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Emissionsfreie Schifffahrt dank LOHC? HGK Shipping und Hydrogenious entwickeln Wasserstoff-Binnenschiff

Die Schifffahrtsgesellschaft HGK Shipping und die Unternehmen Hydrogenious LOHC Maritime und Hydrogenious LOHC Technologies entwickeln gemeinsam ein wasserstoffbetriebenes Binnenschiff.

von | 11.05.23

(v.l.n.r.) Dr. Daniel Teichmann, CEO und Gründer von Hydrogenious LOHC Technologies, und Steffen Bauer, CEO von HGK Shipping
HGK Schifffahrt, Hydrogenious LOHC
(v.l.n.r.) Dr. Daniel Teichmann, CEO und Gründer von Hydrogenious LOHC Technologies, und Steffen Bauer, CEO von HGK Shipping

11. Mai 2023 | Die Schifffahrtsgesellschaft HGK Shipping und die Unternehmen Hydrogenious LOHC Maritime und Hydrogenious LOHC Technologies entwickeln gemeinsam ein wasserstoffbetriebenes Binnenschiff.

Dies gab Steffen Bauer, Geschäftsführer der HGK Shipping auf einer selbst initiierten Wasserstoff-Veranstaltung am 4. Mai 2023 in Köln bekannt. Ziel ist eine skalierbare Lösung, um Wasserstoff als Energieträger in großem Maßstab verfügbar zu machen. Die Technologie basiert auf Wasserstoff, der in einem flüssigen Träger (LOHC, liquid organic hydrogen carrier) gebunden ist.

Die beiden Partner planen, bis 2028 ein Demonstrationsschiff zu entwickeln und in Betrieb zu nehmen. Es soll mit einer Brennstoffzelle angetrieben werden, die Energie aus dem vom LOHC freigesetzten Wasserstoff speist.

Um den im LOHC gebundenen Wasserstoff als Treibstoff zu nutzen, benötigt das Demonstrationsschiff eine spezielle Dehydrierungsanlage an Bord. Der Wasserstoff wird von dort der Brennstoffzelle zugeführt. Das „entladene“ Trägermaterial Benzyltoluol kann in einem chemischen Prozess an der nachgeschalteten stationären LOHC-Infrastruktur vorübergehend wieder zum Wasserstoff absorbiert werden. Be- und Entladung des Trägermediums sind nach Angaben von LOHC Technologies mehrere hundert Mal möglich.

HyBarge: Start 2024

Das Projekt „HyBarge“ soll im Jahr 2024 beginnen. Eine Konzeptphase haben die Partner nach eigenen Angaben bereits eingeleitet. Dabei sammeln die LOHC-Experten Erfahrungen mit dem Einsatz ihrer Technologie in der Schifffahrt, die sie auf das aktuelle Projekt übertragen wollen.

Es sei denkbar, dass in einer weiteren Phase der LOHC-Verkehr mit dem Demonstrationsschiff auf Binnenwasserstraßen erprobt und gefördert wird, obwohl dies nicht Teil des MoU ist. Der Demonstrator habe also das Potenzial, die gesamte Wertschöpfungskette von der Herstellung des LOHC bis hin zur Nutzung des Schiffes abzubilden.

„Energiewende im Transportsektor“

Dr. Daniel Teichmann, Vorstandsvorsitzender von Hydrogenious LOHC Maritime sowie CEO und Gründer von Hydrogenious LOHC Technologies, erklärt:

„Wir treten an, um gemeinsam mit der HGK Shipping die Energiewende im Transportsektor entscheidend voranzubringen. Dekarbonisierte Mobilitätslösungen und Transporte entlang des sensiblen Flussnetzes in Europa können dank unserer sicheren LOHC-Technologie unter Nutzung der bestehenden Infrastruktur Realität werden.“

Steffen Bauer, Vorstandsvorsitzender der HGK Shipping, fügt hinzu:

„Die Einführung des Demonstrationsschiffs könnte nicht nur ein Meilenstein auf dem Weg zur klimaneutralen Binnenschifffahrt sein, sondern auch für die Industrie, die zur Dekarbonisierung auf Energieträger wie Wasserstoff angewiesen sein wird.

 

Die LOHC-Technologie von Hydrogenious hat ein enormes Anwendungspotenzial, insbesondere im Vergleich zu anderen Wasserstoffderivaten. Noch wichtiger ist jedoch, dass sie keine spezielle Tanktechnik benötigt, so dass dieser LOHC innerhalb der bestehenden Infrastruktur sowohl an Land als auch auf dem Wasser zur Verfügung gestellt werden kann.“

Vorzüge von LOHC

Herkömmliche Lösungen zur Speicherung und zum Transport von Wasserstoff wie Ammoniak benötigen große Mengen Energie und stellen relativ hohe Sicherheitsanforderungen. Beim LOHC-Verfahren von Hydrogenious kommt das vergleichsweise sichere, da schwer entflammbare und nicht explosive Benzyltoluol zum Einsatz.

Laut Hydrogenious LOHC ist das Risikopotenzial in etwa so hoch wie das von herkömmlichem Diesel. Das mit Wasserstoff beladene Trägeröl könne zudem bei Umgebungsbedingungen hinsichtlich Druck und Temperatur gelagert werden und weise eine wettbewerbsfähige Speicherdichte auf.

 

(Quelle: Hydrogenious LOHC/2023)

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