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Chemiepark Leuna: Spatenstich für größte e-Fuels-Forschungsanlage der Welt

In Leuna entsteht die laut Betreiber Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) weltweit größte Forschungsanlage für e-Fuels. Auch der Generalunternehmer steht fest: Die Griesemann Gruppe aus Wesseling bei Köln. Mit der "Technologieplattform für Power-to-Liquid-Kraftstoffe" (TPP) will das DLR untersuchen, wie strombasiertes Kerosin (Sustainable Aviation Fuel, (SAF)) und weitere e-Fuels im industriellen Maßstab erzeugt werden können. Unverzichtbare Grundlage dafür ist grüner Wasserstoff.

von | 10.10.24

Rendering der TPP in Leuna
© Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
e-Fuels

Wie das DLR zum Spatenstich der Anlage am 1. Oktober mitteilte, soll die Anlage die Hochskalierung von Herstellungsprozessen von Power-to-Liquid (Ptl)-Produkten (sogenannten e-Fuels) vorbereiten. Demnach wolle man nicht nur die e-Fuels selbst optimieren, sondern auch deren industrielle Produktionsverfahren optimieren und einen Technologietransfer aus der Forschung ermöglichen. Laut DLR kann die Forschungsarbeit in der TPP „voraussichtlich 2028“ starten.

Wie die Griesemann Gruppe am 2. Oktober bekanntgab, wird sie die Anlage planen, bauen und betreiben. Schon an der Machbarkeitsstudie für die Standortwahl war der Anlagenbauer beteiligt. Als Generalunternehmer übernehme er nun unter anderem einen Großteil des ingenieurtechnischen Projektmanagements, sämtliche Beschaffungsdienstleistungen und die Ausarbeitung der Genehmigungsplanung sowie das Detail Engineering unter der Beteiligung der inhouse vorhandenen, multidisziplinären Engineering-Gewerke.

Nach Erstellung des Detail Engineerings und Freigabe zur Ausführung, wird die Anlage unter der gesamtverantwortlichen Bau- und Montageleitung der Griesemann Gruppe errichtet. Hierfür bringe das Unternehmen „seine gesamte Expertise aus Engineering und Anlagentechnik“ ein. Perspektivisch lasse sich die Anlage um einen neuen Forschungsstrang sowie weitere Komponenten ergänzen. Diese Option hänge jedoch davon ab, wie es mit der Förderung weitergehe. Initial erhält die TPP Finanzmittel in Höhe von 130 Millionen Euro Forschungsplattform durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV).

e-Fuels-Forschungsstandort für Europa

Als öffentlich geförderte Einrichtung soll die Plattform Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen aus ganz Europa zur Verfügung stehen. Der Geschäftsführer des Wesselinger Familienunternehmens, Björn Griesemann. erklärte in einem Statement, er sei erfreut darüber, „als Generalunternehmer einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zur Entwicklung zukunftsweisender Technologien für eine nachhaltige Luft- und Schifffahrt leisten“ zu dürfen.

Mit einer Kapazität von 2.500 Tonnen PtL-Produkt pro Jahr werde die TPP als erste Anlage ihrer Art eine Gesamtintegration auf industriellem Niveau erproben. Damit habe sie das Potenzial, technischer Maßstab für künftige Produktionsanlagen zu werden. Nach Angaben von DLR und Griesemann Gruppe entstünden die synthetischen Kraftstoffe sämtlich auf Grundlage von grünem, RED II-konformem Wasserstoff, erneuerbarer Energie und CO2. Woher der grüne Wasserstoff stammt, ist noch unklar. Möglich ist, dass die neuen Produktionskapazitäten im nahegelegenen Energiepark Bad Lauchstädt eine Rolle spielen werden. Im Juli 2024 unterzeichneten die Betreiber einen langfristigen Liefervertrag mit der TotalEnergies-Raffinerie, die sich ebenfalls im Chemiepark Leuna befindet.

Die Synthese der strombasierten Kraftstoffe findet auf Basis des Fischer-Tropsch-Verfahrens statt. Synthetische, strombasierte Kraftstoffe gelten insbesondere in der Luftfahrt als aussichtsreiche Option für die Defossilisierung des Betriebs.  Die Technologieplattform markiert einen bedeutenden Meilenstein, um eine klimaneutrale, nicht-biogene SAF-Produktion im industriellen Maßstab zu skalieren. Weitere Informationen sowie ein erklärendes Video finden Sie hier.

e-Fuels

Beim symbolischen Baubeginn: Christof Günther (Geschäftsführer InfraLeuna), Prof. Dr. Meike Jipp (DLR-Bereichsvorständin Energie und Verkehr), Volker Wissing (Bundesminister für Digitalisierung und Verkehr), Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla (Vorstandsvorsitzende des DLR), Reiner Haseloff (Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt), Prof. Dr.-Ing. Karsten Lemmer (DLR-Vorstandsmitglied und zuständig für Innovation, Transfer und wissenschaftliche Infrastrukturen) und Prof. Dr. Manfred Aigner (DLR-Institut für Verbrennungstechnik) (v.l.n.r.) (© Katrin Köhler/DLR)

 

(Quelle: Griesemann Gruppe/DLR/2024)

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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