12. Dezember 2023 | Die österreichische Verbund Green Hydrogen GmbH prüft den Bau einer großskaligen Anlage für grünen #Wasserstoff in Spanien. Darüber hat die Tochter des Stromversorgers Verbund AG auf der COP28 in Dubai ein JSA (Joint Study Agreement) mit der Masdar (Abu Dhabi Future Energy Company) unterzeichnet. Der grüne Wasserstoff aus der in Zentralspanien geplanten Anlage soll in der europäischen Industrie zum Einsatz kommen. Es handelt sich um eines von mehreren Wasserstoffprojekten, die Masdar im Rahmen der COP28 bereits bekanntgegeben hat.
Parallel zu den Verhandlungen auf der UN-Klimakonferenz COP28 haben Verbund Green Hydrogen und Masdar ein MoU unterzeichnet, das eine Machbarkeitsstudie für den Bau einer der nach Unternehmensangaben größten europäischen Anlagen zur Erzeugung von grünem Wasserstoff in Zentralspanien vorsieht. Die Region Castilla-La Mancha sei aufgrund einer hohen Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien und der Präsenz potenzieller Abnehmer prädestiniert für das Unterfangen.
Die Vereinbarung wurde von Hamead Ahrary, dem Geschäftsführer der Verbund Green Hydrogen GmbH, und Mohammad Abdelqader El Ramahi, Masdars Chief Green Hydrogen Officer am 5. Dezember 2023 unterzeichnet. Sie greife eine frühere Vereinbarung der Unternehmen zur Prüfung von Wasserstoffprojekten auf, die während der Abu Dhabi Sustainability Week im Januar 2023 unterzeichnet worden sei.
Die Studie werde untersuchen, ob der in der Anlage erzeugte grüne Wasserstoff bis zu 1 Mio. t CO2 pro Jahr einsparen kann. Dies entspräche dem kumulierten Jahresausstoß von bis zu 700.000 Autos. Nach eigenen Angaben will Verbund Green Hydrogen den Standort „bis zum Ende dieses Jahrzehnts“ in Betrieb nehmen. Laut Mohammad Abdelqader El-Ramahi, Chief Green Hydrogen Officer von Masdar, handle es sich um „eine der größten geplanten Anlagen zur Produktion von grünem Wasserstoff in Europa“ handle. Eine genaue Gesamtkapazität der Anlage ist noch nicht bekannt.
Österreichisch-Emiratische H2-Kooperation in Spanien
Die benötigte erneuerbare Energie sollen ein Onshore-Windpark sowie neue Photovoltaik-Anlagen liefern, darunter „möglicherweise“ eine GW-PV-Anlage von Masdar in Castilla-La Mancha. Die Energieparks würden zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Region beitragen. Der grüne Wasserstoff aus Castilla-La Mancha könnte in schwer elektrifizierbaren Branchen wie der Stahlerzeugung, Düngemittelproduktion, Chemieindustrie, dem Schwertransport und der Luftfahrt Verwendung finden. Allein die Stahlerzeugung ist derzeit für 5 % der europäischen CO2-Emissionen verantwortlich.
Aktuell verbraucht Spanien jährlich rund 500.000 t grauen Wasserstoff, der durch grünen Wasserstoff ersetzt werden könnte. Nach Angaben der Verbund AG wird allein Österreich bis zum Jahr 2035 jährlich rund 600.000 t sauberen Wasserstoff benötigen.
Laut Masdar-CEO El Ramahi werde die Zusammenarbeit weitere H2-Infrastrukturprojekte in Spanien wie den Bau von Pipelines zwischen Produktionszentren und Abnehmermärkten unterstützen. Er bezeichnete das Abkommen als „eindrucksvolles Beispiel dafür, was entwickelt werden kann, wenn wir zielgerichtet und zügig zusammenarbeiten.“ Hamead Ahrary, Geschäftsführer der Verbund Green Hydrogen GmbH, ergänzte:
„Der spanische Markt spielt eine zentrale Rolle für uns, sowohl für den Ausbau der H2-Produktion vor Ort als auch für den potenziellen künftigen Import nach Mitteleuropa. Die gemeinsame Studie wird wertvolle Einblicke in die Machbarkeit und Durchführung eines potenziellen Projekts hervorbringen, das eine Stärkung unserer Position von Verbund im spanischen Markt zur Folge hätte.“
VAE planen H2-Projekte weltweit
Im September 2022 erreichte die erste ausländische Wasserstofflieferung Deutschland über den Hamburger Hafen – sie stammte aus den VAE. Unter den zahlreichen Wasserstoffkooperationen, die Unternehmen des Golfstaates anstreben, befindet sich ein im April 2023 abgeschlossener Liefervertrag mit dem Bundesland Nordrhein-Westfalen. Erst im November hatten die Emirate eine in Zusammenarbeit mit deutschen Forschungsinstituten erarbeitete Nationale Wasserstoffstrategie vorgelegt.
Die Abu Dhabi Future Energy Company gehört der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC), der Mubadala Investment Company (Mubadala) und der Abu Dhabi National Energy Company (TAQA). Das Unternehmen will bis 2030 eine Produktionskapazität von mindestens 100 GW erneuerbarer Energie und bis zu 1 Mio. t grünen Wasserstoff pro Jahr erreichen. Auf der COP28 haben Unternehmensvertreter dazu bereits mehrere Vereinbarungen getroffen, etwa mit dem Hafen von Rotterdam sowie Akteuren aus Jordanien und Spanien. Eine Übersicht finden Sie hier.










