Das Pilotprojekt von Voestalpine zielte auf die Herstellung von Bahnschienen mit reduzierten CO₂-Emissionen ab und will dadurch den Weg für eine umweltfreundlichere Schienenproduktion ebnen. Dafür hat das österreichische Stahlunternehmen am Standort Donawitz erstmals Bahnschienen aus wasserstoffbasiertem Stahl produziert. Dabei haben die Ingenieure wasserstoffreduziertes Reineisen aus der HYFOR-Pilotanlage mit Schrott zu einem CO₂-reduzierten Vormaterial kombiniert.
Die Schmelze im Forschungsstahlwerk TechMet hat das Material in einem realen Produktionsumfeld verarbeitet und demonstriert damit die technische Machbarkeit wasserstoffbasierter Stahlherstellung, so der Stahlproduzent.

Das Team Historische Schmelze (© Voestalpine)
Testschienen erfüllen Anforderungen für den Bahnbetrieb
Das angrenzende Schienenwalzwerk fertigte aus dem neuen Material zwei rund 30 Meter lange Testschienen. Diese erfüllen laut Angaben des Herstellers alle mechanischen Anforderungen für Härte und Verschleißfestigkeit für den Bahnbetrieb. Die Schienen durchliefen alle standardisierten Prüfverfahren der Bahnindustrie. Die Testergebnisse bestätigten, dass wasserstoffreduziertes Reineisen als Rohstoff für die Schienenproduktion geeignet ist.
Die gefertigten Testschienen wurden nun als weltweit erste wasserstoffbasierte Schiene am Linzer Hauptbahnhof installiert. Voestalpine Railway Systems plant nun weitere Tests zur Markteinführung der CO₂-reduzierten Schienenproduktion.
Forschungsplattform ermöglicht Industrietests
Das Forschungsstahlwerk fungierte als Entwicklungsplattform für die neue Produktionstechnologie. Das vollwertige Kleinstahlwerk bietet ideale Bedingungen für Pilotprojekte zwischen Labormaßstab und Vollproduktion.
Die Anlage ermöglicht Versuche mit verschiedenen Rohstoffen und Legierungen unter industriellen Bedingungen. Forscher können so neue Verfahren entwickeln, bevor diese in die Großproduktion übernommen werden.
Interdisziplinäres Projekt vereint verschiedene Fachbereiche
Das Pilotprojekt verknüpfte Kompetenzen aus Verfahrenstechnik, Metallurgie und Werkstoffwissenschaft. Teams verschiedener Abteilungen arbeiteten gemeinsam an der Entwicklung des neuen Produktionsverfahrens.
Das Unternehmen setzt die Entwicklung wasserstoffbasierter Stahlherstellung im Rahmen seiner Dekarbonisierungsstrategie fort. Die HYFOR-Technologie soll mittelfristig in die kommerzielle Produktion integriert werden.










