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Digitaler Produktpass ermöglicht Herkunftsnachweis für grünes H2

Der französische Wasserstoffproduzent Lhyfe kooperiert mit Atmen, dem Betreiber einer Wasserstoff-Zertifizierungsplattform. Ziel der beiden Unternehmen ist eine automatisierte Dokumentation der Lieferkette für grünen Wasserstoff. Das System soll die RFNBO-Zertifizierung ermöglichen und den CO₂-Fußabdruck jeder Lieferung transparent machen. Dadurch will der Wasserstoffproduzent der erste Akteur werden, der die Rückverfolgbarkeit seines grünen und erneuerbaren Wasserstoffs garantieren kann.

von | 22.01.25

Lkw verlässt die Wasserstoff-Produktionsstätte von Lhyfe in Bouin (Vendée, Frankreich)
© Lhyfe
Digitaler Produktpass ermöglicht Herkunftsnachweis für grünes H2

Lhyfe und Atmen haben am 20. Januar 2025 ihre Zusammenarbeit bekannt gegeben. Der französische Wasserstoffhersteller Lhyfe will damit seine Lieferketten transparent dokumentieren. Die Compliance-Plattform Atmen stellt dafür ihre Automatisierungssoftware bereit.

Die Implementierung soll am Produktionsstandort Bouin in der französischen Vendée beginnen. Danach will Lhyfe das System auf die anderen Standorte ausweiten.

Digitaler Produktpass dokumentiert CO2-Fußabdruck

Das neue System von Atmen ermöglicht nach Angaben der Unternehmen für jede Wasserstofflieferung einen digitalen Produktpass. Dieser dokumentiert die Herkunft des verwendeten Stroms und berechnet den CO₂-Fußabdruck. Die Dokumentation erfolgt für jeden Schritt der Produktion und Logistik und soll damit die Einhaltung der Vorschriften und die Rückverfolgbarkeit gewährleisten.

Der Produktpass enthält folgende Informationen:

  • Energiebeschaffung: wo, wann und wie der im Produktionsprozess verwendete Strom erzeugt wurde
  • Eingebettete Emissionen: schrittweise Aufschlüsselung der Berechnungen der Kohlenstoffintensität
  • Beitrag der Lieferkette: Auswirkungen der einzelnen Verarbeitungs- und Logistikschritte auf den Kohlenstoff-Fußabdruck des Wasserstoffs.

Die präzise Berechnung der Kohlenstoffintensität soll für eine vollständige Transparenz sorgen, heißt es in der am 20. Januar veröffentlichten Pressemeldung. Die automatisch generierten digitalen Produktpässe sollen für mehr Effizienz sorgen. Die neue Plattform generiere die digitalen Produktpässe ohne manuelle Eingriffe.

RFNBO-Zertifizierung

Die Europäische Kommission hat im Dezember 2024 die ersten Zertifizierungssysteme für erneuerbare Kraftstoffe nicht-biogenen Ursprungs (RFNBO) genehmigt. Der französische Wasserstoffhersteller habe auch Schritte eingeleitet, um die RFNBO-Zertifizierung für seinen Wasserstoff zu erhalten. Sobald dies erreicht ist, soll der digitale Produktpass um das „RFNBO-konform“-Label erweitert werden.

Lhyfe habe nach eigenen Angaben schon immer die höchsten ökologischen Ansprüche für den Wasserstoff angestrebt. Durch die Integration der digitalen Produktpässe setze sich das Unternehmen für einen Nachweis der erneuerbaren Herkunft seines Gases ein, der über die derzeitigen europäischen gesetzlichen Anforderungen hinausgeht. Antoine Hamon, Chief Operations Officer bei Lhyfe, sieht in den Produktpässen einen wichtigen Schritt für mehr Transparenz gegenüber den Kunden.

Flore de Durfort, CEO von Atmen, betont die Bedeutung der Partnerschaft für den Wasserstoffsektor. Die Plattform ermögliche es, strengste Nachhaltigkeitsanforderungen präzise und transparent zu erfüllen. Lhyfe fordert die Branche auf, diesem Beispiel zu folgen.

Atmen will mit der Automatisierungssoftware die Einhaltung der strengen Nachhaltigkeitsvorschriften vereinfachen. Die neue Lösung soll Kunden dabei unterstützen, ihre Emissionsziele zu erreichen. Sie ermöglicht die detaillierte Dokumentation der Dekarbonisierung durch grünen Wasserstoff.

(Quelle: Lhyfe/Atmen/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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