Deutscher Wasserstoff-Verband erhält neuen Vorstandsvorsitzenden

Der Deutsche Wasserstoff-Verband (DWV) bekommt eine neue Führung. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Dr. Bernd Pitschak verlässt den Verband zum 30. Juni 2026. Ab dem 1. Mai übernimmt dann Andreas Kuhlmann die Spitze des DWVs. 

von | 01.04.26

Andreas Kuhlmann
© Deutscher Wasserstoff-Verband
Andreas Kuhlmann, Deutscher Wasserstoff-Verband

Das Präsidium des DWV hat Andreas Kuhlmann zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt. Zuletzt arbeitete Kuhlmann als Geschäftsführer der Unternehmens- und Strategieberatung Christ & Company. 

Die Berufung Kuhlmanns ist der dritte Führungswechsel beim DWV innerhalb kurzer Zeit. Im Oktober 2024 hatte der Verband eine Doppelspitze eingeführt: Friederike Lassen übernahm zum 1. November 2024 eine Vorstandsposition und löste damit Werner Diwald ab, der den DWV seit 2014 geführt hatte. Die zweite Position der Doppelspitze übernahm Dr. Bernd Pitschak. Lassen bleibt dem Verband als Vorständin erhalten.

Vom Physikstudium zur Energiepolitik: Kuhlmanns Karriere

Kuhlmann freut sich laut eigener Aussage sehr auf die neuen Aufgaben in dem DWV-Team: „Wasserstoff ist in vielen Sektoren ein zentraler Baustein: für das Gelingen von Energiewende und Klimaschutz, für resiliente Strukturen und eine zukunftsfähige Industriepolitik. Im DWV kommt dabei zusammen, worauf es jetzt ankommt: Motivation, fachliche Exzellenz und der unbedingte Gestaltungswille innovativer Unternehmen.“

Dass der Verband die entscheidenden Stufen der Wasserstoff-Wertschöpfung vereine, mache ihn zu einem Unikat und zentralen Ansprechpartner, so Kuhlmann. Das Ziel sei klar: Mehr Umsetzung, mehr Verlässlichkeit und bessere Rahmenbedingungen für den dringend erforderlichen Hochlauf.

Kuhlmann ist Diplom-Physiker. Er studierte an den Universitäten Bonn, Heidelberg und Corvallis in den USA Physik mit dem Nebenfach Volkswirtschaft. Seine Karriere führte ihn unter anderem in die Politik: Er arbeitete im Umweltausschuss des Europaparlaments. 2010 wechselte Kuhlmann in die Energiewirtschaft und wurde Geschäftsbereichsleiter Strategie und Politik beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Dort verantwortete er die strategische und politische Ausrichtung des Verbands. 2015 übernahm er die Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena), die er rund ein Jahrzehnt leitete. In dieser Zeit trieb er unter anderem die Global Alliance Powerfuels voran – eine Initiative, die grüne synthetische Energieträger auf Wasserstoffbasis frühzeitig in die internationale Debatte einbrachte.

Verband will stärkere politische Stimme werden

DWV-Präsidentin Silke Frank nennt als Ziel, den Verband als Interessenvertreter gegenüber politischen Entscheidungsträgern zu stärken. Die Wasserstoffwirtschaft brauche Bedingungen, die ihr entlang der gesamten Wertschöpfungskette wirtschaftliches Handeln ermöglichten.

Kuhlmann selbst sieht Wasserstoff als zentralen Faktor für Energiewende, Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Industriepolitik. Als Ziel nennt er mehr Umsetzung, Verlässlichkeit und bessere Rahmenbedingungen für den Markthochlauf.

Der DWV besteht seit drei Jahrzehnten und vertritt nach eigenen Angaben über 140 Institutionen und Unternehmen sowie mehr als 350 Einzelpersonen. Der Verband deckt nach eigener Darstellung alle Stufen der Wasserstoff-Wertschöpfungskette ab und vertritt die Interessen seiner Mitglieder auf nationaler und europäischer Ebene.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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