Bei einer offiziellen Präsentation in Mühldorf wurde der Mireo Plus H symbolisch in die Flotte der SOB aufgenommen. Aktuell würden nun Test- und Schulungsfahrten stattfinden. Ab Dezember 2026 sollen dann drei Wasserstoffzüge im Regelbetrieb auf der Strecke Mühldorf–Burghausen fahren.
Die Mireo Plus H-Züge sollen von Siemens Mobility geliefert werden.
Wasserstoffzug erreicht bis zu 160 km/h
Das Zugmodell ist vor allem für nicht elektrifizierte Strecken und als Alternative zum Diesel konzipiert. Es basiert auf der Regionalzug-Plattform Mireo von Siemens Mobility. Der Wasserstoffzug fährt durch zwei auf dem Dach montierte Brennstoffzellen sowie eine Lithium-Ionen-Batterie. Mit einer Tankfüllung kommt er auf eine Reichweite zwischen 1.000 und 1.200 Kilometern.
Der Mireo Plus H hat eine Antriebsleistung von 1,7 MW. Damit erreicht er eine Beschleunigung von bis zu 1,1 m/s² sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Im Vergleich zu den Wasserstoff-Zügen anderer Hersteller habe Siemens’ Wasserstoffzug zudem die niedrigsten Lebenszykluskosten.
Neue Wasserstofftankstelle versorgt Mireo Plus H
Die Wasserstoffversorgung soll über eine neu gebaute Tankstelle von der DB Energie GmbH stattfinden, die mit Ökostrom betrieben wird. Das Projekt, das im Auftrag der Südostbayernbahn (SOB) erfolgt, wird am Bahnhof Mühldorf am Inn in Südostoberbayern umgesetzt. Errichtet wird eine Wasserstoff-Schienentankstelle samt Elektrolyseanlage (H2News berichtete).
Bund fördert Wasserstoffzüge und Tankinfrastruktur
Die Züge kommen laut Unternehmen im Rahmen des Verkehrsvertrags „Linienstern Mühldorf 2025+“ zum Einsatz. Die Planung sowie Finanzierung dessen übernimmt die Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH im Auftrag des Freistaats.
Die Beschaffung der drei Wasserstoffzüge wird im Rahmen der Richtlinie zur „Förderung alternativer Antriebe im Schienenverkehr“ des Bundesministeriums für Verkehr mit insgesamt 4,4 Millionen Euro gefördert. Die Errichtung der Tankstelleninfrastruktur erhält darüber hinaus weitere 3,8 Millionen Euro. Fördermittel dieser Maßnahme werden unter anderem im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäische Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert, während sie durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt wird.
Bereits umgesetzte Wasserstoffprojekte
Das Vorhaben baut auf bisherige Projekte von DB Energie im Wasserstoffbereich auf. So wurde beispielsweise im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts H2goesRail bereits eine mobile Wasserstofftankstelle für den Schienenverkehr entwickelt und anschließend ein Jahr lang im Innovations-Hub des Unternehmens in Tübingen getestet.
Darüber hinaus betreibt das Unternehmen seit Ende 2024 im Auftrag des Eisenbahnverkehrsunternehmens Bayerische Regiobahn GmbH eine mobile Wasserstofftankstelle in Augsburg.







