Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Oberhausen: Wasserstoff-Müllwagen nimmt Betrieb auf

Die Wirtschaftsbetriebe Oberhausen (WBO) haben ein Wasserstoff-Abfallsammelfahrzeug in Betrieb genommen. Der elektrisch betriebene Wagen mit Wasserstoffbrennstoffzellen ist ab sofort im Einsatz.

von | 31.05.23

v.l.: Oberbürgermeister Daniel Schranz, Andreas Kußel (WBO), Guido Hanning (REMONDIS), Julia Hadrossek, Arndt Mothes und Ralf Wehren (alle drei WBO)
WBO
WBO

31. Mai 2023 | Die Wirtschaftsbetriebe Oberhausen (WBO) haben ein Wasserstoff-Abfallsammelfahrzeug der Firma Faun in Betrieb genommen. Der elektrisch betriebene Wagen mit Wasserstoffbrennstoffzellen ist seit letzter Woche im Einsatz. Die Kosten von rund 1 Mio. € wurden größtenteils durch ein Förderprogramm gedeckt.

Bei der Präsentation des Fahrzeugs auf dem Zentralen Betriebshof der WBO in der letzten Woche waren u. a. Oberhausens Oberbürgermeister Daniel Schranz und Guido Hanning vom Gesellschafter Remondis mit vor Ort

Das neue Sammelfahrzeug kommt künftig in der Hausmüllabfuhr zum Einsatz. Es besitzt, wie herkömmliche E-Autos, eine Batterie mit einer Größe von circa 100 kWh. Geladen wird es auf dem zentralen Betriebshof der WBO an einer klassischen Ladesäule.

Da die Kapazität für den täglichen Einsatz nicht ausreichend ist, kommen drei Brennstoffzellen zum Einsatz, die mit Wasserstoff gespeist werden. Der Wasserstoff ist in vier Tanks gespeichert und dient als sogenannter Range Extender (Reichweitenverlängerer), sodass das Fahrzeug die kompletten Tagestouren absolvieren kann.

Förderung durch das BMDV

Die Weichen für die Anschaffung des Wasserstoff-LKW stellte die WBO Ende 2020. Zu diesem Zeitpunkt reichte das unternehmen einen Förderantrag im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie des damaligen Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), heute Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) ein. Die Förderrichtlinie wurde von der NOW GmbH und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.

„Die Förderung war für uns ein entscheidender Punkt bei der Überlegung das Fahrzeug anzuschaffen, denn die Kosten für einen Wasserstoff-LKW belaufen sich auf ungefähr den dreifachen Preis im Vergleich zu einem Diesel-Sammelfahrzeug“, so Kußel.

Gekostet hat das von der Firma Faun in Handarbeit zusammengesetzte Fahrzeug  ca. eine Million Euro. Davon wurden über 660.000 € über die Bundesförderung abgedeckt.

Klimaschutz in der Abfallentsorgung

WBO-Geschäftsführer Andreas Kußel:

„Aufgrund der Heterogenität des Fuhrparks setzen wir verschiedene Technologien bei unseren Fahrzeugen ein: So haben wir bereits einen gasbetriebenen LKW und mehrere kleinere Wagen mit Elektroantrieb.

 

Zudem fahren unsere schweren LKW mit dem klimafreundlichen Kraftstoff HVO. Der Schritt in Richtung Wasserstoffantrieb ist ein weiterer Baustein, um die Abfallentsorgung Stück für Stück emissionsfreier zu machen und den Klimaschutz zu unterstützen.“

Julia Hadrossek, WBO-Geschäftsführerin ergänzt:

“Für uns ist es zudem wichtig, dass in Zukunft nicht nur emissionsarme Fahrzeuge bei der WBO unterwegs sind, sondern auch die entsprechende Infrastruktur existiert, um diese zu laden und zu tanken. Darüber hinaus müssen wir auch immer die Wirtschaftlichkeit mit betrachten, die für uns als teilweise gebührenfinanziertes Unternehmen immer gegeben sein muss.

 

Wir freuen uns sehr, dass das Fahrzeug nun endlich seinen Dienst antreten kann und nun in der Stadt unterwegs ist.“

Auffallen werde es mit Sicherheit: Die Trommel erstrahlt im WBO-rot und der Schriftzug „Wasserstoff bewegt Oberhausen“ zeigt, in welche Richtung sich die WBO in Bezug auf Klimaschutz bewegt.

 

(Quelle: WBO/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Nationaler Wasserstoffrat: Bundesregierung beruft 17 neue Mitglieder
Nationaler Wasserstoffrat: Bundesregierung beruft 17 neue Mitglieder

Die Bundesregierung hat den Nationalen Wasserstoffrat neu besetzt. Zum 1. Juli trat die reformierte Satzung in Kraft, die die Gremienstruktur straffen und die wirtschaftliche Expertise stärken soll. Von den 17 Mitgliedern sitzen zehn erstmals im Rat, sieben bleiben dem Rat erhalten. Den Vorsitz übernimmt Stefan Dohler, sein Stellvertreter ist Felix Matthes.

mehr lesen
Industriequote für Wasserstoff: EWI-Studie zeigt Konflikt bei RED-III-Umsetzung
Industriequote für Wasserstoff: EWI-Studie zeigt Konflikt bei RED-III-Umsetzung

Die RED-III-Industriequote soll bis 2030 den Einsatz von grünem Wasserstoff in der Industrie auf 42 Prozent erhöhen. Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) hat in einer Studie die Kostenwirkungen dieser Quote untersucht. Die Studie zeigt anhand der Wertschöpfungsketten Ammoniak und Stahl, wie sich Mehrkosten auf Düngemittel, Agrarprodukte und Autos auswirken und warum der regulatorische Ansatzpunkt über Wettbewerbsfähigkeit und Transformationstempo entscheidet.

mehr lesen
Gasaufbereitung in Bad Lauchstädt besteht Dichtheitsprüfung
Gasaufbereitung in Bad Lauchstädt besteht Dichtheitsprüfung

Die Gasaufbereitungsanlage im Energiepark Bad Lauchstädt hat die H₂-Dichtheitsprüfung des TÜV Thüringen bestanden. Die Anlage bereitet den Wasserstoff aus einem 30-MW-Elektrolyseur für die industrielle Nutzung auf und bringt das grüne Gas auf einen Reinheitsgrad von 99,97 Prozent. Mit der bestandenen Dichtheitsprüfung ist die Anlage nun bereit für den stufenweisen Hochlauf.

mehr lesen

H2 Talk

„Wenn ein Wasserstoffbedarf besteht, ergibt sich der Rest von selbst“
„Gewünscht sind sichere, zuverlässige und unkomplizierte Lösungen“
„Wir sehen eine klare Entwicklung hin zu modularen, skalierbaren Wasserstoffsystemen“

Publikationen

Das Projekt H2home

Das Projekt H2home

Autor: Matthias Block, Steffen Giesel, Andreas Herrmann und Norman Klüber

Das Ziel von H2home war die Entwicklung eines integrativen Systems mit 5 kW elektrischer Leistung zur hocheffizienten Nutzung von elektrischer Energie, Wärme- und Kälteenergie, bereitgestellt auf Basis von 100 % grünem Wasserstoff. Dieses System ist ...

Zum Produkt