Einstieg in die H2-Logistik: Deutscher Autobauer nutzt erste Wasserstoff-Lkw

BMW hat zwei Brennstoffzellen-LKWs für den Transport zwischen Leipzig, Landsberg und Nürnberg in Betrieb genommen. Die Fahrzeuge sind Teil des europäischen „H2Haul-Projekts“, das die Nutzung von Wasserstoff im Schwerlastverkehr untersucht. Parallel testet der Konzern auch Fahrzeuge mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor.

von | 13.03.25

Die H2-Lkw in BMWs Flotte stammen vom italienischen Hersteller Iveco
© BMW Group
H2-Logistik

BMW steigt in die H2-Logistik ein: Im Rahmen des europäischen H2Haul-Projekts hat der Autokonzern zwei IVECO S-eWay Fuel Cell LKWs in sein Logistiknetz integriert. BMW nutzt sie nach Meldung vom 20. Februar zwischen mehreren Standorten im Realbetrieb, um Praxiserfahrungen zu sammeln. Für den Betrieb will das Unternehmen außerdem zwei „hochmoderne“ Wasserstofftankstellen in Leipzig und Hormersdorf errichten.

Michael Nikolaides, Leiter Produktionsnetzwerk und Logistik bei BMW, erklärte in der Pressemitteilung: „Dieses Projekt ist ein wichtiger Meilenstein, um Erfahrungen im Serienbetrieb zu erlangen und diese Technologie weiter voranzutreiben.“

Technologievergleich im Praxisbetrieb

Neben den Brennstoffzellen-Fahrzeugen testet BMW im Rahmen des 2022 gestarteten HyCET-Projekts auch LKWs mit Wasserstoff-Verbrennungsmotoren – zwei 40-Tonner und ein 18-Tonner. Dieses vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr geförderte Vorhaben wird mit Partnern wie DHL, Volvo Trucks, Deutz, KEYOU und TotalEnergies durchgeführt.

Beide Wasserstoff-Antriebskonzepte kommen auf identischen Strecken zum Einsatz und nutzen dieselbe Tankinfrastruktur. Das bisherige Fazit de technischen Vergleichs: Brennstoffzellen-LKWs bieten höhere Effizienz, während H2-Verbrenner durch Ähnlichkeit zu Dieselmotoren potenziell kostengünstiger in der Produktion sind.

Infrastruktur für die H2-Logistik

Das Leipziger BMW-Werk nutzt Wasserstofftechnologie bereits seit 2013, als dort die erste Indoor-Wasserstoff-Tankstelle Deutschlands errichtet wurde. Inzwischen verfügt der Standort über fünf Tankstellen und betreibt brennstoffzellenbetriebene Flurförderfahrzeuge. In der Lackiererei kommen fünf bivalente Brenner zum Einsatz, die sowohl mit Erdgas als auch mit Wasserstoff betrieben werden können. Sie werden derzeit bei der Lackierung des MINI Countryman eingesetzt. Auch im Werk Regensburg soll Wasserstofftechnologie im zunehmenden Maß zum Einsatz kommen.

Die Wasserstoffprojekte in Logistik und Produktion sollen Erkenntnisse für die geplante Serienproduktion eines wasserstoffbetriebenen BMW-Modells ab 2028 liefern. Nach der Testphase des BMW iX5 Hydrogen im Jahr 2023 plant der Konzern, die FCEV (Fuel Cell Electric Vehicle)-Technologie als Ergänzung zu Batterie und fossilem Verbenner zu etablieren.

(Quelle: BMW/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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