Die nun vereinbarte Zusammenarbeit zielt auf deutsche Rechenzentren ab. Diese gehören zu den Infrastrukturen mit dem höchsten Energiebedarf. Der Boom bei KI-Anwendungen sorgt dafür, dass dieser zusätzlich wächst. Gleichzeitig müssen die Betreiber kritischer digitaler Infrastruktur ihre Anlagen gegen Stromausfälle absichern, indem sie eine verlässliche Notstromversorgung für die Rechenzentren bereitstellen. Dafür werden heutzutage noch hauptsächlich dieselbetriebene Notstromaggregate eingesetzt. Ineratec und Rolls-Royce wollen künftig gemeinsam eine klimaneutrale Lösung mit e-Fuels anbieten.
Rolls-Royce stellt die Notstromsysteme bereit. Die mtu-Notstromaggregate können bereits mit nachhaltigen Kraftstoffen betrieben werden. Kunden aus dem Bereich kritische Infrastruktur erhalten damit eine CO₂-neutrale Alternative zu herkömmlichen Backup-Systemen.
Ineratec produziert den synthetischen Kraftstoff aus grünem Wasserstoff und CO₂ nach ISCC-Standards. Dieser könne nach Angaben des Unternehmens ohne technische Änderungen in bestehenden Verbrennungsmotoren eingesetzt werden.
Synthetischer Kraftstoff kommt aus Frankfurt
Der synthetische Kraftstoff kommt aus der ERA ONE Anlage in Frankfurt, die Anfang Juni 2025 eröffnet wurde. Nach Angaben des Karlsruher Unternehmens ist es aktuell die weltweit größte Anlage ihrer Art. Jährlich sollen dort bis zu 2.500 Tonnen e-Fuels und e-Wachse produziert werden.
Die kurzen Lieferwege innerhalb von Deutschland sollen eine schnelle Markteinführung in Deutschland ermöglichen. Die Partner planen aber auch eine spätere internationale Ausweitung.
„Die sichere Energieversorgung von KI-Rechenzentren ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit”, sagt Maximilian Backhaus, Chief Commercial Officer bei Ineratec. Die e-Fuels böten eine klimaneutrale Lösung, die verlässlich, skalierbar und sofort einsetzbar sei.
Die Kooperation zeigt eine weitere Anwendung für e-Fuels jenseits der Mobilität. Während die synthetischen Kraftstoffe hauptsächlich für Luftfahrt und Schifffahrt diskutiert wurden, erschließen sie nun den Markt der Notstromversorgung für Rechenzentren und digitale Infrastruktur.










