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Europäischer Wasserstoff-Backbone soll wachsen und Energiesicherheit erhöhen

Nach der russischen Invasion in der Ukraine möchten die europäischen Länder versuchen, eine größere Energieunabhängigkeit zu erreichen. Deshalb soll die Einführung dekarbonisierter Energiequellen beschleunigt und ausgeweitet werden. Ziel ist es, die Abhängigkeit Europas von fossilen Brennstoffen aus Russland vor 2030 zu beenden und die Resilienz des Energiesystems der EU zu stärken.

von | 06.04.22

© peterschreiber.media - stock.adobe.com
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Abwasser

05. April 2022 | Nach der russischen Invasion in der Ukraine möchten die europäischen Länder versuchen, eine größere Energieunabhängigkeit zu erreichen. Deshalb soll die Einführung dekarbonisierter Energiequellen beschleunigt und ausgeweitet werden. Ziel ist, die Abhängigkeit Europas von fossilen Brennstoffen aus Russland vor 2030 zu beenden und die Resilienz des Energiesystems der EU zu stärken.

Die EHB Initiative beschleunigt ihr Arbeitsprogramm. Alle Szenarien werden deshalb von 2035 auf 2030 vorgezogen. Grund sind politische Entwicklungen, strengere Klimaziele und die REPowerEU-Mitteilung der Europäischen Kommission zur Beschleunigung von Wasserstoff, die bis 2030 25-50 Mrd. Kubikmeter importiertes russisches Gas ersetzen kann. Die aktualisierten H2-Infrastrukturkarten bauen auf früheren Arbeiten der EHB-Initiative auf.

Die beschleunigte EHB-Vision zeigt, dass bis 2030 fünf paneuropäische Wasserstoffversorgungs- und -importkorridore mit fast 28.000 km Leitungen entstehen, welche Industriecluster, Häfen und Wasserstofftäler mit großen Nachfrageregionen verbinden. Diese Korridore bilden die Grundlage einer künftigen Wasserstoffversorgung im Großmaßstab. Sie würden etwa zur Hälfte aus umgewidmeten und neuen Leitungen bestehen. Mit der EHB-Vision ließe sich das von der Europäischen Kommission für 2030 definierte Ziel eines europäischen Wasserstoffmarktes mit 20,6 Mt erneuerbaren und kohlenstoffarmen Wasserstoff erreichen.

Kosteneffektiver Onshore- und Offshore-Pipelinetransport von Wasserstoff

Der bis 2040 geplante Backbone mit ca. 53.000 km Leitungen erfordert eine Gesamtinvestition von ca. 80- 143 Mrd. EUR. Bislang würde das Netz zu 60 % aus umgewidmeten Erdgasleitungen und zu 40 % neuen On- und Offshore H2-Leitungen bestehen. Die Schätzung der Investitionskosten umfasst auch Offshore-Leitungen und Verbindungsleitungen, die die Nachfragezentren auf dem Festland mit den Offshore-Energieerzeugungszentren verbinden. Im Kontext der erforderlichen Gesamtinvestitionen der europäischen Energiewende sind die Kosten relativ begrenzt.

Der Transport von Wasserstoff über eine Strecke von 1.000 km des vorgeschlagenen Onshore-Backbones würde im Durchschnitt 0,11-0,21 € pro kg Wasserstoff kosten. Damit stellt der EHB die billigste Option für den Ferntransport von Wasserstoff dar. Wird das Gas ausschließlich über Offshore-Leitungen transportiert, liegen die Kosten bei 0,17-0,32 € pro kg Wasserstoff pro 1.000 km Transportstrecke.

Wunsch nach regulatorischem Rahmen

Die heute veröffentlichten Karten der Wasserstoffinfrastruktur für 2030 und 2040 spiegeln eine Vision der 31 europäischen Gas- Fernleitungsnetzbetreiber wider, die sich auf eine mögliche Entwicklung der Infrastruktur zur Erreichung der Dekarbonisierungsziele stützt. Dabei ist zu betonen, dass die Wasserstofftransportrouten und Zeitpläne in den Karten nicht fix sind. Die endgültige Ausgestaltung von Backbone und Zeitplan hängt von den Marktbedingungen für Wasserstoff und Erdgas sowie der Schaffung eines stabilen Regulierungsrahmens ab.

„Mit dem EHB haben die beteiligten Infrastrukturunternehmen von Anfang an den Hochlauf von Wasserstoff aus europäischer Sicht betrachtet. Wenn man über regionale Cluster hinausgeht und frühzeitig eine europaweite Wasserstofftransportinfrastruktur auf Grundlage der bestehenden Gasinfrastruktur vorsieht, schafft dies Vertrauen für künftige Marktteilnehmer, Zugang zu verschiedenen wettbewerbsfähigen Bezugsquellen und Nachfragesicherheit für Projektentwickler. Die aktuelle geopolitische Lage unterstreicht, wie wertvoll die europäische Gasinfrastruktur ist. Sie ist ein echter Gewinn für die Transformation,“ so Daniel Muthmann, Vorsitzender der EHB-Initiative.

Work in progress

Ziel des EHB ist es, den Weg der Dekarbonisierung in Europa zu beschleunigen. Dabei wird der Wasserstoffinfrastruktur für die Entwicklung eines wettbewerbsfähigenund europaweiten Marktes für erneuerbaren und kohlenstoffarmen Wasserstoff eine entscheidende Rolle zugeschrieben. Die Initiative zielt darauf ab, den Wettbewerb im Markt, die Versorgungssicherheit und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den europäischen Ländern und ihren Nachbarländern zu stärken.

Die EHB-Initiative ist bereit, ihre Vision weiterhin mit Stakeholdern wie politischen Entscheidungsträgern, Unternehmen und Initiativen entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette zu diskutieren. Eine aktuelle und interaktive Version der neuesten Vision Maps wird später im April zusammen mit der Flaggschiff-Website der EHB veröffentlicht.

Die Mittelung der Europäischen Kommission „REPowerEU“ finden Sie hier.

(Quelle: OGE/2022)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Die Förderung von Wasserstoff ist in Zeiten drohender Energieembargos wichtiger denn je. (Quelle: Adobe)

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