Britische Unternehmen erforschen Wasserstoffantriebe für Militärflugzeuge

ZeroAvia und Marshall Aerospace wollen den Einsatz von wasserstoffelektrischen Antriebstechnologien in militärischen Flugzeugen erforschen. Die beiden britischen Luft- und Raumfahrtunternehmen haben dazu im Juli eine strategische Zusammenarbeit angekündigt. Im Zentrum der Kooperation sollen zunächst Spezialmissionsflugzeuge sowie unbemannte Luftfahrtsysteme (UAS) stehen.

von | 06.08.26

Bei der Unterzeichnung: Christine Ourmières-Widener (ZeroAvia) und Bob Baxter (Marshall Aerospace).
© ZeroAvia / Marshall of Cambridge Ltd
Britische Unternehmen erforschen Wasserstoffantriebe für Militärflugzeuge

Im Rahmen der Kooperation sollen die wasserstoffelektrischen Antriebstechnologien von ZeroAvia mit den Kompetenzen von Marshall Aerospace kombiniert werden. Das Produktportfolio von ZeroAvia umfasst beispielsweise das Brennstoffzellenmodul ZA600 PGS sowie das Wasserstoff-Brennstoffzellen-System SuperStack Flex. Die Tochtergesellschaft von Marshall of Cambridge Ltd will hingegen Wissen aus den Bereichen Modifizierung, Integration, Zertifizierung sowie Treibstoffsysteme für Militärflugzeuge einbringen.

Kooperation soll Wasserstoffantriebe voranbringen

Ziel ist die Beschleunigung der Einführung von Antriebs- und Energiesystemen der nächsten Generation in der Verteidigungsluftfahrt. Dazu wollen die Unternehmen gemeinsam skalierbare und einsatzbereite Wasserstoff-Elektroantriebe für Verteidigungskunden entwickeln. Die Zusammenarbeit ziele unter anderem auf die Bereiche der Wasserstoffspeicherung und -verteilung, der Systemintegration, des Wärmemanagements, der Zertifizierung sowie der Lebenszyklusbetreuung ab.

In einem ersten Schritt planen die Unternehmen, geeignete Einsatzbereiche für wasserstoffelektrische Antriebstechnologien zu identifizieren. Zu den Prioritätsbereichen gehörten unter anderem UAS, ISR-Technologien (Intelligence, Surveillance and Reconnaissance) sowie Spezialmissionsflugzeuge.

Zusammenarbeit startet mit Prototyping und Bewertung

Christine Ourmières-Widener, Vorstandsvorsitzende bei ZeroAvia, erklärte, Verteidigungsanwendungen verlangten bereits jetzt größere Ausdauer, niedrigere thermische Signaturen und mehr operative Flexibilität. Man wolle untersuchen, wo wasserstoffelektrische Antriebe eingesetzt werden könnten.

Die Unternehmen betonen, dass es sich derzeit noch um eine frühe Phase handelt, die sich auf Prototyping und Bewertung konzentriere. Weitere Entscheidungen über Einsatz und operativen Betrieb sollen folgen, sobald die Technologien und ihre Anwendungen getestet wurden.

Wasserstoff soll Reichweite und Einsatzdauer erhöhen

Wasserstoffelektrische Antriebe gelten laut Marshall Aerospace zunehmend als relevante Technologie für die großflächige Realisierung elektrischer Flüge. Das gelte insbesondere für Anwendungsbereiche, in denen rein batteriebetriebene Systeme hinsichtlich Reichweite, Nutzlast und Flugdauer an ihre Grenzen stoßen.

Zudem sollen wasserstoffelektrische Antriebe einen leiseren Betrieb, eine geringere Wärmesignatur sowie niedrigere Lebenszykluskosten ermöglichen.

 

(Quelle: ZeroAvia,Marshall of Cambridge Ltd/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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