Chinesischer Elektrolyseurhersteller eröffnet Forschungsstandort in München

Der chinesische Elektrolyseurhersteller Sungrow Hydrogen hat ein Forschungslabor am Flughafen München in Betrieb genommen. Die Einrichtung soll als Zentrum seiner F&E-Aktivitäten in Europa fungieren und ist Teil seiner globalen Expansionsstrategie. Der Hersteller von PEM- und alkalischen Elektrolyseuren ist an Großprojekten in China, Saudi-Arabien und dem Oman beteiligt.

von | 27.08.25

Blick in das Sungrow Hydrogen Technology Lab
© Sungrow Hydrogen
Sungrow

Wie Sungrow am 19. August mitteilte, hat es sein „European Hydrogen Technology Lab“ nach deutschen Sicherheitsstandards konzipiert. Die Einrichtung verfügt demnach über ein achtfaches Belüftungssystem und Sensorik zur kontinuierlichen Überwachung von Wasserstoff- und Sauerstoffkonzentrationen.

Sungrow Hydrogen ist eine Tochtergesellschaft der Sungrow Power Supply Co., die als weltgrößter Anbieter von Photovoltaik-Wechselrichtern bekannt ist. Das Unternehmen entwickelt und produziert sowohl alkalische als auch PEM-Elektrolyseure.

Vier spezialisierte Forschungsbereiche

Die neue Einrichtung umfasst vier spezialisierte Labore für physikalische, optische, chemische und elektrochemische Untersuchungen. Zur Ausstattung gehören 3D-Druckverfahren, rasterelektronenmikroskopische Analysemöglichkeiten (SEM) sowie hochpräzise Montagetechnik für PEM-Elektrolyseure.

Nach Unternehmensangaben integriert der Standort Materialherstellung, Bauteilprüfung und digitale Datenanalyse in einem geschlossenen Entwicklungsprozess. Das Labor nutze international anerkannte Prüfstände für die elektrochemische Charakterisierung unter Druckbedingungen. Zudem verfüge es über eine hochmoderne Testplattform für Elektrolysezre und ein digitales Simulationssystem.

„MegaFlex“-Konzept mit Wison Engineering

Wenige Wochen vor der Laboreröffnung hatte Sungrow Hydrogen mit dem chinesischen EPC-Konzern Wison Engineering eine neue, containerisierte Elektrolyseur-Lösung vorgestellt. Das auf der SNEC PV Power Expo in Shanghai präsentierte „MegaFlex“-Konzept sei industriell vom Megawatt- bis in den Gigawattbereich skalierbar.

Das „Plant-as-a-Product“-Konzept integriert Elektrolyseanlagen mit Energieversorgung, Kühlsystem, Wasseraufbereitung und intelligenter Steuerung. Die für den Outdoor-Bereich konzipierten Geräte seien korrosionsbeständig und böten Schutz gegen extreme Temperaturen, Wasser, Staub, Blitzschlag und Sonneneinstrahlung.

„Durch Produktverbesserungen haben wir eine Lösung für die Wasserstofferzeugung durch Elektrolyse im Freien geschaffen, die gegenüber einer Referenzanlage 15,5 Prozent weniger Platz benötigt als herkömmliche Systeme und 11,5 Prozent niedrigere Gesamtkosten verursacht“, erklärte Robin Sun, Geschäftsführer des Sungrow Hydrogen Product Center.

Milliardenschwere Großprojekte in der Pipeline

Das Münchner Labor ergänzt Sungrows umfangreiche internationale Aktivitäten. Beispielsweise ist das Unternehmen am Songyuan Hydrogen Energy Industrial Park in China beteiligt, einem der weltweit größten Wasserstoffprojekte mit einem Investitionsvolumen von über vier Milliarden US-Dollar. Die Anlage soll jährlich 110.000 Tonnen grünen Wasserstoff, 600.000 Tonnen grünes Ammoniak und 60.000 Tonnen grünes Methanol produzieren.

Auch im Oman und in Saudi-Arabien aktiv. In China betreibt das Unternehmen bereits eine automatisierte Montagelinie für alkalische Elektrolyseure. Das Münchner Labor ergänzt die bestehende Forschungsinfrastruktur von Sungrow Hydrogen, zu der nach Angaben des Unternehmens eine 30-MW-Elektrolyse-Testanlage, ein Forschungszentrum für Materialien sowie ein Produktentwicklungszentrum gehören.

 

(Quelle: Sungrow Hydrogen/2025)

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