Der Staatssekretär des Sächsischen Staatsministeriums für Infrastruktur und Landesentwicklung Sören Trillenberg hat am 29. Januar 2026 zwei Fördermittelbescheide an Roland Warner übergeben. Warner ist Vorsitzender der Geschäftsführung des Stromversorgungsunternehmens eins energie. Das Ziel der finanziellen Unterstützung sei die Förderung des Aufbaus der Wasserwirtschaft.
Die Fördersumme beträgt 1,6 Millionen Euro und setzt sich aus 1,2 Millionen Euro für den Bau eines Elektrolyseurs und 420.000 Euro für die Umrüstung der Leitungsinfrastruktur zusammen.
Fördermittel aus dem Just Transition Fund
Die Fördergelder stammen aus dem Just Transition Fund (JTF) der Europäischen Union (EU). Das Programm hat die Unterstützung von Gebieten zum Ziel, die aufgrund des Übergangs der EU zu einer klimaneutralen Wirtschaft vor sozioökonomischen Herausforderungen stehen.
Da das Versorgungsunternehmen ehemals ein mit Rohbraunkohle befeuertes Heizkraftwerk betrieben hat, wurde Chemnitz in die Fördergebietskulisse des JTF aufgenommen.
Elektrolyseur am Wasserstoffzentrum
Mithilfe der EU-Fördermittel will eins energie einen 240 kW-Elektrolyseur errichten, der Wasserstoff mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Ergänzend ist ein stationärer Wasserstoffspeicher mit einer Kapazität von rund 115 Kubikmetern vorgesehen, was etwa 330 kg Wasserstoff entspricht.
Der erzeugte Wasserstoff soll zur Versorgung des Wasserstoffzentrums in Chemnitz eingesetzt werden. Erster Abnehmer sei das Chemnitzer Wasserstoffzentrum Hydrogen Innovation Center (HIC).
Umrüstung des Erdgasverteilnetzes
Im Sinne der geplanten Wasserstoffversorgung ist vorgesehen, einen bestehenden Abschnitt des Erdgasverteilnetzes auf Wasserstoff umzurüsten. Dazu soll eine vorhandene Gasdruckregelanlage versetzt und auf Wasserstoff umfunktioniert und ein Teil der Mitteldruckleitung neu verlegt werden.
Zudem ist die Umstellung einer bestehenden Erdgasmitteldruckverteilleitung auf einer Länge von rund 550 Metern auf Wasserstoff geplant. Dieses Netz bilde das sogenannte H₂-Startnetz am Standort.
Langfristige Versorgung geplant
Roland Warner, Vorsitzender der Geschäftsführung von eins energie erklärt: „Durch das Wasserstoff-Startnetz und den Elektrolyseur kann der Grundlastbedarf der Testinfrastruktur im HIC und weiterer Anrainer mit grünem Wasserstoff gedeckt werden“.
Zudem sei die Grundlastversorgung mit Wasserstoff bis in die 2030er Jahre durch das Wasserstoffprojekt abgedeckt. Die Anlage würde so geplant werden, dass steigende Bedarfe am Standort bereits mitgedacht werden können. So könne die Elektrolyseleistung am Standort perspektivisch auf rund 2 Megawatt erhöht und die Speicherkapazität für Wasserstoff verdoppelt werden.










