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e-Fuels für Verteidigung: Ineratec und Rheinmetall stellen modulare Anlagen vor

Das Karlsruher Unternehmen Ineratec hat mit „Lifeline“ eine neue Produktreihe modularer Power-to-Liquid-Anlagen vorgestellt. Die Anlagen sollen Europas Energieversorgung dezentralisieren und die Abhängigkeit von Rohölimporten reduzieren. Die synthetischen Kraftstoffe (e-Fuels) sollen vor allem für Verteidigungsanwendungen und kritische Infrastruktur eingesetzt werden.

von | 23.03.26

Rendering einer „Lifeline“-Anlage
© INERATEC
INERATEC und Rheinmetall stellen modulare e-Fuel-Anlagen für Verteidigung und kritische Infrastruktur vor

Präsentiert wurde die e-Fuels-Produktlinie im Rahmen einer Veranstaltung, die Ineratec gemeinsam mit Rheinmetall an der Produktionsanlage ERA ONE in Frankfurt-Höchst ausgerichtet hat. Zu den Teilnehmern zählten Vertreter der Generaldirektion Mobilität und Verkehr der Europäischen Kommission (DG MOVE), der NATO sowie Mitglieder des Europäischen Parlaments und Führungskräfte aus Verteidigungs- und Industrieunternehmen.

Ineratec-CEO Tim Böltken erklärte dazu: „Die geopolitischen Entwicklungen der letzten Jahre haben den strategischen Wert für die Versorgungssicherheit von Staaten und kritischer Infrastruktur gezeigt. Eine resiliente Kraftstoffversorgung ist eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Stabilität und Verteidigungsfähigkeit.“

Lifeline: Modulare Kraftstoffsynthese für Verteidigung und Versorgungssicherheit

Die Lifeline-Anlagen nutzen erneuerbaren Strom, Wasserstoff und CO₂ zur Produktion von synthetischen Kraftstoffen. Die entstehenden e-Fuels sind drop-in ready. Bedeutet, dass die Kraftstoffe mit bestehenden Motoren, Flugzeugen und Infrastrukturen kompatibel sind– ohne technische Modifikationen. Das Bundeswehr-Forschungsinstitut für Werkstoffe hat diese Kompatibilität bestätigt.

Die Power-to-Liquid-Anlagen sind als modulare Einheiten konzipiert. Sie lassen sich laut dem Hersteller an verschiedenen Standorten einsetzen und in bestehende Infrastruktur integrieren. Integrierte Redundanzen sichern den Betrieb auch bei Ausfall einzelner Komponenten. Die dezentrale Architektur verkürze Lieferketten, weil die Produktion näher am Bedarf stattfinde.

Giga PtX: Dezentrales e-Fuel-Netzwerk für Europa

Parallel zur Lifeline-Produktlinie treibt das Karlsruher Unternehmen die Giga-PtX-Initiative voran. Ziel ist ein verteiltes Netzwerk modularer Power-to-Liquid-Anlagen in ganz Europa. Rheinmetall sowie weitere europäische Industriepartner sind beteiligt.

Jede Anlage im Netzwerk soll zwischen 4.000 und 7.000 Tonnen synthetischen Kraftstoff pro Jahr produzieren. Insgesamt habe das Netzwerk das Potenzial, mehr als 20 Milliarden Tonnen e-Fuels zu produzieren. Ein solches Netzwerk soll Europas Abhängigkeit von Rohölimporten verringern und die Emissionen entlang der Kraftstofflieferkette senken.

Ineratec und Rheinmetall verhandeln derzeit mit europäischen Akteuren über Finanzierung und regulatorische Unterstützung für erste regionale Pilotprojekte.

ERA ONE: Europas erste kommerzielle Power-to-Liquid-Anlage

Die Veranstaltung fand bewusst an der ERA-ON in Frankfurt-Höchst statt. Die Anlage ist seit 2025 in Betrieb und produziert jährlich bis zu 2.500 Tonnen synthetischen Flugkraftstoff (eSAF). Damit ist sie die erste Anlage in kommerziellem Maßstab in Europa.

Ineratec entwickelt die Power-to-Liquid-Technologie seit zehn Jahren. Ursprünglich stand die Dekarbonisierung von Luftfahrt und Transport im Vordergrund. Mit der Anlage in Frankfurt-Höchst hat das Unternehmen den Nachweis erbracht, dass die Technologie im industriellen Maßstab funktioniert.

 

 

(Quelle: Ineratec/2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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