RCT Hydrogen nimmt demnächst die Elektrolyseur-Fertigung in Thüringen auf. Dafür unterzeichnete das Unternehmen am 22. Dezember einen Kooperationsvertrag mit einem Produktionspartner in dem neuen Bundesland. Die Fertigung basiert auf alkalischer Druckelektrolyse-Technologie von Guofuhee. Die Elektrolyseur-Stacks erreichen eine Leistung von 5 MW. RCT Hydrogen bietet nach eigenen Angaben eine Leistungsgarantie über 15 Jahre. Ein Refurbishment-Konzept soll die Laufzeit der Anlagen verlängern.
Das erste System mit 2,5 MW Leistung soll im ersten Quartal 2026 produziert werden. Ein Industriekunde in Deutschland soll die Anlage in Betrieb nehmen. Im Dezember unterzeichnete das Unternehmen eine Vorvereinbarung über zwei weitere 2,5-MW-Elektrolyseure. Das deutsch-chinesische Joint Venture hat nach eigenen Angaben insgesamt weitere 30 MW an Projekten in der Planungsphase.

Elektrolyseur von RCT GH Hydrogen (© RCT GH Hydrogen)
Die Entwicklung und Auslegung der Elektrolyseure erfolgt durch das Ingenieurteam der RCT Solutions GmbH. Das Unternehmen zielt auf Industriekunden in Europa ab. Perspektivisch sind Großprojekte mit 100 MW Leistung und darüber hinaus möglich.
Das Fertigungsvorhaben knüpft an ein Memorandum of Understanding vom Februar 2025 zwischen RCT Hydrogen, Siemens und Guofuhee an. Guofuhee liefert Schlüsselkomponenten für die Elektrolyseur-Fertigung. Siemens steuert Hard- und Softwarelösungen für Steuerungs- und Automatisierungstechnik bei. Die Vereinbarung der drei Unternehmen sieht die gemeinsame Entwicklung und Umsetzung von Elektrolyseprojekten vor. Siemens unterstützt zudem beim Aufbau und Betrieb von Wasserstoffanlagen mit digitalen Lösungen.
Hydrogen-as-a-Service-Modell für Industriekunden
RCT Hydrogen verfolgt neben dem klassischen Anlagenverkauf ein Hydrogen-as-a-Service-Modell. Das Unternehmen errichtet und betreibt gemeinsam mit Partnern die Wasserstoffproduktion am Kundenstandort. Der Industriekunde bezieht Wasserstoff zu vertraglich festgelegten Preisen ohne eigene Investition in die Elektrolyseanlage.
Vizepräsident Sales and Products Dr. Eric Rüland erklärte, das Unternehmen könne Kunden Wasserstoff zu fixen Preisen liefern. Verschiedene Partner in Europa seien für dieses Modell bereits gefunden. Weitere Projekte würden in den kommenden Monaten entwickelt.
Das Modell richtet sich an Industriekunden, die derzeit auf teure Lkw-Lieferungen von zentralen fossilen Wasserstoff-Produktionsanlagen angewiesen sind. Das Joint Venture will damit den Markthochlauf in energieintensiven Industrien erleichtern.
Der Preis für Wasserstoff pro Kilowattstunde liegt derzeit 20 bis 50 Prozent über dem Erdgaspreis. Der CO₂-Preis von aktuell 83 Euro pro Tonne relativiere diesen Unterschied nach Unternehmensangaben. Der steigende Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz soll die Produktionskosten für grünen Wasserstoff perspektivisch senken.
Joint Venture mit chinesischem Elektrolyseur-Hersteller
Die RCT GH GmbH mit Sitz in Konstanz ist als Joint Venture organisiert. Die RCT Gruppe hält 51 Prozent der Anteile. 49 Prozent entfallen auf Guofuhee über die deutsche Tochtergesellschaft GF Hydrogen Europe GmbH.
Die EU verschärfte im September 2024 die Regelungen für chinesische Elektrolyseure in öffentlich geförderten Projekten. Projekte dürfen maximal 25 Prozent ihrer Elektrolyseur-Stack-Kapazität aus China beziehen. Dadurch setzen chinesische Hersteller auf Fertigungsstandorte in Europa. Mit der Produktion in Deutschland will RCT Hydrogen seine Position im europäischen Wasserstoffmarkt ausbauen.









