vierten Quartal 2026, Fahrversuche im öffentlichen Straßenverkehr sind ab der ersten Jahreshälfte 2027 geplant.

von | 18.09.26

Die IVECO S-eWay-Fuel-Cell-Sattelzugmaschine nutzt ein Brennstoffzellensystem von Toyota mit 300 kW Gesamtleistung.
© IVECO Deutschland AG
Brennstoffzellen-Lkw erreicht über 900 Kilometer Reichweite

Das von der Europäischen Union über Horizon Europe geförderte Vorhaben Empower soll die Entwicklung der nächsten Generation von Brennstoffzellen-Elektrofahrzeugen für den schweren Straßengüterverkehr vorantreiben.

Bei der Zusammenarbeit liefert Toyota das Brennstoffzellensystem für die neuen FCEV-Fahrzeuge von Iveco. Das japanische Unternehmen bringt mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in der Brennstoffzellenentwicklung für Mobilitäts- und Industrieanwendungen ein. Iveco übernimmt die Gesamtfahrzeugentwicklung sowie Integration und Validierung und stützt sich dabei auf Erfahrungen aus früheren Wasserstoffprojekten.

Marco Liccardo, Chief Technology & Digital Officer der Iveco Group, ordnete die Kooperation in die Wasserstoffstrategie des Unternehmens ein: „Mit Empower und der Zusammenarbeit mit Toyota investieren wir in eine langfristige Vision für den Schwerlastverkehr, die Nachhaltigkeit, Energieversorgungssicherheit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit vereint.“

Reichweite steigt auf über 900 Kilometer

Die neuen Fahrzeuge bauen auf den Betriebserfahrungen des Vorgängerprogramms H2Haul auf, in dem Iveco bereits Brennstoffzellen-Lkw der ersten Generation einsetzte. Das Brennstoffzellensystem von Toyota liefert in der Iveco S-eWay-Fuel-Cell-Sattelzugmaschine eine Gesamtleistung von 300 kW. Die Reichweite steigt auf mehr als 900 Kilometer, die Lebensdauer erhöht sich auf über 25.000 Betriebsstunden.

Das Energiemanagement der neuen Fahrzeuge arbeitet effizienter als in der Vorgängergeneration. Dadurch sinkt der Bedarf an Batteriekapazität auf die Hälfte des bisherigen Werts. Gleichzeitig reduziert sich das Fahrzeuggewicht, und die Fahrzeugarchitektur vereinfacht sich.

Tests beginnen im vierten Quartal

Die Validierungs- und Testaktivitäten starten im vierten Quartal 2026. Das Projekt prüft die Technologie unter Einsatzbedingungen im realen Kundenbetrieb. Fahrversuche im öffentlichen Straßenverkehr folgen ab der ersten Jahreshälfte 2027. Die Ergebnisse fließen in die Entwicklung von Lösungen für den Fern- und Schwerlastverkehr ein und dienen als Grundlage für eine spätere industrielle Skalierung.

„Gemeinsam mit Iveco möchten wir demonstrieren, wie das Brennstoffzellensystem der dritten Generation von Toyota dazu beitragen kann, den Übergang zu lokal emissionsfreien Transportlösungen zu beschleunigen, ohne Abstriche bei Leistung, Verfügbarkeit oder Wirtschaftlichkeit zu machen“, ergänzte Shinichi Yasui, Executive Vice President R&D bei Toyota Motor Europe

Iveco beteiligt sich an den EU-Projekt zusätzlich mit einem batterieelektrischen Demofahrzeug. Das Unternehmen verfolgt damit einen Multi-Energy-Ansatz zur Defossilisierung des Straßengüterverkehrs. Brennstoffzellentechnologie, batterieelektrische Antriebe und Lösungen auf Basis erneuerbarer Kraftstoffe ergänzen sich dabei für unterschiedliche Transportaufgaben.

(Quelle: IVECO/Toyota/ 2026)

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